Tag 117 – Eliza Brook Shelter

Am Morgen ging es früh raus. Das Wetter war mies und meine Socken nass. Natürlich nur, weil ich sie gestern noch im eiskalten Gebirgsbach gewaschen hatte. Naja, das Wetter versprach uns auch nichts besseres. Also war der Plan in Lincoln einzukehren um den nassen Tag gut ausklingen zu lassen. Also ging es direkt zum South Kinsman hinauf. Kletterei wie aus dem Bilderbuch. Hat viel Spaß gemacht. Doch manchmal denkt man sich wirklich was sowas hier soll 🙂 Mit kleinen Kindern wollte ich so etwas auf jeden Fall nicht unternehmen. Zwei andere Hiker kamen mir noch entgegen. Ziemlich niedergeschlagen. Da oben hatten sie auf jeden Fall noch weniger Spaß als bei Aufstieg.
Der Abstieg war dann ein langwieriges und Grenzwärtiges Geschäft. Die Regenjacke hatte ich den ganzen Tag im Rucksack gelassen und nur die schnellen Schritte brachten Wärme. Doch bei den Bedingungen war das nicht so einfach. Die Unmengen von Wassermassen die sich über uns ergossen, verwandelten den Trail in ein riesiges Freibad. Die vielen Steine waren rutschig, der Trail überflutet. Es war glatt und gefährlich. Die steilen Passagen verlangten volle Konzentration und Aufmerksamkeit. Jetzt keinen Fehltritt begehen. Irgendwann holte ich Sparkels ein und wir wanderten zu zweit. Das wir mir mehr als recht. An den steilen Felswänden möchte ich doch ungern allein klettern. Wir saßen auf unserem Allerwertesten und ließen und teilweise einfach nur rutschen. Das war am sichersten. Trotz allem hat es natürlich Spaß gemacht. Also mir zumindest. An der Lonesome Lake Hut sind wir gefühllos vorbei marschiert. Ein Ende war in Sicht und die letzten 3 Meilen war von nun an auch viel einfacher zu gehen. Ein wenig ging der Trail noch über einen Fluss. Wir konnten also unsere Sprungkraft wieder unter Beweis stellen. Danach aber war der Trail wirklich flach. Erst als wir am Cascade Brook ankamen hatten wir ein Problem. Die Brücke war weg geschwemmt worden. Der reißende Fluss musste dennoch überquert werden. Da wir sowieso mehr als eingeweicht waren, ging es einfach hinein. Schön langsam und mit den Stöcken Sicherungspunkte suchend haben wir uns dann durch das Hüfthohe Wasser gekämpft. Sehr sehr geil, Entschuldigung bedenklich!,wenn man denkt, dass das Bergwasser warm ist. Zum aufwärmen blieb keine Zeit. Die Schuhe schmatzen ordentlich als wir uns zur nächsten Flussüberquerung machten. Das gleiche Spiel. Das ist Abenteuer pur. Zum Glück verbringen wir den Nachmittag in der Stadt. Die letzten paar Meilen zur Franconia Notch waren dann auch mehr oder weniger schnell erledigt. Allerdings mussten wir von dort noch 1 Meile bis zur Straße laufen. Die Wolken hingen noch in den Bergen. Aber der Regen war schlimmer denn je. Wir versuchten eine Fahrt zu bekommen. Ergebnislos. Sparkels verkroch sich in einem riesen Plastikrohr. Nach einer gefühlten Ewigkeit und nun deutlich unterkühlt konnten wir ein Auto zum Anhalten bringen. Schließlich standen wir 50 Minuten flehend an der Straße.
Der erste Anlaufpunkt war dann MC Donalds. Ein paar Burger und das übliche Programm. Bei ein paar Läden mussten wir uns dann den Weg zu Chets erfragen. Dem kostenlosen HikerHostel in Lincoln. Nach einer weiteren kleinen Wanderung sind wir dann am Ziel angekommen. Uns erwartete ein total überfüllte Garage. Das schlechte Wetter hatte so einige Hiker in die Stadt gezogen. Unverständlicherweise waren aber auch einige dabei die schon mehrere Tage dort nächtigten.
Nach einer warmen Dusche und Wäsche waschen ging es dann noch zum Outfitter einen neuen Dichtungsring für meinen Filter kaufen. Gleichzeitig natürlich auch nochmal zum Essen. Am Abend habe ich dann draußen unter einem Pavillon meine Matratze ausgebreitet. Ein wenig Ruhe und frische Luft waren auf jeden Fall besser, als Schulter an Schulter zu liegen.

Gewandert: 9,8
Insgesamt: 1816.1

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