Tag 121 Little Hyatt Reservoir Outlet – HW140 

Verdammt war es kalt. Um 5.30 aufestanden und dann aber Gas gegeben um schnell zu starten. Es waren nur 13 Grad. Ich lief los und wärmte mich zum Glück schnell auf. Ich schreckte ein paar Rehe auf und füllte an einem Wasserhahn meinen Wasservorrat. Der Trail schlängelt sich an den vielen Seen und Resorts entlang ohne diese wirklich zu berühren. Das zieht sich ewig und mir hängt der gestrige Tag arg in den Knochen. Also viele Pausen und Shaggy und Hui holen mich ein. Wie kommen für die meiste Zeit nicht aus dem Wald hinaus. Dafür geht es schön einen langen Anstieg hinauf. Ohhg. Einfsch ein Fuß nach dem anderen. Eigentlich ganz einfach. Aber als wir am Nachmittag auf die letzten 10km stoßen muss ich schon stark dran glauben. Der Ausschlag ist zwar wieder abgeschwollen aber meine Füße sind müde und jetzt beginnt der Vulkanabschnitt. Wir laufen auf zerbrochenen Vulkangestein und schlängeln uns an einem Berg entlang. Jede Mündung in den Berg nehmen wir mit. Dafür gibt es erste Aussichten auf einen Schneebedeckte Berg der vor uns liegt und an dem wir heute zelten. Auch wenn es nicht weit ist dauert es mit den ganzen extra Kurven doch ewig und ich bin heil froh als endlich der Highway zu hören ist. Meine Beine sind wie Wackelpudding. Am Parkplatz hängt eine Information. Wegen Feuer ist der Trail ab der Sevenmile Abzweigung gesperrt. Ebenso der Crater Lake Trail ist zu. Mal schauen was das wird. Wir laufen morgen erst mal weiter und schauen was so abgeht. Zum Glück campen wir direkt am Fluss und ich kann meine Füße und Beine waschen die total eingestaubt sind. Auch ein paar Kilo Sand kann ich aus meinen Schuhen kippen. Als ich gerade meinen rechten Fuß wasche kommt RockDoc den Trail hinunter. Sie und Rattler campen ein paar Meter weiter oben 🙂 . Zum Abendessen habe ich natürlich Kartoffelpüree und eine Instant Nudelsuppe. Irgendwas neues mit Meeresfrüchten. Ist nicht der Bringer, dafür aber sehr scharf und mit mehr Kalorien als die normale Ramen Suppe. Heute liege ich gegen 20.40 Uhr im Bett.

Gewandert: 52,0 km

PCT insgesamt: 2850,1 km 

Tag 120 Metford – Little Hyatt Reservoir Outlet 

Heute hats irgendwie nicht geklappt. Ewig haben wir probiert zu hitchen. Kein Erfolg. Selbst mit Schild. Nach 2 Stunden an der Hauptstraße haben wir aufgegeben und sind zum REI gelaufen um auf die Gutmütigkeit der Outdoor Besucher zu zählen. Wir gönnten uns auch noch ein Subway zum Frühstück. Gegen 10 hatten wir dann endlich Glück. Mit einem Umweg ging es dann zurück zur Lodge und wir stiegen gegen 11 zurück auf den Trail. Es war noch ziemlich warm und das nächste Wasser war weit entfernt. Also waren wir schwer beladen. Meine neue Kappe für das Moskitonetz fühlt sich noch ungewohnt an. Das Gelände ist sehr ausgetrocknet und wir laufen lange durch das raschelnde Gras. Erst an einer Quelle machen wir eine längere Pause. Ich bin zwar nicht hungrig aber ich esse trotzdem ein paar Chips. Müssen ja weg. Die neuen Schuhe sind zu klein und müssen erst eingelaufen werden. Hatten leider keine anderen in meiner Größe die ich wollte. Es geht ordentlich auf und ab und wie kommen in etwas mehr bewachsenes Gebiet von Wald. Hier stehen viele Zäune und Tore die wir immer öffnen und schließen müssen. Da wie so einen späten Start hatten sind wir ein wenig unter Zeitdruck. In einem Trailregister finde ich Rattler und RockDoc ca. 7 Stunden vor uns. Das wird schön die mal wieder zu sehen. Wir entscheiden uns heute ein wenig länger zu laufen um bis zu einer gescheiten Wasserquelle für die Nacht zu kommen. Leider geht es dafür noch einen Berg hinauf. Auch wenn sich endlich mal schöne Ausblicke bieten nachdem wir den ganzen Tag eigentlich recht ereignislos Kilometer gekloppt haben. Ich sehe ein Reh und laufe danach durch hohes Gras und bleibe noch kurz stehen um ein weiteres Bild zu schießen. Da sehe ich einen schlangenkopf aus dem Gras wenige Zentimeter neben meinem Schuh ragen. Ich mache die Fliege. Ueghh. Die letzten Kilometer bergab waren sehr mühsam. Habe irgend etwas berührt und meine Oberschenkel brennen wegen eines Ausschlags. Auch bin ich müde und kaputt. Wir winfsch aus dem Rhythmus nach dem Zero. Am Campingplatz schlagen wie unsere Zelte direkt an einer Straße auf an der noch ein wenig Verkehr herrscht. Komische Leute und kein schönes Gefühl zum campen. Gegen 21 Uhr liege ich nach dem Abendessen endlich im Bett. 

Gewandert: 38,2 km

PCT insgesamt: 2798,1 km 

Tag 119 Metford

Fotos von Tag 112 bis heute sind ebenfalls online. 

Zum Frühstück hatte ich drei Donuts con gestern. Dann ging es in der morgenkühle für 8 Tage einkaufen. Im Zimmer habe ich auf Shaggy gewartet der beim Arzt war. Taube Stellen unter den Füßen. ShinSplints. Alles gut. Kann weiter wandern. Dann gehts zum REI, dem örtlichen Outfitter. Jetzt ist es schon heißer. Über die Straßen läuft es sich nicht so schön. Ich brauche neue Schuhe, Wasserbeutel, Packsack, Moskitonetz, 2 Paar Socken und eine Kappe damit das Netz nicht auf der Nase baumelt. Haijeijei…es bleiben noch ein paar Groschen um bein In und Out Burger einen doppelten Cheesburger einzuatmen und einen Milchshake auf den Weg zu nehmen. Danach Sachen für die Post gegriffen und wieder los. Nach 1km haben wir zum Glück eine Fahrt bekommen. Mein Verpflegungspacket für Crater Lake kommt auf Grund eines Feuers einen Tag verspätet an. Wollte das eigentlich Montag aufgabeln. Auf dem Rückweg noch kurz eine Melone und Abendessen gekauft und wir sind gegen 14.30 im Hotel. Kurz Wäsche in die Maschine und wir sind für heute fertig. Jetzt Blog und Instagram auf den neusten Stand bringen. Jetzt ist es schon fast Zeit zum Schlafen. 20.25Uhr. Morgen gehts dann weiter. Oregon wir kommen. Weniger als 1000 Meilen zu laufen 🙂 

Gelaufen: ca.  10 km 😦 

Tag 118 Seasonal Stream – Callahan Lodge 

Da wir gestern früh Feierabend gemacht haben sind wir heute um 4 Uhr aufgestanden. Das war ziemlich früh und dunkel. Erst gegen 5.20 Uhr dämmerte es langsam und ich schlug mich durch den dunklen Wald. Die Lampe leistete gute Dienste und der Anstieg war immer nur auf den nächsten Metern zu sehen. Als ich über den Gipfeö stieß konnte ich den Sonnenaufgang genießen. Eine Kühltasche war leider leer. Dafür grasten im Tal ein paar Kühe. Endlich konnte ich das Geräusch auch ein paar Tieren zuordnen. Danach ging es über den Kühen entlang und weiter einen kleinen Hügel hinauf. Es war um 4 Uhr bereits 20 Grad und es ist angenehm zu laufen. Natürlich bin ich nass geschwitzt, aber ohne Sonne ist es deutlich besser. Ab hier gehts dann nur noch bergab. An einem kleinen Bach treffe ich noch den ehemaligen Soldaten dessen Namen ich mal behalten sollte. Wir schlängeln uns an den Bergflanken entlang und die grünen Wiesen um die Quellen bringen hohe Gräser an den Trail. Feuchte Beine garantiert. Dann ging es allerdings auf die Sonnenseite und nachdem ich an einem Wasserhahn kurz Pause gemacht hatte ging es für den restlichen Abstieg streng voran. Wir waren gut in der Zeit und sind mit nur einer Pause durch gelaufen. Einfach laufen lassen bis wir an der Abzweigung zur Lodge auf die drei Schwestern getroffen sind die gerade aus der Stadt kamen. In der Lodge konnten wir uns gegen 9.40 Uhr ein paar Bier und ein gratis Bier gönnen bevor wir eine Fahrt nach Ashland bekamen. Mein Paket war natürlich nicht bei der Post…  Also keine Schuhe. Dafür hat uns die Mitarbeiterin dann zum Motel6 in Metford gefahren. Kurz eingecheckt und in der unerträglichen Hitze zum Einkaufsmarkt geschlappt. Unmengen Hühnchen und Obst. Dann verbrachten wir den restlichen Abend unter Klimaanlage im Zimmer. Es sind die heißesten Tage seit 25 Jahren. Außerdem sind einige Feuer in Oregon. Mal schauen wo wir überall ausweichrouten nehmen müssen. 

Gewandert: 22,2 km

PCT insgesamt: 2760,3 km

Tag 117 Reeves Ranch Spring – Seasonal Stream 

Haben uns gemeinsam um 5.30 aufgemacht die Sachen zupacken. Zu mehreren auf jeden Fall einfacher als allein. Es roch ein wenig nach Rauch. Ich wollte ziemlich nah zur Interstate5 um Morgen früh in die Stadt zu kommen. Die ersten Meter gingen gut vom Fuß. Zur linken röhrten die Glocken von ein paar Kühen. Auch der Sonnenaufgang war toll. Aber ich bekam wieder nasenbluten. Es ging bergauf und es war schon wieder über 20 Grad. Also viele Pausen. Konnte so allerdings nicht wirklich Kilometer machen. Habe mir dann einfach mal Zeit gelassen und ordentlich gegessen. Auf den Strecken über Wiesen war die Hitze besonders schlimm. Die Luftfeuchtigkeit steigt hier extrem. In einem grünen Tal kurz vor der Grenze mache ich nochmal Pause und hole ein wenig Wasser. Dabei verliere ich den Dichtring für meinen Filter. Dann gehts mit Shaggy nach Oregon. Es ist in der Zwischenzeit brutal heiß und ich jage den Berg hinauf um zur nächsten Wasserquelle zu kommen. Unter einem Baum liege ich und esse meine Wraps mit Nutella. Zum Glück kann ich mich schnell aufraffen und weiter laufen. Immerhin habe ich für heute eine ganze Chipspackung zur Verfügung. Auf dem Trail kommt eine tolle Quelle an der ich den Verlust des Rings bemerke. Also trinke ich ohne zu filtern. Danach komme ich schnell in einen dürren Sektor. Ich muss sehr oft pausieren. Diese Hitze. Ich schlängel mich am Berg entlang. Wechsel mich mit Shaggy ab. Mal ist er an der Spitze, mal ich. Wir machen halt immer versetzt Pause bis er unter ein paar Bäumen an einem kleinen Bach pausiert. Es ist schon 17.30. Da dies die letzte Wasserquelle für die nächsten 7km ist fange ich an zu kochen um Wasser zu sparen. Shaggy gibt mir seinen Ersatzring. Alles wieder o.k. 🙂 als ich gegessen habe bleibe ich dann doch am Platz. Ein Reh klaut vor mir Shaggys Müllbeutel und spuckt ihn erst aus als ich ihm gröhlend hinterher jage. Danach kommt es dennoch ziemlich nah. Es kommen noch einige Hiker vorbei. Wir gehen gegen 19.30 ins Zelt da die Moskitos sehr agressiv sind. Allerdings nicht ohne meine Beine und Füße zu waschen. Wir Zeit meine neuen Schuhe aus Ashland abzuholen. Diese sind total ausgelatscht. Eine Schande. Wann war ich nochmal in Sierra City?! 

Gewandert: 39,6 km

PCT insgesamt: 2738,1 km