Tag 29 – Overmountain Shelter

Die alte Scheune musste sich heute Nacht warm anziehen.  Wir waren vielleicht 30 Leute. Abends war es noch gemütlich, doch als wir uns zur Nacht gebettet hatten, fing der Sturm an. Die Böen zogen unerbittlich durch das Dachgeschoss. Man merkte wie sich die Holzkonstruktion bei jedem neuen Stoß bewegen.  So wiegten wir in den Schlaf. 
Der Morgen war kalt. Der wind pfiff und nur langsam wagte man sich aus dem Schlafsack. Es war wirklich ungemütlich!  Aber es hilft ja nichts. Fröstelnd zog ich meine kalten Klamotten an, die über Nacht trocknen sollten. Es half nur Bewegung. Mit eingemumten Gesicht ging es gegen 8.40 in den Sturm.  Von 4654 Fuß ging es jetzt über Wiese weiter hinauf. Die Wolken ließen keine Sicht.  Auf 5459, dem little Hump Mountain forderte der Wind so manchen Ausfallschritt von mir. Man schwangte wie ein Betrunkener den Berg hinauf.  Ohne Deckung. Das Gras war vereist, zeitweise peitschte Schnee in mein Gesicht.  Ich glaube mein linkes Augelied schien kurz gefroren. Aber es war auch irgendwie cool. Doch wenn es wirklich angefangen hätte zu Hageln oder Schneetreiben einsetzt, wäre man doch in Bedrängnis gekommen. Denn der Hump Mountain war mit 5587 nicht gerade zimperlich mit uns. Gut zwei Stunden ging das so bis wir nach dem Gipfel langsam abstiegen. Als dann die Bäume erreicht wurden  war die Kälte auch dahin. 5.4 Meilen ging es bergab. Über viele Steine, durch kleine Seen auf dem Trail. Aber die Sonne kam jetzt raus.
Kurz vor der US 19 konnte ich noch eine Schlange ablichten als ich aus dem Busch kam.
An der Straße machten wir dann gemütlich Mittag. Nach einiger Zeit hielt ein großer Van an und zwei ehemalige Hiker sponsorten uns frische Bananen und Äpfel.  HotPants brachten sie sogar zum Supermarkt und zurück weil er vorgestern das Hostel und somit den Resupply verpasst hatte.
Von dort ging es nur noch auf leichte Berge. Wir nähern uns Hampton und der Trail ist nun wirklich leicht. Wie Wellen gehen wir durch die Laubwalder und über Wiesen.
Schon gegen 16.15 erreichen wir das Mountaineer Shelter. Am Wasserfall holen wir Wasser und machen es uns am Feuer gemütlich. Hier scheint keine Sonne mehr, sodass es schnell kalt wird.
Die Grenze zu Tennessee haben wir übrigens beim großen Abstieg überschritten.  Alles in allem ein guter Tag!

Gewandert: 19.9
Insgesamt: 402.6
Wetter: Morgens stürmisch und kalt. Ab mittags Sonne und mild

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