Tag 29 Hikertown – Mojave

Wir starten heut gegen 18:00 Uhr für ca. 32km. Durch die Mojave. Teilweise werden wir auf LA Wasserversogung laufen.

Sonntag gibts mehr. 

Nachdem wir morgens bereits bei Neenach ein 1kg Burrito zum Frühstück hatten an dem ich den halben Tag geknabbert habe gab es natürlich auch noch Eiscreme.  Hikertown hat leider kein wlan. Nur der 4 Meilen entfernte Shop/ Restaurant. Den ganzen Tag haben wir eigentlich vergammelt. Freebird hat unmengen von Stories erzählt. Wieviele Leute sich schon vom Heli haben abholen lassen, wer Müll auf den Trail schmeißt, wer glaubt dass eine 2 jährige auf einem Pferd den PCT läuft. Ich hätte Tagelang zuhören können. Gegen Abend wurde die Hitze langsam erträglicher. Um 18.20 sind Rattler und ich dann los. Über die Straße bis zum Kalifornia Aquedukt dem wir ein wenig gefolgt sind. Dann ging es auf dem LA Aquedukt noch ca. 5 km Richtung Berge. Das laufen auf einem Stahlrohr war mal eine Abwechslung. Die Sonne ging langsam unter und wir machen nach ca. 9km eine Pause. Ab hier verläuft das Wasser unter Beton und wir müssen der Straße weitere 15km folgen. Die Nacht bricht herein und wir laufen stumpf auf der Straße. Echt langweilig nach ein paar Minuten. Nur Straße und die Betondecke. Wir sehen dafür gut die Lichter entfernter Städte leuchten. Auch der Mond schneit durch vereinzelte Wolkenfetzen. Nach einer weiteren Pause lege ich Musik auf. Das Aquedukt liegt hinter uns und wir laufen auf einer sehr sandigen Straße weiter. Hinter uns motorengeräusch und dann ein Licht. Die Motorrad hält neben uns an und wir unterhalten uns. Mark hat ein Grundstück ein paar Meter die Straße runter und läd uns ein dort zu nächtigen. Es ist nach 22.00 Uhr und wir beide stimmen zu. Wir sind einfach nur müde und sollten ja schon seit ein paar Stunden schlafen. Wir nehmen dankend an. Auf dem Grundstück erwartet uns schon ein kühles Bier und Wasser als wir aufschlagen. In richtigen Campingstühlen sitzen wir noch ein wenig zusammen. Dann bauen wir auf und schlafen umgehend ein. 

CheapSunglasses ist in eine nahegelegene Stadt gefahren worden. Seine Füße sind geschwollen und er hat große Blasen unter den Füßen. Er macht eine Pause und trifft uns vielleicht weiter oben auf dem Trail. Die gestrige Action war einfach zu viel für Ihn. Mit Ibu hat er immerhin die 40km gepackt. Aber das ist leider keine Lösung und wenn die Wirkung nachlässt kommt das Böse erwachen. 

Gewandert: 21,5 km 

PCT gesamt: 855,2 km 

Tag 28 Maxwell Road – Hikertown

Um 3.50 wachte ich auf bin bis 4 aber wieder ekngedöst. Rattler Wecker ging unaufhörlich und er wachte nicht auf. Musste erst an seinem Zelt rütteln bis sicj annährend etwas bewegt hat. Um 4.40 sind wir dann los. Es war angenehm kühl und man konnte super viele Sterne sehen. Auch viele Lichtwolken waren am Himmel die man sonst nicht zu sehen bekommt. Wir mussten uns wieder durch viele Büsche kämpfen. Mit meiner kurzen Hose habe ich mir damit aber viel Zeit gelassen damit die ganzen Mückenstiche nicht noch mehr jucken. Der Sonnenaufgang verwandelte den Horizont in eine orange Wolke. Doch als die Sonne wirklich aufging war es mit der kühlen Luft vorbei. Bereits um 8, wir hatten schon über 15 km drin, wurde es wieder richtig knackig. Zum Glück verlief der Trail bis jetzt unter vielen Bäumen. Der Boden war größtenteils mit grünem Kraut bedeckt. Nachdem wir den 500 Meilen Marker überschritten haben ging es ordentlich bergauf. Auch Thirsty den wir im HikerHeaven getroffen haben sehen wir. Ich schieß den Berg einfach hinauf und warte auf Rattler und CheapSunglasses. Es ist wieder super heiß. Ich warte an einem Wassertank und esse die restlichen Chips aus meiner Familienpackung. Wir laufen noch ca. 2 km zusammen über die Ridgeline. Die niedrigen Büsche geben hier nicht mehr viel her und wir werden gebraten. Rattler ist bei der nächsten Zisterne vom Trail und holt Wasser. Ich laufe weiter. Will einfach nur zur Hikertown. Nach den nächsten 2 km die wieder durch schöne graslandschaft gehen mache ich wieder Pause. Es ist so anstrengend. CheapSunglasses taucht auch auf und wir essen ein wenig Wurst zusammen. Zum Glück geht es von hier aus bergab. So ist es am Mittag etwas erträglicher. Der Trail verläuft mun auf einer Dirtroad bis zu einem Campingplatz an dem 2 Mädchen unter einem liegen. Ich laufe die 350 Meter zu Quelle und hole kaltes Wasser. Auf den letzten Serpentinen bis zum Tal habe ich eine gute Aussicht auf die kommende Etappe. Großes Tal mit einigen Windrädern. Dort geht es wieder in die Berge. Wirklich ratsam das bei Dunkelheit zu laufen. In der Hitze geht es bis zur Straße. Hier sitze kch angelehnt an einen Baum und esse meine Mittagswraps. CheapSunglasses taucht auch irgendwann auf. Von Rattler keine Spur. Die letzten 10 Kilometer liegen im Tal und es geht immer leicht bergauf/ bergab. Der Horror in der nachmittagssonne. Die Sonne bruzelt uns ordentlich durch und wir suchen jede 40 Minuten einen schattigen Platz unter einem Busch um ein wenig auszuruhen. Das Wasser ist warm und schmeckt nicjt wirklich. Ich habe auch keine Brause mehr um es ein wenig aufzupeppen. Ich zwinge mir also ein paar Schluck hinein und wander weiter. Mach einer weiteren Pause ziehe ich die letzten 4,4 km an einem Stück durch. Mein Gesicht fühlt sich in der Sonne an als ob ich den Kopf in einem Ofen hätte. Meine Schuhe sind auch hinüber. Durch die ganzen Löcher kommen nur noch mehr spitze Nadeln in meine Socken. Außerdem spüre ich jeden Stein. Neue Schuhe stehen also auf jeden Fall auf der Einkaufsliste. Über 4 „Hügel“ und einen 1km langen Feldweg komme ich endlich völlig dösig zum Hikerheaven. Mit Thirdty bekomme ich eine Fahrt zum Shop wo ich 3l Eiscreme, HotDog mit Pommes und kslte Getränke kaufe. Als ich gegen 19:00 Uhr wieder komme sind CheapSunglasses und Rattler auch da. Ich übergebe Eiscreme und ein paar Pommes. CheapSunglasses ist am Ende und kann kaum laufen. Er liegt nur auf dem Boden. Dieser Tag hat ihn wirklich zerstört. Wir schlafen in slten Wohnwagen und Containern. Freebird und Raven zwei Hiker erzählen unmengen von Stories. Freebird hat mehr als 30.000 Meilen intus und hat somit automatisch ordentlich uriges Zeug auf Lager. Gegen 21:00 gehe ich dann auch schlafen. Morgen bleiben wir hier und wandern erst gegen 17:00 weiter um ca. 40km zu machen. Werden wahrscheinlich die halbe Nacht unterwegs sein. Aber ab hier ist richtig Wüste. Tiege lange Täler in denen es für Kiöometer kein schattiges Plätzchen gibt. Wüstensand unter den Füßen und die Sonne von oben. Wir sehen zu das die 80 Kilometer schnell vorbei gehen.

PS: Haben ja vor Tagen einen Ethan kennen gelernt. Haben soeben eine Email bekommen, dass seine Firma nun auch Wandersocken vertreibt und wir ein paar bekommen um diese zu testen. Verrückt wen man alles trifft. 

Thank you Ethan for the ride and the time we spend talking about the trail. Hope we see us again. 

Gewandert: 46,7 km 

PCT gesamt: 833,7 km

Fertig für den Tag..

Tag 27 Lincoln Crest – Maxwell Road

Es war schön hell als ich um 4.50 aus dem Zelt bin. Sterne und Mond am himmel. Gegen 5.30 konnten wir los. Die Sonne ging langsam auf. Die Stromleitung über und knackten. Der letzte kleine Anstieg von gestern verging schnell und es ging bergab. Die Landschaft bliebt gleich. In scharfen Switchbacks lagen ausgetrocknete Flussbette. Hier war auch mal mehr grün und Bäume drin. Ansonsten war der Trail sehr eintönig und ernüchternd wenn man sieht wo man noch alles lang muss. Ich war sowieso müde und ein wenig lustlos. Mein MP3 Player wann natürlich auch leer. Auf einer Gedächtnis Bank machten wir Pause. 50 Meilen Lauf. Dabei ist wohl einer 2011 gestorben. Skott Jerek stand auch auf der Liste. Ich glaube das war der Typ der 2015 auf dem AT den Rekord aufgestellt hat. Wir liefen weiter nun immer ein wenig bergauf. Die Sonne hatte auch schon gegen 8 Uhr ordentlich Power. Nachdem wir den Gipfel erreichten konnten wir schnell nach Green Vally absteigen. Bei der örtlichen Rainger Station haben wir unsere Wasservorräte aufgefüllt und unter einem Pavillon pause eingelegt. Es ging mit einem knackigen Aufstieg weiter. Die Sonne war nun schon wieder super stark. Ich bin aber einfach vornweg hoch geprügelt. Hat bis oben gut geklappt, dann hatte ich erneut Nasenbluten. Wir legten eine weitere Pause ein. 2km, 300 Höhenmeter hinter uns bahnte sich eine Katastrophe wie gestern an. Unerträgliche Hitze und wir wollen Kilomter kloppen um morgen bis zur Hikertown zu kommen um in der Nacht durch die Mojave zu wandern. Das Wetter ist gegen uns. Da es nun bergab geht laufen wir weiter. Zuerst liegt alles im schönen Schatten bis wir die bergseite wechseln und in exponierter Lage am Berg entlang taumeln. Nach schier endlosen Minuten gelangen wir wieder auf die Schatten Seite und finden unter ein paar Bäumen ein Platz für eine ausgiebige Mittagspause. Während wir auf dem Trail liegen überholt uns ein Reiter. Wir machen uns gegen 13.30 wieder auf. Es geht zum Glück nur bergab. Doch wir kommen bald aus dem Schatten der Bäume. Wieder im sandigen Gelände laufen wir gegen die Hitze an. Temperaturen über 40 Grad zwingen uns langsam in die Knie. Wir müssen jede Einbuchtung in den Berg mitnehmen und laufen so viele extra Meilen anstatt geradeaus im Tal zu laufen. Wenn ich den Fachbegriff für diese kleinen Täler herausfinde verfluche ich diesen. Im Tal angekommen, es ist noch heißer, finden wir 2 Gallonen Wasser und teinken eine. Auf der Straße machen wir halt. Wir sind uns einige dass wir nicht weiter gehen können. Zu gefährlich bei der Hitze und dem nächsten Aufstieg. Ich ziehe den Joker und wie hitchen in ein nahes Kaff. Im Restaurant gibts Unmengen Cola, Burger und HotDog. Wir verbringen viel Zeit dort da wir nicht vor 5 weiter wandern. Nachdem wir ausgiebig relaxet sind und die beiden ihre Füße gelüftet haben gehen wir noch zum Laden gegenüber und holen uns 1,5 L Eiscreme. Geil. Das tat gut. Vollet Kalorien suchen wir uns eine Fahrt zurück. Ohne Probleme sitzten wir wie bei der Hinfahrt auf der Ladefläche eines Pickups. Wir bekommen noch ein paar warnende Worte vor neuen Schlangenarten und machen uns im  Schatten an den Aufstieg. Super gemütlich und voller Energie laufen wir problemlos bis zur Quelle auf halber Höhe. Nachdem alles voll ist ziehen wir noch bis ca. 19:30 weiter. Den restlichen Anstieg und dann auf der Bergkette entlang. Wieder viele Sträucher und zeitweise auch ein paar Überreste von Bäumen. Wir Campen an einer Dirtroad. Ich esse nur noch eine Ramen und verschwinde schnell im Zelt. Zu viele Moskitos und Mücken und nervendes Insektenpack. Morgen stehen die restlichen 45.9km bis Hikertown an. Bin mal gespannt wie wir das packen. Abmarsch ist gegen 4.30 Uhr. Also bin ich froh dass ich noch beide Einträge fertigstellen konnte. 21.05 

Cherio

​​Gewandert: 34,6 km 

PCT gesamt: 787 km

Schmeckt doch nicht so gut. Aber weniger Gewicht 😉

Durch die Mittagshitze :/

Unendlicher Abstieg

Hitch check

Rumhängen vor dem Laden. 😉 

Camp 

Tag 26 Agua Dulce – Lincoln Crest

Sind im HikerHeaven. Alle Bilder der letzten Tage sind online. Es gibt hier sehr gutes Internet, habe also ordentlich was hochgeladen. Viel Spaß und bis bald. Wir wandern heut weiter. 

Nachdem hier alles erledigt war sind wir in die Stadt gewandert. Das war schon schweißtreiben. Aber in einem Restaurant konnten wir bei Burger und Sandwiches nochmal abkühlen. Dann ging es gegen 12 Uhr über die Hauptstraße bis zum Fuße des nächsten Berges. Large Pizza holte uns mit einem Kollegen ein. Sie slagpacken heute. Haben also nur Wasser und ein paar Snacks dabei und werden an einem bestimmten Punkt per Auto aufgegabelt. Wir hielten eine Weile mit doch als der Anstieg langsam begann mussten wir eine Pause einlegen. Wir sind nur leicht das Tal hinauf. Nichts wirklich steiles aber es ist so unbeschreiblich heiß. Ich stehe komplett unter Wasser. Normalerweise ist das nicht so. Das wir in der Mittagszeit unterwegs sind macht es nicht besser. Ich bekomme Nasenbluten. Nach ein paar Minuten im Schatten geht es weiter. Meine Nase fängt gleich wieder an aber ich laufe weiter und tropfe halt auf den Trail. Mir brennt der Schweiß in den Augen. Alles klebt. Die Sonne ist brutal. Kein Wind der Abhilfe verschafft. Wir quälen uns langsam den Berg hinauf. Keine Bäume die Schatten geben. Ich bin fertig. Das war das letzte mal das wir bei so einer Hitze wandern. Was für ein Schwachsinn. Jetzt müssen wir aber die 600m hinauf. Denn auf der anderen Seite gibt es hoffentlich eine Quelle die läuft. Unser Wasser ist eh piss warm. Die Schokoriegel kann man aus der Packung lutschen. Ich erreiche Rattler und CheapSunglasses unter einem Strauch zusammen gekauert. Versuchend wenigstens ein paar Punkte schatten abzubekommen. Mein Gesicht ist blutüberströmt. Mein Bart ist klebrig und das trockene Blut in der Nase schmerzt. Ich kann nur durch den Mund atmen da meine Nase zu ist. Der Mund wird trocken. Mein Thermometer zeigt 44 Grad. Alter Schwede. Was für eine Tortur. Als ich mich ein wenig säubern will fange ich wieder an zu bluten. Ich gebs auf. Wir schleichen den Rest hinauf. Der Wind nimmt gnädigerweise ein wenig zu. Auf dem Gipfel machen wir unter ein paar Bäumen Pause und trinken Wasser auf Körpertemperatur.. eckelhaft. Es sind noch über 35 Grad im Schatten. Der Abstieg liegt zum Glück unter ein paar Bäumen und ist nicht ganz so schlimm. Nach ein paar Kilometern erreichen wir die Quelle die zum Glück noch fließt. Wir trinken schönes kühles Wasser und machen eine ausgiebige Pause. Ich esse BeefJerky welches ich von Rattler habe. Wir treffen auch noch einen FlipFloper. Er springt von Trailabschnitt zu Trailabschnitt und wandert mal hier mal da. Der Weg ins Tal bringt die Füße an die Grenzen. Mit dem Resupply den wir nach dem Restaurant Besuch gekauft haben wiegen die 5 Liter schwer. Wie sind sowieso total matsche und zerstört. Der Aufstieg hat einfach alle Kraft geraubt und war so ernüchternd unspaßig. Wir sehen beim Abstieg schon den Trail auf der anderen Seite und einen schönen See. Wir laufen wieder etwas besser auf der anderen Seite langsam den Berg hinauf. Links und recht mannshohes Buschwerk. Der Trail ist breit und sandig. Wir laufen hier wirklich gut. Zum Schluss wird es nochmal steil und ich tippel hinter CheapSunglasses her. Er ist wie Rattler 50+ und läuft wie ein verrückter den ganzen Tag. Guter Mann. Der Campsite ist zum Glück leer als wir ankommen. Mit toller Aussicht auf den See erledigen wir unsere Routinen. Auch die Spaghetti habe ich von Rattler. Er hat vorm Trip viel Essen selbst dehydriert. Mit zwei Portionen Hackfleisch schmeckt es doppelt so gut. Ich schreibe keinen Block sondern gönne mir nach dem essen gegen 20:30 nur noch einen Film und Chips. Was für ein Tag. Viel zu spät los und dann trotzdem weiter gelaufen…. Wir haben eine Hitzewelle. Morgen stehen wir um 4.50 auf und laufen früher los. 

​Gewandert: 22,1 km 

PCT gesamt: 753,6 km

Meine Wäsche ist fertig.

Richtung Berg

Durchs Tal bis zum richtigen Anstieg.

Sehr exponiert

Absturz beim Austieg 😒 aber weiter gehts

Wir versuchen ein wenig Schatten zu finden.

Schatten in Sicht

Ridgeline und Top.

Angenehme Schattenseiten.

Quelle

Auf der anderen Seite gehts wieder rauf

Spaghetti dehydriert mit Fleisch

Fertig zum essen

Unsere Aussicht vom Camp

Tag 25 Messenger Flat Campground – Agua Dulce

Am KOA. Mittagssonne überstehen.

In der Nacht hat der Wind wieder zugenommen. Aus dem Schlafsack habe ich noch ein paar Fotos vom Sonnenuntergang geschossen und mir einen Film gegönnt. Bin aber irgendwann eingeschlafen. Gegen 5.50 war ich dann wach. Also richtig wach. Schließlich wackelte mein Zelt wieder erheblich. Bis zum KOA einem Campingplatz mit kleinem Laden sind es 22,9km. Es liegen einige größere Äste auf dem Platz die gestern noch nicht hier lagen. Um 6.30 laufe ich los. Die anderen taumeln gerade erst aus ihren Zelten. Mit kurzer Hose und Regenjacke wandere ich zuerst bergab. Im Trail sind Spuren von einem Reh und möglicherweise einem Bären zu sehen. Im Tal liegen hunderte von kleinen Bergen. Von der einen Seite mit Sonne geflutet, auf der anderen Seite noch dunkel und kalt. Schöner Anblick. Auch an den dunklen Bergflanken ist es noch kalt und windig. Die Bäume sind meist alle schwarz. Der Trail ist gemahlene Asche. Bis zur Rainger Station zieht es sich gefühlt ewig. Vor allem weil die Flüsse trocken sind. Ein Anstieg war noch zu bewältigen bevor ich endlich die Stromleitung sehen konnte die mein Zwischenziel ankündigte. Der Abstieg war jedoch wieder ewig. Ich kann es nicht in Worte fassen, aber diese Leistung so viele Kilometer in so wenig Fläche unterzubringen habe ich in noch keinem anderen Land gesehen… Es treibt mich manchmal zur weißglut. Das Ziel zum greifen nah und kurz vorher biegt man links ab, klettert 1 km einen Berg rauf und 2 km wieder runter um ans Ziel zu kommen anstatt einfach 100 Meter geradeaus zu gehen. Naja, nachdem ich durch den Busch gelaufen bin hat mich ein Ranger begrüßt und mir gezeigt wo es Wasser gibt. Hatte zwar noch 2 Liter aber wenn man die Möglichkeit hat greift man zu. Hab also einen getrunken und wieder aufgefüllt. Auf einer Bank habe ich noch versucht Chips zu essen, aber der Wind hat immer die Tüte verdreht sodass ich das aufgegeben habe. Nach 20 minuten Pause ging es gegen 8.40 weiter. Der Trail führte immer weiter ins Tal. Der Trail lag mitten in der Sonne. Ich musste meine Klamotten ausziehen und mich mit Sonnencreme eincremen. Es war so heiß. Mein Thermometer zeigte knapp 30 Grad im Schatten. Wenn dann der Wind nachlässt, läuft man quasi gegen eine Wand aus Hitze. Mit Blicken auf den gegüberliegenden Berg habe ich versucht die anderen auf dem Trail ausfindig zu machen. Leider erfolglos. Bei einer kleinen Pause mitten auf dem Trail habe ich noch 2 Riegel verdrückt. Musste nur die Schokolade von der Packung lecken da alles geschmolzen war. Nachdem fast 1000 Höhenmeter gefallen waren wurde die Hitze nur noch schlimmer. Im Tal fing ich ohne Ende an zu schwitzen da es direkt wieder hinauf ging. Alles sandig und staubig. Auch die beschissenen Grashalme welche sich in meine Schuhe picksen nerven. Wenn man sie nicht früh genug zieht verschwinden sie komplett im Schuh und man muss eine Zwangspause einlegen weil sie sich in meine Füße bohren. Auf der Ridgeline geht es weiter Richtung Tal. Ich kann nun den grünen Streifen ausmachen der den Fluss umgibt. Hier liegt der KOA. Die Hügel sind jetzt alle aus Sand. Wenig Bäume und viele verbrannte Sträucher. Der Zeltplatz liegt jetzt nur wenige Meter Luftlinie von mir entfernt. Ich muss natürlich noch 3 km um einen Berg laufen. Durch hohes Gras geht es einmal drum herum anstatt 10 min geradeaus bergab zu gehen. Ohne Worte. Ich komme auf die Straße und tropfe nur so auf den Asphalt. Über einen kleinen Weg gelange ich zum Campingplatz. 11:30 Uhr.  Hier hole ich 400ml Eiscreme und eine Soda. Nach einer Stunde kommen die anderen. Ich hole eine zweite Runde Eiscreme. Brian ist verletzt und ruft einen Trail Angel an welcher später am Nachmittag kommt und sich um ihn kümmert. Wahrscheinlich muss er ein paar Tage pausieren weil er Schmerzen im Schienbein hat. Auch ein andere Person die wir nicht kennnen kommt auf den Platz. Ein Ast ist auf ihn gefallen und er wird vom Heli abgeholt. Man muss echt aufpassen wo man schläft und wandert. Es gibt viele tote Bäume. 

Es sind über 30 Grad im Schatten und wir sind nur 16 km von Agua Dulce entfernt. Hier gibt es die TrailAngel HikerHeaven. Das werden wir nicht mehr erreichen. Wir warten einfach im Schatten auf ein wenig Abkühlung sodass wir den nächsten Anstieg bewältigen können ohne einen Hitzschlag zu kriegen. Wir sind hier nur knapp unter 700 Metern. Deswegen brennts hier quasi auch. Es ist so heiß…. 

Gegen 16:30 laufen wir weiter. Unter meinem Sonnenschirm ist es einigermaßen erträglich und wir laufen den grasigen Hügel hinauf. Links und rechts hohes Gras. Wir treffen auf eine weitere Klapperschlange. Rattler und CheapSunglasses sind noch ziemlich fit und wollen bis zum HikerHeaven in Agua Dulce laufen. Also suchen wir keinen Spot und laufen weiter. Wir erreichen nach einem Abstieg der durch hohes Gras geht das in der Sonne hin und her weht den HW14 und unterqueren ihn in einem Kanal. Ziemlich dunkel und lang. Wir sehen teilweise nichts mehr. Auf der deren Seite kommen wir in ein Tal mit vielen Felsen. Geologisch höchst interessant da viele verschiedene Schichten zu sehen sind. Vasquez Rocks wird dieser Teil genannt. Durch den gleichnamigen County Park gelangen wir nach Agua Dulce. Als wir die Stadtstraßen erreichen hält eine Helferin aus dem HikerHeaven an und nimmt uns mit. Wir bekommen eine Dusche, Wäscheservice, Wechselklamotten, Sodas, Küche ubd Wohnzimmer, den Garten zum zelten und vieles mehr. Ein Traum. Es sind vielleicht 15 Leute hier. Es ist generell sehr wenig los. Wir sehen fast keinen auf dem Trail. Nach einer dusche und Wraps mit dem restlichen Käse und Wurst gehts nach 22 Uhr ins Bett. Wir schlafen heute im Himmel. Brian übrigens auch. 

​Gewandert: 39,2 km 

PCT gesamt: 731,5 km