Tag 25 Messenger Flat Campground – Agua Dulce

Am KOA. Mittagssonne überstehen.

In der Nacht hat der Wind wieder zugenommen. Aus dem Schlafsack habe ich noch ein paar Fotos vom Sonnenuntergang geschossen und mir einen Film gegönnt. Bin aber irgendwann eingeschlafen. Gegen 5.50 war ich dann wach. Also richtig wach. Schließlich wackelte mein Zelt wieder erheblich. Bis zum KOA einem Campingplatz mit kleinem Laden sind es 22,9km. Es liegen einige größere Äste auf dem Platz die gestern noch nicht hier lagen. Um 6.30 laufe ich los. Die anderen taumeln gerade erst aus ihren Zelten. Mit kurzer Hose und Regenjacke wandere ich zuerst bergab. Im Trail sind Spuren von einem Reh und möglicherweise einem Bären zu sehen. Im Tal liegen hunderte von kleinen Bergen. Von der einen Seite mit Sonne geflutet, auf der anderen Seite noch dunkel und kalt. Schöner Anblick. Auch an den dunklen Bergflanken ist es noch kalt und windig. Die Bäume sind meist alle schwarz. Der Trail ist gemahlene Asche. Bis zur Rainger Station zieht es sich gefühlt ewig. Vor allem weil die Flüsse trocken sind. Ein Anstieg war noch zu bewältigen bevor ich endlich die Stromleitung sehen konnte die mein Zwischenziel ankündigte. Der Abstieg war jedoch wieder ewig. Ich kann es nicht in Worte fassen, aber diese Leistung so viele Kilometer in so wenig Fläche unterzubringen habe ich in noch keinem anderen Land gesehen… Es treibt mich manchmal zur weißglut. Das Ziel zum greifen nah und kurz vorher biegt man links ab, klettert 1 km einen Berg rauf und 2 km wieder runter um ans Ziel zu kommen anstatt einfach 100 Meter geradeaus zu gehen. Naja, nachdem ich durch den Busch gelaufen bin hat mich ein Ranger begrüßt und mir gezeigt wo es Wasser gibt. Hatte zwar noch 2 Liter aber wenn man die Möglichkeit hat greift man zu. Hab also einen getrunken und wieder aufgefüllt. Auf einer Bank habe ich noch versucht Chips zu essen, aber der Wind hat immer die Tüte verdreht sodass ich das aufgegeben habe. Nach 20 minuten Pause ging es gegen 8.40 weiter. Der Trail führte immer weiter ins Tal. Der Trail lag mitten in der Sonne. Ich musste meine Klamotten ausziehen und mich mit Sonnencreme eincremen. Es war so heiß. Mein Thermometer zeigte knapp 30 Grad im Schatten. Wenn dann der Wind nachlässt, läuft man quasi gegen eine Wand aus Hitze. Mit Blicken auf den gegüberliegenden Berg habe ich versucht die anderen auf dem Trail ausfindig zu machen. Leider erfolglos. Bei einer kleinen Pause mitten auf dem Trail habe ich noch 2 Riegel verdrückt. Musste nur die Schokolade von der Packung lecken da alles geschmolzen war. Nachdem fast 1000 Höhenmeter gefallen waren wurde die Hitze nur noch schlimmer. Im Tal fing ich ohne Ende an zu schwitzen da es direkt wieder hinauf ging. Alles sandig und staubig. Auch die beschissenen Grashalme welche sich in meine Schuhe picksen nerven. Wenn man sie nicht früh genug zieht verschwinden sie komplett im Schuh und man muss eine Zwangspause einlegen weil sie sich in meine Füße bohren. Auf der Ridgeline geht es weiter Richtung Tal. Ich kann nun den grünen Streifen ausmachen der den Fluss umgibt. Hier liegt der KOA. Die Hügel sind jetzt alle aus Sand. Wenig Bäume und viele verbrannte Sträucher. Der Zeltplatz liegt jetzt nur wenige Meter Luftlinie von mir entfernt. Ich muss natürlich noch 3 km um einen Berg laufen. Durch hohes Gras geht es einmal drum herum anstatt 10 min geradeaus bergab zu gehen. Ohne Worte. Ich komme auf die Straße und tropfe nur so auf den Asphalt. Über einen kleinen Weg gelange ich zum Campingplatz. 11:30 Uhr.  Hier hole ich 400ml Eiscreme und eine Soda. Nach einer Stunde kommen die anderen. Ich hole eine zweite Runde Eiscreme. Brian ist verletzt und ruft einen Trail Angel an welcher später am Nachmittag kommt und sich um ihn kümmert. Wahrscheinlich muss er ein paar Tage pausieren weil er Schmerzen im Schienbein hat. Auch ein andere Person die wir nicht kennnen kommt auf den Platz. Ein Ast ist auf ihn gefallen und er wird vom Heli abgeholt. Man muss echt aufpassen wo man schläft und wandert. Es gibt viele tote Bäume. 

Es sind über 30 Grad im Schatten und wir sind nur 16 km von Agua Dulce entfernt. Hier gibt es die TrailAngel HikerHeaven. Das werden wir nicht mehr erreichen. Wir warten einfach im Schatten auf ein wenig Abkühlung sodass wir den nächsten Anstieg bewältigen können ohne einen Hitzschlag zu kriegen. Wir sind hier nur knapp unter 700 Metern. Deswegen brennts hier quasi auch. Es ist so heiß…. 

Gegen 16:30 laufen wir weiter. Unter meinem Sonnenschirm ist es einigermaßen erträglich und wir laufen den grasigen Hügel hinauf. Links und rechts hohes Gras. Wir treffen auf eine weitere Klapperschlange. Rattler und CheapSunglasses sind noch ziemlich fit und wollen bis zum HikerHeaven in Agua Dulce laufen. Also suchen wir keinen Spot und laufen weiter. Wir erreichen nach einem Abstieg der durch hohes Gras geht das in der Sonne hin und her weht den HW14 und unterqueren ihn in einem Kanal. Ziemlich dunkel und lang. Wir sehen teilweise nichts mehr. Auf der deren Seite kommen wir in ein Tal mit vielen Felsen. Geologisch höchst interessant da viele verschiedene Schichten zu sehen sind. Vasquez Rocks wird dieser Teil genannt. Durch den gleichnamigen County Park gelangen wir nach Agua Dulce. Als wir die Stadtstraßen erreichen hält eine Helferin aus dem HikerHeaven an und nimmt uns mit. Wir bekommen eine Dusche, Wäscheservice, Wechselklamotten, Sodas, Küche ubd Wohnzimmer, den Garten zum zelten und vieles mehr. Ein Traum. Es sind vielleicht 15 Leute hier. Es ist generell sehr wenig los. Wir sehen fast keinen auf dem Trail. Nach einer dusche und Wraps mit dem restlichen Käse und Wurst gehts nach 22 Uhr ins Bett. Wir schlafen heute im Himmel. Brian übrigens auch. 

​Gewandert: 39,2 km 

PCT gesamt: 731,5 km

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