Tag 130 – Ollalie Lake – Timothy Lake Trail

Da wir gestern verhältnismäßig sehr spät im Bett lagen war ich entsprechen müde. Aber das schlimmste, es war super kalt. 3 Grad. Wie kommen wir so schnell in einen derart großen Temperaturunterschied am Morgen?! Naja, ich zieh mir über mein T-Shirt die Daunenjacke während Shaggy bereits los läuft. Er hat schließlich nur unter freiem Himmel geschlafen und somit Grund ein wenig Gas zu geben. In kurzer Hose und Mütze genieße ich die Aussicht über den See. Wirklich grandios. Die Bergspitze des Mt. Jefferson ist noch mit Schnee bedeckt.
Ich entsorge noch schnell die Überreste des Frühstücks, Brot mit Marmelade. Ich treffe wieder mal optimistic Turtle und gehe los. Die Kälte ist heute wirklich beißend. Der Wald ist dicht und die Sonne kommt leider nicht durch. Ich freue mich riesig als ich noch ca. einer Stunde unter ein paar Stromleitungen laufen kann. Hier ist alles kahl geschlagen und ich nehme die Wärme danken entgegen. Das Moos am Wegesrand dampf in der Sonne. Die Seen lassen sich von Nebel einkleiden. Ich laufe um den Ollie Butte und treffe auf eine einsame Wanderin am Wegesrand die noch am Zähneputzen ist. Auch um die Seen treffe ich noch Zelte die in der morgendlichen Stunde aber noch still im Nebel stehen. Ich esse viele gute Sachen die ich gestern aus dem Camp mitgenommen habe. Salzbrezeln und Chips. Der Wald öffnet sich und ich laufe ein wenig bergauf über gerodete Fläche. Die Berge sind wirlich flach und es erinnert mich ein wenig an das Sauerland. Ich bin aber total platt und mache oft Pause. Die Mittagspause verbringe ich allein. Shaggy ist über alle Berge. Ich treffe Ihn erst am Nachmittag wieder. Aber auch als wir zusammen weiter laufen kann ich nicht mithalten. Immer wieder muss ich pausieren und lasse mich am Wegesrand nieder. Bin platt und erschöpft. Ich kämpfe mich weiter und bin froh als ich Shaggy am Abzweig zu einem Campingplatz treffe. Er hat sich schon sorgen gemacht weil ich wirklich ungewöhnlich langsam war. Wir gehen auf den Campingplatz auf dem mehr Pferde als Menschen sind. Aber wir bekommen bei einer netten Dame Hot Dogs, Chips und Getränke. Sie hat ein großes Zelt aufgebaut und kocht für Hiker. Wir verbringen ein wenig Zeit hier bevor wir uns los reißen können. Am Campingplatz füllen wir auch noch Wasser auf. Mir ist kalt. Wir treffen noch eine Hikerin aus Tschechien die mir schon mehrmals über den Weg gelaufen ist. Wir überqueren die Forststraße 42. Mir gehts richtig scheiße. Kalt, Kopfschmerzen und Schüttelfrost. Wir entschließen den nächst möglichen Zeltplatz anzusteuern. Nach ca. 30 min enden wir fast am Timothy Lake. Ich baue schnell mein Zelt auf und lege mich in den Schlafsack. Vorher noch 2 Ibu und dann gute Nacht. Irgendwie war es heut wohl doch zu kalt und mich hats erwischt. Hoffentlich gehts genauso schnell weg wie es gekommen ist. So will ich nicht weiter wandern.

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Gewandert: 42,8 km
PCT insgesamt: 3288,1 km

Tag 129 Linton Meadow Trail Junction – Ollalie Lake

Nicht wirklich früh bin ich aufgestanden. Ohne Partner hat man ja nicht wirklich eine Verpflichtung. Auch mit Partner nicht. Aber es fällt einfacher wenn man weiß, dass ein anderer ebenfalls aufsteht. Auch wenn er das gleiche über dich denkt klappt es sehr gut. Ich habe alles zusammen gebaut und bin gerade bereit zu laufen da kommt Shaggy an. Er hat gestern von mehreren Leuten Bier ausgegeben bekommen und ist erst nach 14 Uhr vom Resort losgekommen. Wir wandern also wieder zusammen und kommen zu den Obsidion Falls. Ein kleiner Wasserfall der aus einer frischen Quelle etwas oberhalb gespeißt wird. Dort machen wir dann Pause und trinken direkt aus der Quelle. Es sprudelt direkt aus dem Felsen. Also kein Problem. Das Wetter ist naja, bewölkt und kalt. Es ist schon ungemütlich da es auch noch anfängt zu regnen als wir weiter laufen. Nach einigen Kilometern hört es aber schon wieder auf und wir können blühende Wiesen genießen während wir uns um den Berg schängeln. Wir kommen an viel Vulkangestein vorbei und treffen nach einem brutal steilen Anstieg auf Brad den wir am Shelter Cove Resort kennen gelernt haben. Auch der Rauch von gestern ist zum Teil verzogen und wir können weiter entfernte Berge sehen. Der Trail um die Ausläufer der North Sister sind wirklich anstrengend. Es geht rauf und runter. Der Weg besteht größtenteils aus gebrochenen Vulkangestein und ist eine harte Probe die kein Schuh bestehen kann. Als wir uns durch eine Scharte den Berg hinauf arbeiten kommen wir immer mehr in diese Mondlandschaft. Kein Baum kein nichts. Nur schwarzes Gestein und Mist unter den Schuhen. Der Blick zurück ist dafür ganz gut 🙂 Auch der Weg zurück ist erholsamer da wir schnell wieder in die Bäume eintauchen können. Wir steigen bergab und der Trail ist nun wieder staub. Das ist super. Wir wissen den Highway 242, McKenzie Pass, vor uns und geben Gas. Vielleicht gibt es ein wenig Trail Magic 🙂 Das spornt uns an. Auf dem Weg treffen wir viele Wanderer an die uns fragen ob der Trail offen sei. Wir haben kein Feuer gesehen. Das letzte Stück vor der Straße ist dann wieder ein großes Feld voller Vulkangestein. Das ist einfach ätzend. Alles bewegt sich und die Steine fühlen sich an wie Messerklingen. An der Straße gibt es leider nichts und ich laufe weiter durch das Feld bis zum offiziellen Parkplatz doch bis auf ein paar verlassene Autos und Wasser in Kanistern gibt es hier nichts. Wir legen also gemeinsam Mittag ein. Das Big Lake Youth Camp ist nur noch 19km entfernt. Hier gibt es gratis Essen, Duschen und Waschmaschinen. Die ganzen letzten Tage treffen wir schon Hiker die schwärmend hiervon erzählen. Wir sind also bis aufs äußerste gespannt auf saubere Klamotten und gutes Essen. Also starten wir schnell wieder und steigen den nächsten Berg hinauf. Wieder ist alles schwarzer Stein. Es würde gut nach Mordor passen. Der Wind bläst und der Gipfel ist nicht zu sehen. Der Anstieg zieht sich ein wenig und auch als wir den höchsten Punkt passieren werden wir nicht von weiteren Vulkangestein verschont. Nun gibt es aber Bäume zur Abwechselung. Tote weiße Bäume. So weit man sehen kann sprießen die weißen Stangen aus dem Boden und der Trail geht mitten durch. Wir treffen nach ein paar Kilometern auf dem nächsten Anstieg auf ein älteres Ehepaar. Ich weiß nicht wie der ältere Herr das macht. Aber er sieht aus als bräuchte er mindestens zwei Gehhilfen. Aber die Beiden rocken das Ding mit mindestens 70+! Krasser Scheiss. Wir machen auf einem Baumstamm Pause und lassen uns ordentlich über die miserablen Trailzustände aus. Dieser beschissene Vulkanstein. Der nächste Abschnitt ist wieder mehr Staub und ich muss meine Schuhe öfters mal ausleeren und kleine Häufchen Dreck auskehren. Shaggy und Brad sind also vor mir.  Aber die sind auch ziemlich zerstört. Der Untergrund war so anstrengend für uns das wir alles platt sind. Zum GLück geht es von hier bergab bis zum Camp. Aber trotzdem. Auch diese Meter sind nicht geschenkt und man muss seine müden Beide für jeden Schritt heben. Die Beiden warten schon an der Abzweigung zum Camp und wir laufen gemeinsam hin. Es stehen ein paar Autos dort, ansonsten sieht es irgendwie ziemlich verlassen aus. Wir treffen 2 Hiker die uns erzählen das dass Camp heute schließt und nur noch aufgeräumt wird. Die letzten Kinder sind gestern abgereist. WAAASS?! Ohh man. Wie mies ist das denn bitte? Vorfreunde für nichts? Immerhin bekommen wir noch Lunchpakete die in der Mensa auf uns warten. Auch ein Trailangel ist dort und bietet uns eine Fahrt um das große Feuer am Mt. Jefferson an. Shaggy und Brad sind sofort begeistert. Wir können noch duschen und Waschen. Das Lunchpaket besteht aus Brot mit Marmelade und Müsliriegeln. Da ich eigentlich nach Bend wollte um einzukaufen stehe ich ein wenig blöd da. Ich schnappe mir also aus den ca.40 Tüten die restlichen Müsliriegel und alles was ich sonst noch so verwerten kann. In der Hikerbox gibt es noch Nudeln und eine Gaskartusche. Dann pumpe ich mal wieder Shaggy und Brads Essenspakete an die sie sich hier hin geschickt haben und vervollständige meinen Resupply. Allerdings ist es nicht so schön wie sonst und ich habe keine Chips oder etwas zu knabbern. Einkaufen kann ich erst wieder in Cascade Locks, ca. 170km entfernt. Also 3,2 Tage. Das sollte schon irgendwie klappen. Immerhin spare ich dabei auch ein paar Tage.
Der Fahrer RJ ist irgendwie komisch. Er hat einen weißen tausend Jahre alten Pick Up in den wir uns zu 6 quetschen. Immerhin gibt es ein kaltes Bier als wir abfahren. Dann beginnt seine Erzählung von Müll. Ich bin froh das ich mich da raushalten kann und die anderen sich über erfundene Hirngespinnste auslassen können. Die Fahrt dauert ewig. Am Straßenrand stehen viele Zelte. Diese Gegend ist im Ausnahmezustand. Feuerwehr und Helfer überall. Die Campingplätze sind Einsatzplätze und Zentralen. Parkplätze sind Hubschrauberlandeplätze. Überall fahren Einsatzfahrzeuge. Echt krass. In einem kleinen Ort auf der Strecke legen wir eine Pause ein und fahren dann weiter. Die letzten Kilometer gehen über eine Schotterpiste mit den größten Schlaglöchern die ich je gespührt habe. Als wir in der Nacht am Ollalie Lake ankommen tun unsere Knochen weh. Wir wollen einfach nur noch ins Bett. Auf ein paar gebratene Würstchen verzichten wir. Ein Mädchen wir noch bis zur Timberline Lodge gefahren da sie ein paar Freunde einholen möchte und es sonst nicht schaffen würde. Ich baue mein Zelt auf und Shaggy zeltet unter freiem Himmel. Ich habe noch Hunger bin aber zu müde um mich darum zu kümmern. Kurz einen der nicht so tollen Müsliriegel aus dem Camp und gute Nacht gegen 21.30 Uhr.

Gewandert: 42,8 km
PCT insgesamt: 3288,1 km

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Tag 128 Teich – Linton Meadow Trail Junction

Am Morgen ging es gut los. Ordentlich Tempo und schöner Trail. Allerdings plagten mich meine Schienbeine schon nach den ersten paar Kilometern sehr stark. Da konnten auch die schönen Seen nichts ändern auf denen am Morgen noch der der Nebel vorbei zog. Also legte ich viele Pausen ein. Sehr viele Pausen. Quasi jede 20 Minuten lag ich zurück gelehnt auf irgendeinem Baumstamm. So war ich froh als die ersten 15 km geschafft waren und ich an der Abzweigung zum Elk Lake Resort angekommen war. Shaggy war schon längst über alle Berge. Ich nutze diesen Wegpunkt um eine weitere Pause einzulegen. Von unten kamen zwei Reiterinnen und ein älterer Hiker aus Europa. Die Sonne bruzelte stark und ich war mit mir an ringen. Bis zum Resort sind es 2,2 km. Das ist ziemlich weit für einen ThruHiker. Schließlich kommt man dadurch seinem Zeil nicht näher. Also beschloss ich auf Grund meines körperlichen Zustandes auf ein kühles Getränk zu verzichten. Ich nutze die Zeit lieber um ein paar Kilometer gut zu machen. Immerhin habe ich für die ersten 10 Meilen fast den ganzen Morgen gebraucht. So hole ich Shaggy nie ein auch wenn er am Resort sein Paket abholt. Ich laufe also weiter und komme zur nächsten Abzweigung. Zwar erst 2,2 km gescahfft aber ich denke es ist Zeit für eine Pause. Nach dem ich ein wenig im Schatten die Zeit vergammelt habe , konnte ich mich für den kommenden 300+ Aufstieg erwärmen. Schließlich ist es jetzt im Gegensatz zum Vormittag super heiß! 😦
Ich treffe zwei weitere ältere ThruHiker die sich ebenfalls den Berg hochquälen. Also kann ich das auch und lege los. HAlb so schlimm und bergauf ist für die Schienbeine das Beste. Ich komme also schnell oben an und merke schon wie die Luft immer grauer wird. Der erste Rauch ist auf dem Vormarsch. Ich lege unter ein paar Bäumen auf dem Gipfel vom Koosah Mountain meine Mittagspause ein. Die Aussicht auf den nahen Mt. Bachelor ist leider sehr verschwommen. Ebenso die Blicke auf die Three Sisters an denen ich heute hoffentlich noch vorbei wandere. Das sind mal wieder richtige Berge. Leider laufen wir nur unten vorbei. Vom Berg kann ich gut erholt hinab laufen und komme in eine sehr wunderbare Gegend. Der Sisters Mirror Lake liegt zu meiner linken. Die Wege erwachsen aus einer grünen Wiese. An den Seiten blühende Blumen. Der Wald, der See, der Trail, alles paast perfekt zusammen. Auf einer großen Steppe verfliegt der Trail dann leider nicht so einfach. Ich kann am Ende einen kleinen Punkt ausmachen. Irgendwer ist dort am Wandern. Ich muss aber noch über das riesige Grasfeld. Zur rechten liegt die South Sister. Der Rauch wird schlimmer und als ich mich über das kilometerlange Feld gearbeitet habe fliegt der Rauch nur so über das Feld. Der Wind treibt alles von Norden aus zu uns hinunter. Ich kann an einer zauberhaften Wasserquelle meine Flaschen füllen und eine Pause im Schatten einlegen. Um den Bach blühen tausende Blumen. Als ich an einem Baum gelehnt ruhe veranstalten zu meiner rechten einige Vögel eine kleine Party und vernaschen irgendwelche Überreste. Sie sind nicht scheu und ich kann ein paar Fotos schießen. Danach geht es ein wenig hinab und ich gelange in ein kleines Tal mit einem weiteren Fluss. Durch die Wiese komme ich schnell wieder in den Wald und steige ein wenig darin hinauf. Zwischendurch komme ich immer wieder durch kleine begradigte Blumenwiesen. Der Trail ist nun wirklich so wie ich es mir erträumt habe. Eingebettet in Wiesen, bestückt mit Steinen. Büsche und lichte Waldstücke. Der ganze Rauch und die Sonne geben Ihr Flair dazu. Die Spitze der South Sister ist kaum zu sehen. Auch Shaggy ist nirgends zu sehen. Keiner den ich treffe hat ihn heute gesehen. Komisch. Naja. Mir geht es wieder einigermaßen und ich halte an einem kleinen Bach nochmals um alles Wasser aufzufüllen. Der Bach ist bereits sehr michlig vom Gletscher. Ich passiere einen kleinen See der aber zu weit von unserem Tagesziel entfernt ist. Ich schlage mich mit vollen 4 Litern über den weiteren Trail. Es wird langsam dunkel und ich habe noch ein wenig vor mir. So wie es aussieht muss ich wohl allein Zelten. Wir wollten eigentlich vor den Obsidion Falls campen. Allerdings bin ich allein, habe trotz meiner kaputten Schienbeine ordentlich Kilometer hinter mir und baue mein Zelt einfach am Trail auf. Die Moskitos sind bestialisch. Ich muss meine Regenjacke anziehen und verkriche mich unter der Kapuze während ich in windes Eile mein Zelt aufbauen und dann darin verschwinde. Die Sonne steht tief und der Rauch färbt alles in ein orange. Ich koche im Zelt und höre ein Hörspiel zum einschlafen. Shaggy finde ich Morgen wieder. Was für ein Tag. Super angefangen, stark nachgelassen und doch mehr als das übliche erreicht 🙂

Gewandert: 50,5 km
PCT insgesamt: 3165,5 km

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Tag 127 – Wilamette Pass Traihead – Teich

Nachdem wir die Nacht überlebt haben konnten wir uns in der morgendlichen Kälte durch einen kleinen Anstieg aufwärmen. Vom Parkplatz ging es hinauf zu drei wunderschönen Seen. Als ich noch schlaftrunken durch den dunklen Wald lief kam mir auf einmal ein Hund entgegen und ich dachte wer ist bitteschön um 5.50 Uhr mit seinem Hund bereits auf dem Rückweg!? Aber der Kleine dreht ganz schnell wieder um und rannte in die entgegengesetze Richtung. Es war ein kleiner grauer Kojote 🙂 Echt putzig. Ich war die ganze Zeit auf der Suche nach seinen Eltern. Leider erfolglos. Am Lower Rosary Lake habe ich mich kurz ins Unterholz verdrückt. Der See liegt still in der morgendlichen Atmosphäre. Der gegenüberliegende Felsturm spiegelt sich wie der rest der Szenerie im glatten Wasser.

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Ich treffe auf weitere Wanderer die ich aber hinter mir lasse bevor ich den Middle und Upper Rosary Lake ablaufe. Danach geht es schnell 200hm hinauf und ich lege meine erste Pause ein während ich die Aussicht auf das zurückliegende Panorma genieße. Shaggy kommt bald vorbei und ich verweile noch ein bisschen um mir die unter dem Rauch liegenden Seen in der Ferne anzuschauen.

Es geht durch schönen Wald noch ein wenig über den Berg bevor wir wieder absteigen. Meine Schienbeine machen sich bemerkbar. Am Bobby Lake hole ich kein Wasser und laufe weiter. Nach der nächsten Kurve lande ich aber direkt auf einem gemütlichen Stein und lege die Füße hoch. Meine Kopfhörer haben leider den Geist aufgegeben. Das ist wirklich schlimm. Die weiteren Kilometer gehen zum Glück größtenteils weiter bergab. Leider kommen auch vermehrt Moskitos wieder zum Angriff. Recht und links liegen Felsenhaufen. Eine Gruppe von 3 Frauen kommt mir entgegen. Die letztere sieht so aus, als ob Sie jemanden umgehend umbringen könnte wenn Sie nur wieder Zuhause wäre. Ich lach mich schlapp als ich in sicherer Entfernung bin. Am Charlton Lake machen wir Mittag. Es ist sehr viel los und überall sind Hiker und Camper. Wir waschen unsere Füße und dann koche ich das Frühstück welches ich im Shelter Cove Resort in der Hiker Box gefunden habe. Sehr sehr lecker. Leider ziehen dunkle Wolken auf und es fängt ein wenig an zu Regnen. Mein Zelt hängt trotzdem über einem Busch und trocknet ganz gut. Es kommen noch zwei weitere Hiker die sich komisch verhalten. Sie reden miteinander. Aber wie in einem Rollenspiel. Russische Mafia und so ein Zeugs…. Naja, man trifft halt auch viele Leute die einem suspekt sind.

Der nächste Abschnitt ist geprägt von Zerstörung. Der Hügel zu meiner rechten ist von toten Bäumen übersäht. Alles alte ist abgestorben. Nur Büsche und neue kleine Tannen geben ein wenig Farbe. Die Szenerie zieht sich über den gesamten nächsten Abschnitt und ich laufe in der prallen Sonne. Ziemlich bald lege ich wieder eine Pause ein und mache es mir am Wegesrand gemütlich. Als mich dann das „komische“ Pärchen und zig weitere Wanderer überholen bereue ich die Pause. Es ist von jetzt auf geich so voll und ungemütlich auf dem Trail. Ich gebe Gas und hole Shaggy ein. Wir setzten uns ein wenig ab und alles ist wieder gut. Am Brahma Lake holen wir noch ein wenig Wasser und legen eine Pause ein. Wir sind beide ziemlich Platt. Es sind noch 8 km. Shinsplint und Erschöpfung sind böse. Natürlich geht es nicht ohne einen Aufstieg weiter. Aber wir sind in der Three Sisters Wilderness angekommen. Beim Aufstieg ertönt tiefer Donner in der Ferne. Über uns ist es zum Glück noch blau. Am Wegesrand finde ich viele Blaubeeren und ich hinke ein wenig hinter Shaggy her da ich zum Futtern immer anhalte. An vielen Seen sind bereits Zelte aufgebaut. Wir laufen aber tapfer weiter und kommen gegen 19 Uhr am Zeltplatz an. Keiner da. Was für ein Glück. Es gibt auch nicht viel Platz. Wir bauen unsere Zelte auf und holen Wasser vom Teich. Ich koche eine Portion von Shaggys Couscous. Danach noch eine Runde Nudeln und ein wenig Schokolade. Dann treffen noch zwei weitere Wanderer ein die sich zwischen uns quetschen. Ich habe aber schon gegessen und verschwinde schnell in meinem Zelt um zu schlafen. Der Donner ist noch zu hören, aber wir sind von allem verschont geblieben.

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Gewandert: 48,6 km

PCT insgesamt: 3115,3 km

Tag 126 Shelter Cove Resort

Hallo Leute

Bin mit Shaggy am Shelter Cove Resort um 16 Uhr angekommen nachdem wir uns über 43km in die Füße geprügelt haben um noch in den Genuss von Bacon Cheesburger zu gelangen. Nach dem letzten Update aus Ashland sind wir an ganzen Wandertagen um die 50km im Schnitt gelaufen. Ein Feuer am Crater Lake hat uns einen 70 km Lauf auf der Straße bescheert und gleichfalls ein paar extra Meilen. Dafür liegen wir jetzt bei über 3066 Trailkilometern. Es ist warm und die Luft hängt voller Rauch. Null Weitsicht. Viele Moskitos und 13-14 Stunden Wandern am Tag lassen mich meine Berichte aus Sisters in ca. 4-5 Tagen nachreichen 😉

Viele Grüße, ich bleib dran 🙂