Tag 3 – Gooch Mountain Shelter

Heute morgen konnte ich gemütlich frühstücken.  Denn Pat hat wirklich lange geschlafen.  So ging auch der Zeltabbau, Wasser holen etc. In aller ruhe von statten. Das Shelter liegt auch mitten im Wald und war schon mit 6 oder 7 Leuten belegt. Deswegen auch das Zelt.  Einmal ohne schnarchen schlafen. Das Wetter hat sich zumindest gebessert aber ab und an schlich sich doch ein Geräusch vom Shelter herüber. Nachdem Pat als letzter aus dem Schlafsack gekrochen kam,  bin ich dann auch schon los. Er holt mich sowieso ein.  Der rennt wie ein Bulldozer sowohl rauf als auch runter. 
Weg war wieder super. Offene Wälder schaffen einen fröhlichen Raum den man anfangs an den Bergflanken abläuft.  Ich treffe immer wieder auf Leute und verbleibe öfter für netten Smalltalk,  was ja eigentlich nicht mein Ding ist. Über stetige Anstiege gelange ich zu Woody Gap. Mit einer tolle  Weitsicht mache ich eine Pause und bruzel in der Sonne.
Essen tue ich auch in jeder Pause Unmengen. Einfach großartig,  wenn man nicht alles tragen müsste.  Josh trifft mit der Zeit auch ein, ihn habe ich auch schon auf Springer getroffen und er hat auch im Gooch Shelter geschlafen. Zusammen chilln wir noch ein wenig bis Pat eintrifft.  Der hat leider Blasen und wird sich nach Suches absetzten.  Nach  Nel Gap sind es noch mehr als 10 Milen. Leider haben wir die Zeitumstellung verpennt und es ist schon 13.40. Also machen wir uns schnell auf den Weg. Aber wir kommen nicht weiter als 20 Meter bevor uns der nächste TrailMagic Stand aufhält.  Nach einer Banane/ Apfel und frischem Wasser rennen wir aber wirklich los. Das war eine ritt! Der Höhepunkt solle Bloody Mountain sein.  Mit mehr als 1300 Metern der höchste Berg in Georgia soweit ich mich erinnere. 
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Es ging einen Berg rauf,  den anderen runter. An Bergflanken hunderte von Metern unter brennender Sonne.  Abartig.  Eigentlich ist es ein einziger Anstieg. Hoch, ein wenig runter, höher,  ein wenig runter. Das 5,6 Mal bevor es auf einer Meile ein paar hundert Meilen bergauf auf.
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Oben gabs aber einen super Ausblick in fast alle Richtungen. 
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Der Abstieg hat sich mit 2,5 Meilen oder so aber nochmal gezogen nachdem man über Felsen viele große Stufen hinunter, nicht direkt  klettern, aber auch nicht  laufen musste.
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Um 19.00 sind wir dann wirklich platt in Nels Gap eingelaufen. Die Bunkroom sind voll aber wir können in eine Cabin ziehen.  Hier treffen wir dann auch Kevin,  den wir quasi überfallen haben. Also er war schon in der Hütte und wir sind quasi blind hin geschickt worden.  Er war leider noch unter der Dusche und wir mussten noch 2 Minuten draußen warten.  Drinnen hab ich mich erstmal 5 min auf dem Sofa geaalt. Mit schmerzenden Oberschenkeln haben wir dann noch unsere Wäsche abgegeben. Jetzt chilln wir bei bester Fertigpizza und sind frisch geduscht.  Großartiges Gefühl nach so einem harten Tag.  Iich hoffe mit Josh noch ein paar Tage/ Wochen zu laufen. Wir haben das gleiche Tempo und er ist wirklich ein cooler Texaner. Von der Rezeption habe ich erfahren,  dass gestern ein deutscher hier übernachtet hat. Den werden wir uns in den nächsten Tagen schnappen. Donnerstag soll es in der Nacht Gewitter geben. Also werden wir da wahrscheinlich in einer Stadt Zuflucht suchen. Bilder gibts dann hoffentlich von dort. Hier ist das wlan echt schlecht.

Gelaufen: 15.9
Insgesamt: 31.7 + 8.8
Wetter: 15-20 ºC Sonne

Tag 2 – Stover Creek Shelter

Die Nacht habe ich zum Glück nicht allein im Wald verbracht,  aber egal wie. Es war die Hölle.  Ich hab schon lange nicht mehr mit so einer Ausrüstung so gefroren.
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  Gegen 8 sind wir dann aus den Betten und es gab als erstes einen halben Liter Kaffee. Als Frühstück habe ich 2 PopTarts, 2 OatMeal und ein honey bun verdrückt.  Von den honey buns muss ich demnächst eine ganze Schubkarre kaufen, die sind geil. Nehmen aber viel Platz weg. Aber egal.  Mein Wasser für weitere Köstlichkeiten konnte ich leider nicht filtern da sowie Wasser als auch Filter gefroren waren. Das bisschen für den Kaffee hatte ich in der Nacht am Mann.  Ziemlich perplex war ich, als ich das sehr kalte Kaffeewasser in meinen Titanbecher goss. Das Wasser wurde auf der Stelle zu Eis.
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Da ich nicht wusste was mit den Leuten aus dem hikerhostel ist, habe ich mich im Shelterlogbuch verewigt und freundlich darauf hingewiesen, dass ich doch im nächsten Shelter auf sie warte.
Der weg dorthin war super. Zuerst ging es durch auch den jetzt schon grünen Tunnel.  Meine ersten Bäche konnte ich auch schon auf Steinen hüpfend überqueren. 
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Danach ging es flach auf weiten Wegen den Fluss folgend unter blauem Himmel entlang, bis,… natürlich der nächste Berg/Hügel einen strammen Anstieg abverlangte. Aber die Wälder sind wunderschön.  Auf kurzen Strecken auch sehr abwechslungsreich.
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Im Hawk Mountain Shelter habe ich gegen Mittag Rast eingelegt und auf meine Bekannten aus dem hikerhostel gewartet. 
Allerdings erfuhr ich, dass diese in der Nacht nicht am Springer Mountain Shelter geschlafen haben. Und so bin ich mit Pat, den ich ebenfalls schon auf Springer getroffen haben, noch zum Gooch Mountain Shelter aufgebrochen. Auf dem weg haben wir dann mal kurz den Sassafras und den Justus Mountain, sowei ca. 6 andere Hügel erklommen.
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  Die Sonne brennt am Nachmittag nun auch richtig und meinen Sonnenbrand habe ich schon sicher in der Tasche. Am Cooper Gap hat uns HoboOboe mit TrailMagic erwartet. 
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Großartig!!! Er campt dort und verteilt literweise Wasser,  Softdrinks,  Bier und Snacks. Da Pat ziemlich viel redet haben wir mal schnell 1,5 Stunden dort verbracht und sind gegen 18.10, mit einem weiteren Wanderer losgeflogen.  Im Affen Zahn haben wir dann die letzten 3.2 Milen abgesahnt. Hier im Gooch Mountain Shelter waren wir die letzten und ich habe wie immer Wasser geholt und während meine Nudeln mit Käse ziehen, mein Zelt aufgebaut.  Heute gibts keine schnarchenden möchtegern Bären.  Das habe ich bei Charlie leider nicht immer auseinander halten können. Schläft er noch, oder sitzt da schon ein Bär und grunzt.
Jedenfalls war die Natur heute schon der Wahnsinn! Es ist so abgefahren geil hier, dass ich es nicht in Worte fasse  kann.  Die TrailMagic Aktion von, ach ich sags immer wieder gern, HoboOboe der unteranderem Bratsche studiert hat, war einfach der Höhepunkt nach so einem wirklich harten Berg. Außerdem war mein Wasser knapp und so konnte er gut mit drei Bier aushelfen.  Wartet die Fotos ab. Es wirklich toll. Gute Nacht aus dem Wald
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Milen: 13 
Insgesamt:15.8 + 8.8
Wetter: sonnig  blauer Himmel Ca.15 ºC
Nacht: klar um 0ºC

Tag 1 – Amicalola Falls State Park

Eine Nacht im hiker hostel ist jedem zu empfehlen.  Allerdings sei darauf zu achten,  dass man das richtige Zimmer wählt wenn man die Nacht erholsam verbringen will. Ich war in einem Bunk Room mit 6 anderen Personen von denen 2 den Trailnamen chainsaw locker mit einem Nasenflügel verdient hätten. Zum Frühstück gab es dann riesige Waffeln mit rührei und meheren Sachen die ich nicht kannte. Sah aus wie Haferbrei. Danach musste ich meinen Essensbeutel noch auf zwei aufteilen, damit ich alles in meinem Rucksack bekommen habe. Gegen 9.00 sind wir dann zu siebt zum Amicalola Falls State Park aufgebrochen. 
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Dort habe ich mich, glaube ich zumindest, als 288 Hiker für dieses Jahr registriert.  Über den Approach Trail ging es dann 8.8 Milen zum Springer Mountain.  Das Wetter ist ganz gut zum wandern. Um die Null Grad und trocken. Die ersten Höhenmeter haben nicht lange auf sich warten lassen. Über 600 Stufen halfen uns beim erklimmen der Wasserfälle die wirklich beeindruckend sind. Ab dort geht es dann durch Wald,  auf und ab. Wirklich jeder scheiß Hügel wird von der Seite, von oben, ach einmal drumherum begangen. 😉 Aber kein Problem,  nach ein paar Höhenmetern verwandelt sich der Wald in ein Eismeer.  Die Äste sind alle zugefroren und der Wind sorgt dafür,  dass es nun Eis regnet.
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Die acht Meilen ziehen sich so hin und ich bin froh, das Shelter vor dem Süd Terminus erreicht zu haben.  Von hier sind es noch 2.2 Meilen die jetzt aber wirklich steile Passagen für den Gipfelerfolg abverlangen.  Der Weg war recht gut ausgebaut und teils sehr matschig vom vorherigen Eis.  Gegen Mittag traut sich ab und an auch die Sonne heraus und bereitet sofort eine wohlige Wärme.  Und während ich nun erfolgreich auf dem Springer Mountain sitze und mich in der Sonne wärme, warte ich noch auf meine Mitstreiter aus dem Hostel und schreibe meinen Blog.
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Alle Leute die ich unterwegs treffe sind mehr als nett.  Die amis sind schlicht weg angetan, dass ich für den Trail extra hier her geflogen bin. Naja, anders gehts ja auch schlecht. Jedenfalls hab ich schon  eine Wandergrupppe für die nächsten Tage denke ich.
Nach zwei Stunden warterei, dem ein oder anderen Foto mit mega Ausblick und neuen Bekanntschaften beschließe ich zum Stover Creek Shelter zu wandern.
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2.8 Milen berab vom Springer sind sehr matschig aber am Gap angekommen geht es an den Bergflanken schön entlangeschwungen durch unendlich offene Wälder. Das Shelter ist super. Zwei Etagen, sauber und einfach nett anzusehen. Die Sonne gibt dazu noch ihren Teil zum passenden Flair. 
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Als ich am Bach 3 Liter Wasser geholt habe, sind zum Glück noch Victoria und Sharlie eingetroffen.  Die beiden habe ich schon auf Springer Mountain getroffen,  also alte Bekannte.  Im shelter ist für 16 Platz und zu dritt können wir uns breit machen. Die obere Etage nehme ich in Anspruch. Nach einem Fertiggericht, Snickers und einem halben Liter warmen Tee gehts um 8 schon ins Bett.  Als die Sonne verschwundenen war wurde es.von jetzt auf gleich auch richtig kalt. Die Nacht wurde trotz Thermounterwäsche, Seideninlett, Mütze,  Handschuhen und Schlafsack zeitweise wach, zeitweise zitternd verbracht.  Es war nicht nur ein wenig kalt, es war richtig richtig @#$/^&* kalt. Naja, aber jede Nacht geht mal vorbei und morgen versuche ich meine Bekannten aus dem hikerhostel wiederzufinden.  Wir haben uns 4 Milen vor Springer Mountain das letzte mal gesehen und uns auf dem Gipfel verabredet,  allerdings vergeblich für meine Geduld.

Gelaufen: 8.8 + 2.8 At
Wetter:
Tag: bewölkt, ab mittags teilweise Sonne
Nacht: klar, ca. -3
Tierwelt: –

Hiker Hostel

Gestern ging beim Einkaufen ja nicht mehr viel. Meinen neuen Gaskocher und Abendessen habe ich aber ergattert. Das Bett im Hotel war schoen gross und da ich das Licht ausgelassen habe, konnte ich auch keine weiteren Beschwerdegruende ausmachen. Geschlafen habe ich, wie das bei Zeitverschiebungen so ist, sehr kurz aber gut. Das Fruehstueck habe ich direkt ausgelassen, da  es aus nichts weiter bestand als Saft. Im Regen ging es dafuer zum Walmart, wo ich meine Vorraete fuer die naechsten Tage gekauft habe. Ich denke ich habe genug. Mein Bearbag ist auf jeden Fall zu klein. Den sollte ich bei Gelegenheit austauschen. Aber wenn ich morgen Mittag/ Abend etwas gegessen habe, wird er schon passen. Walmart ist uebrigends wirklich gross. Allerdings befasst sich nur 1/5 der Ladenflaeche mit Essen. Ich habe mir trotzdem alles mal angesehen. Im Post Office ging meine Bouncebox fuer 12,95 $ ueber die Theke und wartet fuer mich in Franklin.
Um 14.30 wurden wir Hiker, ich habe noch 6 andere in North Springs getroffen, abgeholt. Nach einem kurzen halt am Walmart ging es auch weiter nach Dahlonega. Hier ist es super entspannt. Ledersofa, Kueche, Internet und das Beste: Fruehstueck und ein Shuttel zum Trail. Das Wetter scheint stabil und falls ihr nichts weiter hoert, melde ich mich die Tage aus Neels Gap. Dort werde ich wahrscheinlich am Montag eintrudeln.

Sandy Springs

Ich bin wirklich in Atlanta gelandet, auch wenn der Stadtteil vom Namen her anderes vermuten lässt. Nach gut 11 stunden Flug konnte ich noch 2 Stunden auf die Passkontrolle warten. Danach ging es dann mit einem Shuttel zur MARTA Station.  Von dort aus konnte ich noch die letzten Sonnenstrahlen einfangen die hier wohlige Temperaturen verbreiten. Die leute laufe so herum, wie man es sich bei dem Namen Sandy Springs vorstellt 😉
Nach einem kleinen Spaziergang konnte ich dann gegen 20uhr Ortszeit,  ich liege hier 6 Stunden zurück,  im Hotel einchecken. Also mit zwei Sterne Ramschabsteige habe ich es wohl gut getroffen. Also wenigstens mal saugen, wäre schon angebracht gewesen…
Zum REI habe ich mich danach  geschleppt und Gaskocher,  Kartusche, Mountain House und verschiedene Kleinteile die auch auf meiner Liste standen, besorgt. Danach gab es noch ein hühnchen Sandwich. Bei all you can Drink,  wie ich es heute glücklicherweise gewohnt war, schreibe ich auch den Blog. 
Aber irgendwann ist auch mal genug getrunken und ein Bett ziehe ich jetzt allem vor. 
Morgen früh geht’s dann noch zum Walmart und um 14.30 werde ich vom hikerhostel in North Springs abgeholt.