Ausrüstung – Teil 2

Nun kommt der zweite größere Beitrag zwecks Ausrüstung. Die großen und wichtigsten Gegenstände habe ich ja schon aufgezählt. Änderungen gibt es vielleicht noch im Bereich Rucksack. Der Tragekomfort des Tallon 44 könnte mich noch dazu bewegen, weitere 500g mehr zu schleppen.

Im Weiteren Verlauf erläutere ich grob die Gegenstände.

Kochen
Man benötigt nicht viel, um in der Wildnis ein Essen zuzubereiten/ Wasser zu kochen. Große Vielfalt wird es hier sowieso nicht geben, denn es gibt nur einen Topf. Der reicht für ca. 1l Wasser. Der Brennstoff ist eine Gasmischung aus Butan und Propan und wird in 250g Kartuschen transportiert. Über einen wirklich kleinen Brenner, den Optimus Cruxs mit ca.80 g, wird mit einem einfachen Feuerzeug als Zündquelle das Gas entfacht. Das war es theoretisch schon.

Doch wie bekommt man sauberes Wasser und wie transportiert man es?
Zur Wasseraufbereitung habe ich den Sawyer Squeeze Wasserfilter. Durch eine 0.10 Micron große Hohlfaser Membran wird das Wasser gepresst und somit gereinigt. Dazu gibt es noch eine Reinigungsspritze sowie verschiedene Größen an Wasserbeuteln. Das praktische an diesem Filter ist, dass er sich auf jede gewöhnliche PET Flasche schrauben lässt. So kann Schmutzwasser direkt aus Flaschen/ Beuteln gesaugt werden. Die Beutel gibt es in 1l und 2l Größen.

Als Besteck benutze ich ein Spork, eine Mischung aus Löffel und Gabel. Mit nur 10 Gramm der ideale Begleiter. Bei Bedarf hilft das normale Taschenmesser als Schneidewerkzeug aus. Das Geschirr kann später mit einem Allzweckreinigungsmittel, wie der Wilderness Wash Reiseseife von Sea to Summit, abgewaschen werden. Abgetrocknet wird mit einem Bandana.

Kleidung

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Hygiene

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Schuhe

Für die Wanderung werde ich zwei paar Schuhe mitnehmen. Meine Wanderschuhe von lowa und ein paar leichte Treter für das Lagerleben.
Da ich gerne mal umknicke nehme ich, besonders in der Anfangszeit, gerne ein paar Gramm für hohe stabile Schuhe in kauf. Viele Weitwanderer lauf in Trailrunnern. Die sehen aus wie Sportschuhe, sind so dünn wie Sportschuhe und haben aber eine stabilere Sohle (glaube ich). Nasse Füße sind da wohl garantiert. Vor allem bei den möglichen Winter- und Wegbedingungen sollte man sich im klaren sein, welches Schuhwerk man wählt. Das Gewicht ist unschlagbar, aber da muss man seinen Vorlieben vertrauen. Naja, auf jeden Fall geht auch mal ein Wandertag, egal mit welchem Schuhwerk zu ende. Um dann nicht noch den restlichen Abend in den dicken Wanderschuhen zu verbringen, habe ich noch ein paar vivobearfoot ultramen II dabei.
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Richtig geile Treter muss man einfach sagen. Super leicht und doch komfortabel. Die kann man getrost auch für ein paar Kilometer in der Stadt anziehen, ohne Probleme mit den Füßen zu bekommen. Vor allem für die durchqueren von Flüssen ein wahrer Segen. Die Form ist die eines Halbschuhs und ist mit wabenförmigen ausstanzungen versehen. So besteht eine perfekte Belüftung und das Wasser kann auch sofort abfließen.

 

Hier seht Ihr eine Auflistung aller Ausrüstungsgegenstände die ich mitnehmen werde. Die Zeit erlaubt es mir im Moment nicht, die Tabelle zu vervollständigen. Allerdings hoffe ich Ihr bekommt so schon einmal einen ersten Eindruck, was alles benötigt wird.

Hauptausrüstung Gramm Preis Preis
Rucksack Osprey Talon 44 1060
Regenhülle Sea To Summit UltraSil 85
Zelt Big Agnes Fly Creek UL1 936
Zeltunterlage Big Agnes Footprint UL1 113
Schlafsack Cumulus Quilt 450 (bis -7 ºC) 692
Inlett Quechua Seideninlett 110
Isomatte Therm a Rest NeoArir Xlite 350
Gesamt Big four + Zusatz 3346
Kleidung
1. Schicht
Lange Unterhose Marmot – Thermaclime Sport Tight
Kurze Unterhose Quechua
Kurze Unterhose Quechua
Kurze Unterhose Icebreaker – Anatomica Boxers wFly
Langes Oberteil Marmot – ThermalClime Pro LS 1/2 Zip
Langes Oberteil Icebreaker – Relay LS 1/2 Zip
T-Shirt Quechua – Helium
T-Shirt
Socken Falke – TK 2
Socken Falke – TK 2
Socken Falke – TK 2 Wool
2. Schicht
Fleece Patagonia – Piton Hybrid Jacket
Daunenjacke Patagonia – Ultralight Down Hoody
3. Schicht
Regenjacke Mountain Hardwear – Sitzmark Jacket
Regenhose Berhaus – Paclite Pant – Hardshell
Garmaschen
Mütze Arc´teryx – Fortrez Beanie
Handschuhe
Bandana
Buff
Kochen
Kocher Optimus Crux Lite 74 37
Topf Evernew Titan Non-Stick Topf 1.3 L 164 85
Spork
Light my Fire Spork 10 2,5
Messer Victorinox Economy II klassisch 60 16
Gas Kartusche NN 100/250
Feuerzeug NN ca. 25
Wasserfilter Sawyer Squeeze Wasserfilter 110
Wasserbeutel Sawyer Squeeze Wasserbeutel 2x 2l 76
769
Hygiene
Zahnbürste
Zahnpasta
Allzweckreinigungsmittel
Zeckenzange
Nagelknipser
Handtuch
Erste Hilfe Set + Zusatz
Sonnencreme
Mückenspray
Schuhwerk + Stabilisatoren
Wanderschuhe Lowa – Khumbu II GTX  ca. 1150
Campschuhe Vivobearfoot – Ultra Men II  ca. 170 90
Wanderstöcke Aldi Nord – Wanderstöcke
Sonstiges
Seil 15m + Karabiner
Packbeutel
Kamera
MP3 Player
Ersatzbatterien
AT Guide
Reisepass + sonstige Nachweise etc.
ZippOff Beutel
Kniffel oder Kartenspiel
Kindle
Steckdosenadapter

Immer diese verdammt teuren Daunenjacken

Eine gute Daunenjacke ist für die abendlichen Stunden nach dem Wandern wirklich sehr zu empfehlen. Ein geringes Gewicht, gute Isolierung und Wärmeleistung sind bei meinen Favoriten, dem „Patagonia – Ultralight Down Hoody“ und der „Mountain Hardwear – Ghost Whisperer Hooded Down Jacket“ nur zu horrenden Preisen zu erwerben. Diese beiden Teile habe ich schon ewig im Auge, konnte mich auf Grund der Preislage um 330€, aber noch nicht dazu durchringen eine zu kaufen. Für den Trail aber auf jeden Fall ein muss!

Wie so oft wird bei meinem Lieblings Onlineshop bergfreunde.de nach14a-2991000419150 Schnäppchen geschaut. Reine Routine, meist ohne großen Erfolg. Bis vor wenigen Minuten! Yeahaaa
45 % Rabatt, auf die UL Down Hoody in Größe S, konnte ich nicht wiederstehen. So schnell war ich noch nie mit „ab in den Warenkorb und bezahlen“ fertig! Also nach dem Kauf noch einmal schnell zur Produktbeschreibung geschaut um festzustellen wie viele Hoodys es in Größe S noch gibt. Macht man ja interessehalber so. Hehe, ich habe die letzte ergattert!

Also habe ich jetzt endlich den letzten Ausrüstungsgegenstand erstanden, der mir preislich wirklich Sorgen bereitet hat. Hoffentlich passt er auch!

Sonntag – 3. August

Heute ist der Tag der Rückreise. Leider ist das Wetter schlecht und ich muss meine Habseligkeiten unter dem Vordach der Sanitäranlagen in Sicherheit bringen. In voller Regenkleidung ziehe ich dann auch schnell Richtung Bahnhof los. Dort bietet sich mir während der Wartezeit noch ein amüsanter Anblick. Auf dem Parkplatz gegenüber trifft sich eine Gruppe die sich nach dem Motto Herr der Ringe verkleidet haben und wahrscheinlich zu einem Rollenspiel unterwegs sind. So mancher Ork legt dabei eine sehr überzeugende Darstellung zu Tage.
Während der Zugfahrt ändert sich dann auch zum Glück das Wetter. In Göteborg angekommen ist es schon wieder sonnig und ich mache mich auf den Weg Richtung Hafen. GE DIGITAL CAMERA

Hier bereite ich mir unter traumhafter Kulisse meine letzte Aldi-Süd China Nudelsuppe zu und verbrenne mein restliches Gas damit ich die Kartusche anständig entsorgen kann. Anschließend schlendere ich, so gut es ein Wanderrucksack zulässt, durch Göteborg. Wirklich schöne Häuser und Straßen. Irgendwann finde ich mich wieder am Ericson Terminal ein und fahre mit dem Bus Richtung Flughafen. Dort gehen die letzten Kronen für ein frisches Bier über die Theke.

GE DIGITAL CAMERALeider ist die Reise jetzt am Ende, doch ich freu mich auch wieder die Vorzüge des Alltags zu genießen. Frisches Wasser mit Kohlensäure, kaltes Essen oder ein weiches Bett. Aber bevor ich das genießen kann, muss ich in Stuttgart angekommen durch mieses Regenwetter zurück nach Hause. Gegen 24.00 Uhr bin ich dann endlich Daheim.

Die Wanderung war wirklich phantastisch. Es kommt immer anders als erwartet. Und genau das ist das schöne. Also kann ich jedem der Erfahrung im Wandern machen will, den Bohusleden empfehlen. Die Etappen sind wirklich nicht lang und man kreuzt sehr häufig die Zivilisation (Das gilt zumindest bis Kungälv). Die Natur ist wirklich wunderschön. Ich mag vor allem die vielen Felsformationen im Zusammenhang mit den Seen. So etwas findet man in Deutschland eher weniger. Das Wetter war, nun ja, zu gut. Wir hatten teilweise echt Probleme mit der Wasserversorgung, haben dann später aber immer gut geplant. Die vielen Schutzhütten bieten in regelmäßigen Abständen anständige Unterkünfte, die man sich unter Umständen vielleicht mal teilen muss. Wir allerdings haben nur sehr sehr wenige Wanderer getroffen und sowieso im Zelt geschlafen.
Schon als ich aus dem Zug am Start des Bohusleden gestiegen bin, war ich froh einen Mitwanderer gefunden zu haben. Ich bin auf jeden Fall nicht der Typ, der sich allein auf die Reise macht und dabei andauernd seinen Spaß hat. Also danke Simon, dass du den gleichen Zeitplan hattest wie ich!! Hat wirklich super gepasst mit uns und wir konnten uns gut ergänzen. Es ist vor allem motivationsmäßig ein großer Unterschied allein oder zu mehreren zu wandern. Man fühlt sich doch sicherer, kann die Schönheit der Natur miteinander teilen und sich auch mal unterhalten. Geselligkeit ist auch im Wald ganz schön und um sich Ruhe zu verschaffen gibt es ebenfalls mehr als genug Platz und Zeit.

Gewandert:

Heute ca. 2,5 km
Gesamt ca. 164,7 km

Wetter:  regen, später sonnig

Samstag – 2. August

Nach dem gestrigen Tag will ich keine größere Wanderung mehr unternehmen. Dafür ist dieser Platz zu gut. Der Bahnhof liegt nur ca. 1km entfernt. Frisches Wasser gibt es auch und die Sonne scheint wieder ununterbrochen.
Also lege ich einen Tag voller Faulenzerei ein und lese gefühlt zum dritten Mal Bill Bryson. So streicht der Tag an mir vorbei. Wie immer tummeln sich viele Badegäste am Strand und gegen Nachmittag treffen noch zwei Mädchen aus Dänemark ein, die Schweden mit dem Fahrrad unsicher machen. Für mich geht der Abend wie gewohnt mit einem Lagerfeuer zu ende. An Fotos habe ich nicht gedacht.

Gewandert:

Heute ca. 0,2 km
Gesamt ca. 160,2 km

Wetter:  sonnig