Tag 96 Big Creek Rd. – Canyon View Spring

Erstmal ausgeschlafen und gegen 6.30 ausgiebig gefrühstückt und ein paar Sachen für die Tage abgezogen. Eier, Muffin und heiße Schokolade. Wofür auch immer das letzt in der Hitze gut sein soll. Danach war ich einkaufen und habe den Blog fertig gemacht. Mit einem Sandwich für heut Abend ging es per Anhalter zurück auf den Trail. Gegen 13 Uhr war ich wieder im Wald und musste die ganze Zeit an die Bärensichtung von gestern an diesem Ort denken die mir ein anderer Hiker mitgeteilt hat. Mutter mit 2 Jungen. Aber ich blieb ohne Sichtung. Statt dessen traf ich auf einige Freiwillige die den Trail umgruben. An der Bucks Lake Rd. machte ich eine Pause und verdrückte das ganze Sandwich und dachte ich komme bis nach Belden. Als ich gerade einpacke kommen DeathWisch, FrenchPussy und Isabel an. Wir laufen zusammen und stauben uns auf dem Anstieg ordentlich zu. Bei der ersten Quelle trinken wir ausgiebig. Ich verschwinde als erster und rase den restlichen Anstieg hinauf. Die Luft brennt. Im Wald auf der schattigen Seite ist es angenehm. Ich treffe sogar auf Schnee. Der Wald ist traumhaft schön und Wiesen betten sich in die Lichtung. Zur rechten fällt es bald hinab und in der Ferne erscheint ein schneebedeckter Riese. Im Tal liegen Seen umrandet von grün und steinen. Wir laufen noch über die Ridgeline und können so in schönem Gelände ein paar Kilometer machen. Es gibt wieder viele ungefallene Bäume und uns kommen vermehrt Southbounder entgegen. Auch eine weitere Gruppe fie den Trail bearbeitet. Ich bleibe auf Smaltalk bis die anderen kommen und wir laufen gemeinsam weiter. Bei einer Pause geht es der ersten Chipspackung an den Kragen. Bis zum Campplatz sind es npch ca. 6 km. Wir werden jetzt mehr und mehr von Moskitos belagert. An einem Bach stocken wir nochmal Wasser auf. Die Sonne scheint mir entgegen während ich durch die blumigen Wälder wander. Mit toller Musik kommt das echt abgefahren gut. Aus dem Wald raus sehen wir geüne Berge die im Licht versinken und sich einer nach dem anderen verdunkeln. An einem Platz zwischen Büschen schlagen wir unsere Luftmatratzen auf den Schotter und bereiten uns für die Nacht vor. Es windet noch sehr aber das hält die Moskitos fern. Die Sonne geht langsam unter und die angrenzenden Berge verschwinden unter einem flimmernden rosa. Wir essen noch ein wenig und ich lege mich gegen 21.15 Uhr hin. Die Nacht ist angenehm und die ersten Sterne sind zu sehen. Auch viele Southbounder die den Sonnenuntergang für den langen Anstieg ausnutzen kommen noch an uns vorbei. 

Gewandert: 28,2 km

PCT insgesamt:  2057,5 km 

Tag 95 Duck Soup Pond – Big Creek Rd

Wieder um 5.30 Uhr los. Es ist noch „kühl“. 19 Grad. Ich treffe in den ersten 3 Stunden bereits zwei Hand voll Hiker. Auch den Reiter mit 2 Mustangs sehe ich endlich. Der Trail ist easy aber ab und an total zugewachsen. Die Hitzewelle ist mit Sonnenaufgang sofort am start. Es wird wieder anstrengend und schweißtreibend. Mein linker Knöchel schmerzt und mein Schienbein folgt auch bald. Ich laufe trotzdem weiter und muss über viele ungefallene Bäume klettern. Ich bin über und über mit Tannennadeln die an meinen nassen Sachen kleben. Ich laufe zum Middel Fork River hinab und treffe dabei auf eine Klapperschlange. Such ein Reh war schon sehr fotobereit an diesem Morgen. Der Aufstieg aus dem Tal ist 15 Kilometer lang. Das ist zu lang. Zum Glück gibt es zwei Mal kalte Bäche für frisches Wasser. Oben gibt es die Aussicht auf noch mehr Wald. Auch Moskitos haben heute schon ordentlich gestochen. Die letzten 10km bis zur Straße sind für meine Füße hart. Bisl wie Wackelpudding für ein paar Minuten bis man den toten Punkt überwunden hat. Danach läuft es einfach. Im Bach an der Straße sind 2 Bier. Trinke eins und warte auf die Isaraelis. Dann hitche ich nach Qunicy und verabschiede mich mit eineinhalb Sandwichtes von Subway ins Hotelzimmer. Wenn man nicht mehr läuft und Pause mache kommt die Erschöpfung schnell in die Beine. 

PS: Fotos sind alle hochgeladen. 


Gewandert: 51,7 km

PCT insgesamt:  2029,3 km 

Tag 94 Switchback Spring – Duck Soup Pond 

Bin um 5.00 aufgewacht. 5.30 gings los. Cowboycamping war sehr angenehm. Die ersten Kilometer waren ziemlich anstrengend vom Trail her. Danach entspannte sich die Lage und es ging immer 200 bis 300 Meter rauf und runter. Teilweise passierte ich noch ein paar Schneefelder. Die Aussicht auf unter mir liegende Seen war sehr schön und das einzig spektakuläre was ich heute sah. Ansonsten geht es viel durch Wald. Meine Beine stauben zu und ich treffe die Israelis mit dem Franzosen wieder. Auch Isabel die wir in der Hütte getroffen hatten habe ich nach dem Mittag eingeholt. Die Sonne ist echt heftig. Vor allem wenn man aus dem Wald in offene Geröllfelder tritt. Meine Lunge füllt sich mit Luft die heißer ist als die Körpertemperatur. Ich laufe echt langsam am Nachmittag, setzte aber einen Fuß vor den anderen. So komme ich gegen 19.00 Uhr am See an an dem ein paar Israelis schon sitzen. Muss also nicht allein campen. 

Gewandert:  48,4 km 

PCT insgesamt:  1977,6 km

Tag 93 Pass Creek – Switchback Spring

Wieder um 4 Uhr los. Ein letztes Mal zusammen mit den Downhill Bandits. Über die Betonbrücke des Pass Creeks geht es noch einige Meter über die Straße bis wir rechts in den Wald biegen. Es ist dunkel aber warm. Wir laufen auf dem Waldboden den Berg hinauf. Griz der vorne läuft tritt Äste und große Tannenzapfen vom Trail. Auch den ein oder anderen Stein erwischen wir mit den Schuhen. Das ist dann nicht mehr so angenehm. Wir queren einige Forststraßen und ein einzelnes Zelt. Auf dem Berg machen wir dann eine Pause um den Sonnenaufgang zu genießen. Es ist erst 5 Uhr. Der Wald hat sich hier oben gelichtet und wir haben einen schönen Ausblick auf die gegenüberliegenden Bergrücken. Zwischen den einzelnen Bäumen auf der Ridgeline scheint das Licht. Leider bleibt der Sonnenaufgang so wie wir ihn kennen aus. Dafür wir es immer heller und die Vögel geben ein letztes Konzert während wir unser ebenfalls letztes Gruppenfoto schießen. Gegen 5.30 geh ich dann allein los. Nach kurzer Zeit muss ich dann aber direkt anhalten und meine Schuhe leeren. Ab da läufst einfach den Berg hinab. Es geht ziemlich schnell bergab und einige scharfe  Switchbacks helfen dabei. Der Waldboden lässt gutes Tempo zu. Ohne Schwierigkeiten oder Pausen geht es direkt bis zur noch 8,4Meilen entfernten Straße. Kurz bevor ich aus dem Wald komme entdecke ich zwei weiße Kisten. Als ich dann den Trail hoch blicke sehe ich ein Reh. Es steht ganz still und ich schleiche mich langsam näher. Es bewegt sich nur zaghaft. Dann rennt es ins gebüsch als ich zu nah komme. Die 2,4 km nach Sierra City muss ich laufen. Ich gehe zuerst in die öffentlichen Toiletten und wasche meine Socken. Danach gibt’s Kaffee und beim General Store 1,6 l Erdbeereis. Als die Hälfte verschwunden ist steigt die restliche Gruppe aus einem Auto. Ich checke meine Vorräte und stocke auf. Das Wifi funktioniert hier leider nicht und ich warte auf das Post Office. Dort schicke ich dann um 10 meine Eisaxt und Mikrospikes voraus nach Etna. Meine Schuhe sind noch nicht angekommen. Ich muss also warten. Bei der örtlichen Bücherei komme ich ins internet und verfolge die Sendung. Müsste heute ankommen. Leider mit UPS und die kommen frühestens um 17.00 Uhr. Also den ganzen Tag in der Stadt gegammelt. Mit einigen Hikern gehe ich Salat unf Pommes essen da es so übel warm ist. Mit einigen Sodas vergeht der Nachmittag. Auch das Internet geht irgendwann wieder. Die restliche Gruppe ist im River Heaven abgestiegen und ich sehe sie immer mal wieder wenn sie in der Post sind oder einkaufen. Als meine Schuhe endlich kommen warte ich noch auf Chekolop. Währenddessen bricht in der nähe ein Brand aus und das ganze Dorf macht mobil. Hubschrauber und Wasserflugzeuge sind auch unterwegs. Wir bekommen eine Fahrt von einem völlih bekifften Pärchen und sind froh als wie aussteigen können. Die 5 Kilometer gehen geradewegs bergauf und die langen Switchbacks im Wald sind zum Glück gut klimatisiert. Aber wir sind nur am kraxeln. Der Mond scheint voll und hell. Als wir oben ankommen campen schon 2 Mädels unter freiem Himmel. Der Mond schlägt markante Schatten und im Tal hängt noch die Rauchwolke. Auch wir schmeißen nur unsere Matratze auf den steinigen Boden und legen uns unter den Sternenhimmel. Der Wind bläst leicht eine warme Brise. Was für ein Platz für die Nacht. Wirklich toll. 

Gewandert:  25,6 km 

PCT insgesamt: 1929,2 km

Tag 92 Peter Grubb Hut – Pass Creek 

Als wir uns vor der Hütte alle zurecht gemacht haben konntem wir uns noch köstlich über die Nacht amüsieren. Was für ein Spaß. Durch das flache Grastal ging es Richtung Felsklippen. Den Fluss im Tal querten wir über eine Schneebrücke und gleich danach stapfte ich mit meinem linken Fuß tief in eine Pfütze. Bravo 😀 noch mehr zu Lachen für uns. Wir steigen einen von insgesamt 5 der heute fälligen Hügel hinauf. Es ist immer noch alles weiß und wir schlagen uns quer Feld ein bis wir ein wenig Trail finden dem wir einfach folgen können. Trotz der frühen Morgenstunden werden wir nicht mit einem grandiosen Sonnenaufgang belohnt. Die Abstiege kürzen wir in direkter Linir durch Wälder ubd über Schneedecken ab. Der richtige Trail ist nicht zu finden oder nur erschwert zu verfolgen. Die im Tal liegenden Flüsse haben alle eine Brücke. Sehr ungewöhnlich für uns. Ich sehe seit langen wieder ein Reh. Auch ein einsames Zelt passieren wir gegen 8 Uhr morgens. Die Aufstiege führen uns immer erst durch tiefdunklen Wald. Viele Bäume sind am Boden, Bruchstücke liegen weit verteilt. Teilweise wie auf einem Schlachtfeld. Weiter oben verschwinden die Bäume und über einen Schotterpfad geh es entlang des Berges bis zum Bergrücken hinauf. Die Blumen blühen und überall fliegen kleine Tierchen umher. Auf dem dritten Hügel legen wir wieder eine Pause ein. Wir lachen immer noch über den geohrstöpselten Schnarcher. Der Anbstieg dauert dieses Mal etwas länger und wir traversieren ein wenig im Schnee. Ich nehme vor einem Abhang anlauf und springe hinein. Mit den Schuhen gleite ich wie so oft bis unten. Was für ein Spaß. Der Schnee wird langsam weniger und wir laufen über trockene Ridgeline. Die Sonne bruzelt ordentlich und wir sind froh vom Schnee runter zu sein. Durch einen Wald geht es dann wieder bergab. Ich verkünde bei einer kleinen Pause, gegen 11.30Uhr, das wir die letzten zwei Berge noch besteigen und 11 km laufen bevor wir Mittagspause machen. Das kommt nicht überall gut an. Aber ein bisschen Grenzerfahrung hilft manchmal. Ich schlage geradeaus den Wald hinauf und als ich oben auf dem Trail stehe geht Rattler nur wortlos an mir vorbei. LovelyHeart hat mich ebenfalls schon mehrfach verwunschen. Sie ist aber zu weit hinten und ich höre sie nicht. Es geht stetig bergauf und auch hier kommen wir auf dem Gipfel in den Genuss toller Aussichten. Dunkelblaue Seen eingehüllt in immergrüne Laubwälder oder eingezäunt von grauen Granitfelsen. Der Abstieg ist wieder eine Rurschpartie und ich denke schon das die Emotionen so langsam überkochen 😉 Aber alle halten brav durch und machen auch noch den letzten Anstieg über 1,8 km in praller Sonne mit. Auch mir geht jetzt die Pumpe und ich bin froh das ich durch die Buschsauna am Höhepunkt angekommen bin. Im angrenzenden Wald legen wir Mittagspause ein. In weniger als 2 Stunden haben wie gerade 11km gemacht. Von 4.30 – 12.30 haben wir insgesamt 24 km zurückgelegt. Lektion angekommen. Von nun an geht es zun Glück nur noch bergab. Seicht schlängelt sich der Pfad am Berg entlang. Viele Blumen und viel Sonne. Der Trail staub arg und bald sind die Schuhe und Beine grau. Wir kommen toll voran und machen erst an einem Fluss halt um Wasser zu tanken. Jetzt werden die Füße so langsam schwer aber bergab geht immer. Griz läuft voraus und ich lasse meine Beine einfach machen. Tolle Wälder. Im Tal bauen wir in einem kleinen Walsstück unsere Zelte auf. Der Fluss ist direkt nebenan. Vereinzelt trudeln später noch Wanderer von der Hütte ein. Morgen gehts um 4 wieder los in die Stadt. Um 10 öffnet das Post Office und vorher muss ich noch Bilder hochladen. Schuhe abholen und Eisaxt verschicken. Hoffentlich ist das Wlan gut. Anschließend gehts direkt zurück auf den Trail. Vielleicht finde ich ja schnell einen neuen Wanderpartner. Jeder der die Strecke bis hierher von der Hütte gepackt hat ist auf jeden Fall qualifiziert 😉

Gewandert:  36,7 km

PCT insgesamt: 1904,8 km