Tag 22 Wrightwood – Highway 2

Gegen 5:30 war ich schon wach. Ein richtiges Bett ist halt schon etwas feines. Gegen 6.05 bin ich dann bei The Village Grind aufgeschlagen. War der erste und holte mir ein leckeres Sandwich und einen Kaffee. Die Theorie zur Nasen-/ Kaffeeblutungsursache hatte sich nicht wirklich behauptet. Also genoss ich auch eine Tasse. Aber wirklich nur eine. Hab noch 4 Pepsi übrig. Da bekomm ich genug Koffein. Zurück im Zimmer packe ich mal alle meine Sachen. Die nächsten Tage komme ich durch Auga Dulce, Casa de Luna einer Trail Angel Hochburg wo ich auf jeden Fall über Nacht bleibe und Hikertown. Dies ist eine Ansammlung von alten ausrangierten Wohnwagen und Filmsets in denen man übernachten kann bevor es durch die Mojave Wüste geht. Dann bin ich schon über 900km auf dem weg und lande in Tehachapi. Ab dort ist der südliche Teil Kaliforniens für mich beendet und ich komme langsam in die High Sierras und den damit verbunden Sequoia National Park. 🙂 Das heißt aber auch für die nächsten 10 Tage kein Hotel mehr. Nur noch zelten und das Etappenziel vor den Augen halten. Wäsche waschen ist in Casa de Luna aber noch einmal drin. Gleich muss ich noch zur Post und mein Jetboil suchen. Hoffentlich taucht der auf. Um 11 gehts dann zurück auf den Trail und noch ca. 30 Kilometer weiter. 

Fotos uploaden funktioniert hier leider nicht. Schaut doch auf Instagram vorbei. mozart_pct 

Die Fotos sind online 🙂 

Bin jetzt auf dem Weg in die Berge

11:45 Uhr. Nachdem ich wieder am selben Platz starte wie gestern aufgehört renne ich prombt in drei weitere Schulklassen. Danach geht es aber mit ein wenig Knieschmerzen weiter. Die Wälder sind toll und bestimmt Jahrhunderte alt. Mit nur leichten Hügel kann ich mich bis zum Fuße des Mount Baden Powell und 5,8 km gut aufwärmen. Die Knie sind warm und laufen gut. Aber meine linke Schulter speiht glühende Nadeln. Echt übel. Am Gewicht liegt es allerdings nicht. Am Parkplatz trinke ich noch eine Pepsi die ich mitgebracht habe. Die zweite habe ich bereits beim start an einen älteren Hiker verschenkt der gerade angekommen war. Er war überglücklich.

Der Anstieg beginnt um 13:00 Uhr auf 2009m. In vielen Serpentinen schlängelt sich der Trail Anfangs noch recht steil dann erträglich den Berg hinauf. Die Sonne scheint und der Wind bläst. Ich habe meine Regenjacke an damit mir nicht vom Wind zu kalt wird. Es sind ca. 8 Grad. Während des Aufstieges höre ich Michael Jackson und komme so schnell auf die Spitze mit 2867m. Im oberen Teil kamen immer öfter Schneefelder zum vorschein. Teilweise lag noch über einen Meter Schnee. Gegen 14.40 und weiteren 7,6 km beginne ich über die Ridgeline zu laufen. Der Wind ist sehr hart und ich bin dankbar für die Jacke. Auch hier liegt der Trail teilweise unter Schnee. Aber dies ist kein Problem da genug Fläche für Alternativen zur Verfügung steht. Durch die sehr steinige Landschaft mit nur wenig Bewuchs geht es nach mehreren Kilometern immer weiter bergab. Der Nadelwald verdichtet sich wieder und im Abstieg verliere ich auf einem riesen Schneefeld den Trail als ich frischen Fußspuren hinterher laufe. Ich muss dann die direkte Linie bergauf wählen um zurück auf den Trail zu kommen. Nach weiteren kleinen Anstiegen geht es lange Zeit bergab. Auch hier bleibt die Landschaft sich treu bereitet mir aber tolle Ausblicke auf das bereits zurück gelegte. Im Abstieg geht es durch viel Geröll und dornige Büsche. Meine Beine sehen aus als hätte ich sie in einem Sack mit 20 Katzen gehabt die alle Boxen üben. Über das Wind Gab was den Namen wirklich verdient komme ich zur Little Jimmy Quelle. Hier fülle ich alles auf was geht. Bis zum Little Jimmy Camplatz sind es nur 300 Meter. Der Platz ist leider leer. Kein Hiker. Da hier Bären aktiv sein sollen mache ich mich notgedrungen aus dem Staub. Rattler hat heute morgen Wrightwood verlassen. Irgendwo muss der doch sein. Mit 5 Litern auf dem Rücken zählt die Zeit. Es ist bereits 5 Uhr und bis zum nächsten Spot noch über 8 km mit einem kleinen Berg der auch kurz 270 Höhenmeter fordert. Hört sich wenig an, ist aber ziemlich kraftraubend. Naja, ich also Vollgas. Ich presche die ersten 3 Kilometer bis zum Highway 2 den wir schon den ganzen Tag umtanzen und hole Rattler tatsächlich ein. Gerade als er und ein weitere Hiker, den ich schön öfter getroffen habe dessen Name mir aber nie treu bleibt, auf den Highway treten habe ich sie. Man bin ich glücklich. Heute penn ich nicht im einzelcamp. Wir machen noch eine Pause und es gibt Kekse aus der Stadt. Ich zieh mir noch ein Milkyway rein da ich heut nicht viel gegessen hab außer einem Snickers, KitKat und Chips. Gegen 17.35 brechen wir dann für den letzten Anstieg auf. Ich vornweg. Während ich ein paar Fotos schieße höre ich plötzlich meinen Namen rufen. Flying Andy sitzt mit seinem Zelt mitten im Gebüsch nur ein paar Meter neben mir. Hab ihn nicht gesehen. Er ist platt und entspannt in seinem Schlafsack. Smalltalk und weiter gehts. Es ist wirklich anstrengend mit dem extra Gewicht aber durch das Treffen bin ich voller Energie und steige einfach hinauf. Die Sonne steht schon tief als ich zum Abstieg übergehe. Alles ziemlich steinig. Eine rote mir unbekannte Pflanze finde ich am Wegesrand. Durch den Schotter geht es hinab bis zum Campingplatz nahe dem Highway 2. Tolle Bilder der anliegenden Gebiergsketten. 19:00 Uhr. Ich baue auf und fange an zu kochen. Die beiden kommen auch sofort und wir freuen uns gemeinsam über den Tag und das Wiedersehen. Wir essen gemeinsam neben unseren Zelten und genießen den Sonnenuntergang der den Himmel in rosarote Farbe taucht. Neben den Bäumen steht der Mond schon bereit. Ich freu mich risieg auf meinen Schlafsack da es trotz 6 Grad ziemlich kalt ist. Im Zelt ist es einfach so gemütlich. Mein Zuhause eben. 🙂

Gewandert: 30,4 km 

PCT gesamt: 626,4 km

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