Tag 51 – Daleville

Das Frühstück war quasi gleich und in einem Bett konnte ich mit Würfelglück trotz 8 Leuten schlafen. Allerdings war es schwierig nach dem Frühstück aufzubrechen.  Nur wenige schafften den Sprung auf anhieb. Ich verkroch mich nochmals unter die Bettdecke und der Fernseher zeigte Harry Potter Teil 4. Sehr verhängnisvoll! Bis 10.30 verging so gemütlich die Zeit bevor Buster und ich den Schritt ins Freie schafften. Allerdings nur um ins nächste Café zu gehen um noch einen Cappuccino zu trinken bevor wir die 18 Meilen laufen. Brightside und Rolling Thunder bleiben noch einen Tag wegen RT Füßen. 
Um 11.30 waren wir dann auch mal auf dem Trail und konnten direkt zum Fullhardt knob Shelter aufsteigen. Der späte Start brachte immerhin Trockenheit mit sich.  Kein Regen mehr für uns.  Der weitere Trail schlängelte sich nun in 6-7 Kilometer zwischen den Sheltern auf und ab. Sehr einfach zu gehen.  So liefen wir immer knapp 2 Stunden und pausierten gemütlich mit Cheeseman den wir eingeholt hatten. Nach ein paar Stunden flotten wanderns erreichten wir den Blue Ridge Parkway. Eine schöne breite Straße welche die Benutzer an schöne Aussichtspunkte verfrachtet. Und wir Hiker werden unser Müll an den Parkplätzen los. So ging es dann an der Straße entlang,  wieder rauf und runter.
Gegen 18 Uhr war ich dann am Shelter. Heat Pack war auch schon mit 3 anderen Hikern dort. Hot Pants hat gestern hier übernachtet und Banana Boat und Roadside sind noch weitere 7 Meilen gewandert.  Wären wir nur 1 Stunde früher los gezogen  hätten wir das auch noch entspannt machen können.  Aber so ists auch nett. Morgen komme ich hoffentlich früh aus dem Bett.  Aber es wird wieder kalt. Als wir aus Daleville raus sind waren es 45 Grad Fahrenheit. Entsprechend kühler in den Bergen. 
Wasserquelle ist direkt am Shelter! Super entspannt konnten wir so essen kochen und abwaschen. Perfekt!  Ich bin froh aus der Stadt raus zu sein!  Es ist schwierig sich von den Lastern eines Hikers los zusagen. Vor allem wenn einem noch weitere Zimmer für sie nächste Nacht angeboten werden.  Es gibt Unmengen an Essen in Reichweite. Kühlschrank und Mikrowelle.  Heißes Wasser und eine Dusche. Alles was man eigentlich nicht braucht,  aber es einem einfach macht. Das Leben hier draußen ist aber auch einfach,  allerdings muss man es wieder auf den Trail schaffen und schon nach wenigen Minuten ist man wieder froh dort zu sein. Essen auf dem Rücken,  Wasser im Bach,  Bett ebenfalls auf dem Rücken!

Gewandert: 18.9
Insgesamt: 746.3

Tag 50 – Daleville

Nach einer erholsamen Nacht in einem richtigen Bett bin ich Verhältnismäßig früh zum Frühstück gegangen.  Nichts besonderes für unsere europäischen Verhältnisse. Toast,  Waffeln und Joghurt waren schon die Höhepunkte. Gegen 10.30 sind wir dann ausgecheckt. Um den anderen noch Hallo zu sagen, bin ich noch kurz ins Howard Johnsonn gegenüber gegangen.  In einem zweizimmer Hostel saßen 7 Hiker auf Betten und Böden.  Sahen fern, tranken Bier und aßen ungesundes Zeugs!  Diesem Sog konnte ich nicht entgehen. So verbrachten wir den Tag mit Fernsehen, Bier, Gertiggerichten und nichts tun. Der Höhepunkt war um 20 Uhr Godzilla.

Gewandert: 0.0
Insgesamt: 727.8

Tag 49 – MC Afee Knob

Nach der super windigen und kalten Nacht trafen schon früh viele andere Dayhiker ein um den Sonnenaufgang zu genießen.  Nach ein paar mehr Fotos ging es dann um 7.00 los. Es war einfach zu kalt und wir mussten uns bewegen.  Hinab ging es zu einem Shelter an dem wir Brightside trafen.  Rolling Thunders Füße sind hinüber. Haben wohl schon in der Nacht geblutet. Auch sonst ist bei ihnen gestern so einiges nicht so toll gelaufen wie bei uns.  Deswegen hüllen wir uns auch in schweigen und genießen still die Eindrücke der letzten Tage. Über eine Ridgeline gelangten wir zu den Tinker Cliffs. 0.5 Meilen führt der Trail hier an Klippen mit Sicht zurück auf MC Afee Knob vorbei. Am nächsten Shelter machen wir kurz Pause.  Wir lassen es ruhig angehen,  stehen heute nur 15 Meilen in die Stadt an. Aber die nächsten 8 Meilen ziehen sich doch ein wenig. Der Wald ist hell und schön,  bietet aber keine Abwechselung.  Erst 5 Meilen vor der Stadt wir es hügeliger und mehr große Steine mit großen  Tritten folgen. Als wir dann endlich die letzten 2 Meilen bergab traben sind wir froh. Es war jetzt nicht so weit, aber die Meilen müssen trotzdem abgeschritten werden. 
In Daleville ging es direkt ins Mt. Mill Cafe. Cappuccino und gutes Wlan. Da kann man in ruhe etwas hochladen. Danach ging es ins 3 pigs BBC, oder so. Sehr gutes Essen und für Hiker gibt es einen super leckeren Bananenpudding zum Nachtisch gratis. Der anstehende resupply war nicht so fröhlich geprägt.  Wieder ein vollet Rucksack.  Aber dieses Mal war ich glaube ich wirklich sparsam. Vielleicht ein wenig zu viel schokoriegel 😉
Der nachste Resupply steht in 4-5 Tagen an.
Die Nacht verbringen ca. 11 Freunde von mir in einem Hotelzimmer.  Ich habe nach dem Einkauf leider den Anschluss verpasst und weiß nicht welches Zimmer.  Aber auf dem Weg zum Hotel treffe ich noch einen anderen Hiker der ein Hotelzimmer teilen will. Ich checke also ein während er einkaufen geht. Seinen Namen muss ich später nochmal erfragen.  Ist aber schon ein paar Tage her, dass ich ihn gesehen habe. Ich habe den Schlüssel einfach für den nächsten Hiker der rein kommt und fragt hinterlassen.  Die Dame guckte zwar ein wenig komisch , aber ich meinte nur typisch Hiker.

Unter Tag 45 sind einige Fotos der letzten Tage hochgeladen. 🙂
Gewandert: 16.1
Insgesamt: 727.8
Wetter: sonnig

Tag 48 – Pickle Branch Shelter

Hot Pants, Buster und ich sind heute überhaupt nicht aus dem Quark gekommen. Es war wirklich kalt und so haben wir noch lange am Feuer gestanden bevor wir unseren großen Tag der Höhepunkte beginnen.
image

Am Feuer umgezogen und gefrühstückt,  Check. Alle anderen waren schon weg. Zum Cove Mountain ging es gemächlich hinauf.  Schöne Serpentinen gemischt mit einer Menge Wind.  Nachdem die Serpentinen abgearbeitet waren war uns warm und wir verabschiedeten uns von ein paar Kleidungsschichten.
image

Großer Fehler!  😀 auf dem kommenden Meilen der Ridge war es steinig, windig wie sau.
image

Aber wir konnten durch kniehohes Laub laufen. Ab und zu musste man auch ein wenig klettern. Am Dragon Thooth haben wir uns dann erstmal ausgetobt. Viele Fotos geschossen und geklettert.image

image

  Auf dem Weg waren mega tolle Ausblicke in ein riesiges Tal möglich.
image

image

Der Abstieg erwies sich als schwierig. Teilweise handbreite Tritte führten uns mit einer Menge Akrobatik über 1 Meile hinab. Das würde ich nicht mit meinen Kindern machen! Mit Rucksäcken ist es aber nochmals spannender. 
Immerhin konnten wir vom Tal aus zu einer Tankstelle laufen und uns mit Pizza, zwei Cheeseburger und Sodas beglücken.  Herrlich was Tankstellen für Hiker bedeuten können.
Weiter ging es seicht am Fluss entlang, über grüne Wiesen und Felder.
image

image

Danach ein wenig Ridgewalking. Beim Abstieg zur VA311/ Parkplatz zum MC Afee Knob meinte ich beim Anblick der vielen Autos vielleicht gibt’s hier ja Trail Magic. Und gerade als wir ankommen laden zwei Ex Hiker eine große Kühlbox ab. Soda, Kuchen und Früchte. So kann man die letzten Meilen zum Gipfel angehen.
image

  Am Shelter laden wir nochmals alle Wasser. Es zieht sich ewig und die extra Pfunde liegen schwer auf dem Rücken.  Aber gegen 17.30 erreichen wir einen der meist geknipsten Spots vom AT. Und das nicht zu Unrecht! Super Aussicht, toller Sonnenuntergang!  Nach einer Fotoorgie kochen wir und bereiten unser Nachtlager vor. Es weht ein sehr sehr kräftiger Wind. Aber da wir morgen den Sonnenaufgang genießen wollen steht für die Nacht Cowboycamping an. Einfach unter freiem Himmel.  Neben Büschen machen wir es uns bequem.
image

  Der Mond scheint hell und die Sterne funkeln. Mein Ausblick aus meinem Schlafsack!
image

  Aber es ist arsch kalt. Der Wind bläst mir in der Nacht alles was auf dem Boden liegt ins Gesicht.  Es stürmt quasi. Ich schlafe nicht viel. Verfroren steigen wir um 5.30 aus dem Schlafsack und frieren uns alles mögliche ab. Aber unter wolkenlosen Himmel erleben wir unser rotes Wunder!
image

image

image

image

image

image

image
image

image

image

image

image

image

PS: Sind in Daleville > 700 Meilen
Gewandert: 17.3
Insgesamt: 711.7

Tag 47 – War Spur Shelter

Nachdem ich die Nacht allein im Shelter verbrachte,  sind Dizzy und Goose schon früh aus ihren Hängematten geschlüpft. Mir war es aber zu kalt. Erst gegen 7.45 bin ich dann aufgebrochen.  Von meiner Shelterbesetzung sah ich keinen mehr.
Die Sonne schien aber es war noch kühl.  Durch das mit Büsche gespickte Gelände sprang mit hoch gestreckten weißen Hinterteil ein Reh in riesigen, anmutigen Bögen aus meinem Sichtfeld.  Dann ging der Anstieg los. Steil, steinig, mich zur Wut bringend.  1700 Fuß. Wenigstes war nach der Hälfte der Weg nicht mehr so steinig und ausgesetzt.  Auf der Ridge ging es gut voran. Am Kelly Knob konnte ich ein paar schöne Ausblicke erhaschen indem ich auf riesige Felsen sprang.  Unter mir 6 Meter Spalten. 
Der Weg zum Laurel Creek Shelter war ok. Meine Kumpels waren aber schon ausgeflogen. 
Die kommenden grünen Wiesen brachten eine schöne Abwechselung.  Über eine überflutete Wiese durch einen gebrochenen Bieberdamm ging es hinauf zur Keffer Oak, über 300 Jahre alt und mit einem Umfang von 18′. Hübsches großes Teil.
image

image

Aber nach einem Tal geht es wieder auf eine Ridge. Dieses Mal nur 1000 Fuß.  Aber steil wie sonst nichts. Ich bin hoch gekrochen,  die Sonne bruzelte mich dabei mit Vergnügen.  Oben angekommen ging es 4 Meilen über sie Ridge. Hier traf ich dann auch Chesseman wieder. Ließ ihn aber nach einem Schwätzchen hinter mir um zu Fresh Ground zu puschen. Über große Steinplatten ging es voran. Riesige, dunkel bewaldete Täler wanden sich zu beiden Seiten Kilometer weit entlang.  Von der linken Seite rollten schwarze Wolken heran und leerten sich nur zaghaft über mir. Der Abstieg zu FG kam mir ewig vor. Und nach 40 Minuten dachte ich, so lange brauche ich eigentlich nicht für 1,5 Meilen. Dann sah ich schon das Shelter.  Kein FG! Im Logbuch stand, dass er 1,5 Meilen weiter ist, vielleicht. 
Er war es nicht!  Bevor ich am Gap angekommen bin, wurde ich fast noch vom Wind verweht!  Es kam plötzlich ein Orkan auf. Ich dachte,  heilige .. so etwas hatte ich noch nicht erlebt. Ich hielt mich an einem Baum fest. Der Baum vor mit verlor seine Rinde,  die durch sie Luft wirbelte.  Dann sah ich meinen Baum an, an dem ich Schutz suchte.  Ein winziger, poröser kleiner etwas. In einer ruhigen Sekunden bin ich dann gerannt. 
Da FG nicht da war, habe ich um 15.15 erst einmal mittag gemacht.  Danach ging es auf den Brush Mountain zum Audie Murphy Monument.  Wieder 1600 hinauf, Sonne brennt. Der Weg schlingelt sich langsam über ausgetrocknete Nadel hinauf. Heftig.
Kurz vor dem Gipfel treffe ich unerwartet auf Hot Pants. Auf der Bank auf der Ridge sitzen wir dann zusammen und machen Pause mit Buster, Dizzy und Ayce. Dann ging es langsam wieder hinuter. Ewig. Ich war schon platt, die Füße fühlten sich noch gut an. Aber man, das war Arbeit.  Einfach erledigen und nicht dran denken.  Nach 4 Meilen,  die Trail und landschaftlich toll waren,  kam dann endlich die ersehnte Straße.  Von hier gings nur noch 1.3 Meilen bergauf.  Kleinigkeit. Um zum Pickle Branch Shelter zu kommen musste ich noch .3 Meilen über Wiesen laufen und vertrieb noch ein Reh. Am Shelter traf ich dann endlich auf Brightside und Rolling Thunder. Wir sind wieder zusammen unterwegs.  Das war gegen 19.15. Gut platt aber höchst zufrieden über die letzten Tage gibt Abendessen und Wein von Dizzy den er für FG mitgeschleppt hat. Morgen dann Dragon Tooth und MC Affee Knob.

Gewandert: 29.0
Insgesamt: 695.4