Tag 32 – Vanderventer Shelter

Es regnet in strömen als ich aufwache.  Aber ich kann mich nicht aufraffen wie die anderen um um 6 zu starten. Ich komm erst gegen 8 los.
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In kurzer Hose und Regenjacke geht es los.
Rauf und runter,  ziemlich gnädiges Gelände. Aber der Regen wird immer schlimmer. Es bilden sich Bäche auf dem Trail. Donner und Blitz begleiten mich und das nicht in Form von Rentieren. Es ist ungemütlich über die Ridges zu laufen, inmitten von Wolken,  Sichtweite unter 10 Metern und über einem grollt es wie verrückt. Die Blitze machen sich immerhin über den Tag verteilt rar. Nach ein paar Stunden sind meine Schuhe,  zum ersten Mal, durchnässt.  Das schmatzen meiner triefenden Socken höre ich auch bei prasselnden Regen. Aber man kann nichts dran ändern. 

Bis auf die Haut durchnässt läuft man halt weiter. Es hilft nichts außer Bewegung. Also kann man auch ruhig durch Knöchelhohe Pfützen und angestaute Rinnsale laufen. Lange Pausen in den anzutreffenden Sheltern sind nicht drin. Man fängt an zu frieren.  Außerdem ist es schlimm  aus einem trockenen Unterschlupf in das raue Wetter zu gehen. Als ich dann noch eine große Wiese über Hügel queren muss, kann ich nur noch meine Beine in die Hand nehmen und hoffen, dass es nicht wieder anfängt zu donnern. Immerhin konnte ich danach noch eine Soda aus einem Eisenkäfig befreien. Unter blitzendem Himmel stand ich im Regen, Klitsch nass im Wald.  Aber mit Soda!  🙂
Nach ca. 14 Meilen mache ich dann Mittagspause. Klitsch nass muss ich danach noch weitere 8+ Meilen wandern. Zum Glück hört der Regen nach einer Weile ein wenig auf. Gegen 16 Uhr treffe ich Brightside und Rolling Thunder. Sie sitzen am Feuer am Shelter, allerdings an einem Shelter welches als ausrangiert aufgelistet ist. Das wussten sie leider nicht,  bis ich es ihnen gesagt habe. Jedenfalls habe ich dort noch ein wenig abgehangen und ein paar Sachen getrocknet. Gegen 17.30 ging es dann zum richtigen Shelter. Der Regen hatte wieder eingesetzt.  Ich brauchte einige Meter um wieder warm zu werden.  Die wasserquelle war schon wieder erbarmungslos für müde Hiker. .2 Meilen sen Berg hinab. Wir waren nur zu dritt im Shelter und so war die Nacht ganz angenehm.  Denn die Luft war recht warm. Also alle nassen Klamotten iegendwo im Shelter über Balken gehangen und nach einer Menge an warmen Essen ab ins Bett.
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Gewandert: 22.7
Insgesamt: 458.9
Wetter: Starker Regen, Donner& Blitz, Abends annähernd trocken

Tag 31- Dennis Cove Road

Nachdem Katzenjammer gestern,  bin ich irgendwann los. Viele von meinen täglichen Wanderbegleitern legten lieber einen Zero ein. Nur Brightside, Rolling Thunder und Banana Boot machten sich auf den Weg. Es sollte Unwetter geben, aber der Himmel sah einigermaßen gut aus, wieso also warten. Mir taten allerdings schon nach wenigen Metern die Füße weh. Der Trail war aber super zu laufen.
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Gleich nach wenigen Metern gab es einen großen Wasserfall. Der Weg hinunter war allerdings sehr steinig.
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  Danach ging es am Fluss entlang, bis ein großer Berg zu bezwingen war. Hier traf ich auf Ozzie. Beim Abstieg konnte man nun ab und zu auf den Stausee sehen.
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  Den musste ich heute noch teilweise umwandern um noch einen Berg zum Shelter aufzusteigen. Der Abstieg war, bis auf die schmerzenden Füße gemütlich. Am See gabs dann mit Ozzie Mittag.  Schön am Sandstrand und am Picknicktisch.
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Für einen kurze Zeit ist uns dann noch ein fremder Hund hinterher gelaufen. Leicht bergab/ bergauf ging es dann am grünen See entlang.  Das Shelter im angrenzenden Wald war auf Grund von Bärenaktivität geschlossen.  Aber da wollte ich sowieso nicht nächtigen.  Weiter ging es über den Damm.  Die Steine dafür haben sie direkt von den Bergen nebenan abgetragen.image

  Die Straße zum Trail hinauf war hingegen zum seichten Geplänkel davor, „atemberaubend“.
Der restliche Teil führte durch netten Wald,  von dem ich jetzt schon ziemlich viel gesehen habe. An der darauf folgenden Straße treffe ich auch Ozzie wieder.  Er wartet auf ein  Shuttel. Ich muss jetzt noch 5 Meilen oder so  den Berg hinauf.  Allerdings bin ich platt.  Die Füße schmerzen.  Nach einem knackigen Serpentinenlauf geht es langsam über Ridges entlang. Die sind manchmal blöd.  Es geht immer rauf und runter. Man weiß nicht wie lange noch und nach jedem Hügel kommt hundert prozentig ein größerer zum Vorschein! Wenn einem dann noch die Füße schmerzen,  man an der 30 km Marke kratzt, darf man auch mal kurz genervt sein. Jedenfalls treffe ich aud dem letzten und damit natürlich größtem Hügel auf Brightside die Wasser holen will. Ich lass meine Klamotten am Wegesrand und folge ihr. Die Wasserquelle ist, um es einfach auszudrücken,  eine Qual!  .3 Meilen steil den Berg hinunter! Wenigstens kann ich mich mit wem unterhalten. Nach 30 Minuten steh ich keuchend wieder oben.
Am Shelter bau ich mein Zelt auf und fange nebenher an zu kochen. Gegen 21.00 fängt dann auch der Regen an. Da liege ich aber schon 2 Stunden im Bett. Denn morgen liegen über 22 Meilen vor uns.

Gewandert: 17.9
Insgesamt: 436.2
Wetter: ab und an ein paar Tropfen, trocken und schwül

Tag 30 – Mountaineer Shelter

Heute ging es nach Hampton, oder besser gesagt zum Hostel welches uns dorthin befördern sollte. Das Wetter war top und der Weg nicht allzu lang. Als ich aufgestanden bin war auf jeden Fall das halbe Shelter schon unterwegs. Die morgendliche Kälte war allerdings noch allgegenwärtig! Aber wer sich bewegt, dem wird auch nicht kalt.
Der Trail schlängelt sich entspannt an den Bergflanken entlang. Dichte Rohodendrenbüsche schmücken rechts und links den Weg. Nach einem kleinen Abstieg kommen wir auf eine große Wiese die einem größeren Fluss folgt.  So vergeht der Tag recht ereignislos und ich bin fixiert,  dass Hostel zu erreichen. Da verliert man schnell den Blick für so manche Sachen die um einen herum passieren. 
Außerdem bin ich gerade in Damaskus und habe meine Reiseführer nicht bei der Hand.
Das Hostel erreichte ich auf jeden Fall am frühen Nachmittag. Für eine Spende von 5 Dollar gibt’s einen Platz im Bunkroom, warme Dusche und die Möglichkeit seine Wäsche zu waschen.  Den Namen vom Hostel habe ich gerade nicht parat,  aber diejenigen die dort genächtigt haben wissen gleich von welchem ich spreche.
Der obere Bunkroom beherbergte wie der restliche Teil zwei Katzen.  So roch es dort auch.
Gegen Abend haben uns die zwei TrailMagic Leute von gestern ein Osteressen bereitet. Ham, Bohnen, süße Kartoffeln.  Das war echt lecker.  Vor allem die grünen Bohnen.  Mit Käse überbacken und knusprigen Zwiebeln gespickt. Nachdem wir uns alle einen Teller gegönnt haben,  waren wir trotz der Dankbarkeit noch hungrig.  Zum Glück hat uns der Besitzer dann noch in die Stadt gefahren. Den Chef vom Supermarkt hat er kurz zuvor noch angerufen damit er an Ostersonntag kurz für uns öffnet 🙂
Nachdem wir voll bepackt zurück kamen, spielten wir unser am Nachmittag angefangenes Monopolyspiel weiter.  Das zog sich dann noch weit in die „Hikernacht“ hinein. Gegen 22.30 standen dann die Pleitegeier und neuen Millionäre fest. Aber gut mit Essen eingedeckt kann ein Hiker auch mal einen drauf machen.
Irgendwann kam dann ein Mitwanderer und berichtete,  dass eine der Katzen in seinen Schlafsack gekrochen und ihre Blase im gleichen entleert habe! Heilige Scheisse!!!! Wenn es etwas gibt was man nicht gebrauchen kann, dann das! Zum Glück gabs die Waschmaschine. Wäre das meinen Daunenschlafsack passiert,  ich möchte mir nicht ausmalen was ich hätte tun sollen. Das Hostel war wirklich urig,  aber Katzen in Schlafräumen gehen gar nicht,  wenn sie so ungezogen umherurinieren. Ich habe die Nacht auf jeden Fall auf meiner Zeltunterlage geschlafen,  die Matratzen schienen nicht gesundheitsfördernd zu sein. Am nächsten Morgen hätte ich mich auch fast übergeben,  es fehlte nicht viel!!, als eine Katze ihr Geschäft irgendwo im Zimmer verrichtete. Ich habe schnell alles unverpackt in meinen Rucksack gestopft und bin würgend auf die Terrasse geflohen. 

Gewandert: 16.1
Insgesamt: 418.5
Wetter: sonnig

Tag 29 – Overmountain Shelter

Die alte Scheune musste sich heute Nacht warm anziehen.  Wir waren vielleicht 30 Leute. Abends war es noch gemütlich, doch als wir uns zur Nacht gebettet hatten, fing der Sturm an. Die Böen zogen unerbittlich durch das Dachgeschoss. Man merkte wie sich die Holzkonstruktion bei jedem neuen Stoß bewegen.  So wiegten wir in den Schlaf. 
Der Morgen war kalt. Der wind pfiff und nur langsam wagte man sich aus dem Schlafsack. Es war wirklich ungemütlich!  Aber es hilft ja nichts. Fröstelnd zog ich meine kalten Klamotten an, die über Nacht trocknen sollten. Es half nur Bewegung. Mit eingemumten Gesicht ging es gegen 8.40 in den Sturm.  Von 4654 Fuß ging es jetzt über Wiese weiter hinauf. Die Wolken ließen keine Sicht.  Auf 5459, dem little Hump Mountain forderte der Wind so manchen Ausfallschritt von mir. Man schwangte wie ein Betrunkener den Berg hinauf.  Ohne Deckung. Das Gras war vereist, zeitweise peitschte Schnee in mein Gesicht.  Ich glaube mein linkes Augelied schien kurz gefroren. Aber es war auch irgendwie cool. Doch wenn es wirklich angefangen hätte zu Hageln oder Schneetreiben einsetzt, wäre man doch in Bedrängnis gekommen. Denn der Hump Mountain war mit 5587 nicht gerade zimperlich mit uns. Gut zwei Stunden ging das so bis wir nach dem Gipfel langsam abstiegen. Als dann die Bäume erreicht wurden  war die Kälte auch dahin. 5.4 Meilen ging es bergab. Über viele Steine, durch kleine Seen auf dem Trail. Aber die Sonne kam jetzt raus.
Kurz vor der US 19 konnte ich noch eine Schlange ablichten als ich aus dem Busch kam.
An der Straße machten wir dann gemütlich Mittag. Nach einiger Zeit hielt ein großer Van an und zwei ehemalige Hiker sponsorten uns frische Bananen und Äpfel.  HotPants brachten sie sogar zum Supermarkt und zurück weil er vorgestern das Hostel und somit den Resupply verpasst hatte.
Von dort ging es nur noch auf leichte Berge. Wir nähern uns Hampton und der Trail ist nun wirklich leicht. Wie Wellen gehen wir durch die Laubwalder und über Wiesen.
Schon gegen 16.15 erreichen wir das Mountaineer Shelter. Am Wasserfall holen wir Wasser und machen es uns am Feuer gemütlich. Hier scheint keine Sonne mehr, sodass es schnell kalt wird.
Die Grenze zu Tennessee haben wir übrigens beim großen Abstieg überschritten.  Alles in allem ein guter Tag!

Gewandert: 19.9
Insgesamt: 402.6
Wetter: Morgens stürmisch und kalt. Ab mittags Sonne und mild

Tag 28 – Clyde Smith Shelter

Trockenheit begrüßt uns im morgen. Da heute nachmittag wieder schlechtes Wetter aufziehen soll, steht das gesamte Shelter gemeinschaftliche um 7 auf. Während das Treiben die morgendlichen Vogellaute durchbricht,  bleibe ich noch liege  und lese ein weiteres Kapitel von das Washington Dekret. Gegen 8 bin ich dann aber auch schon auf dem Weg. Leicht geht es bergauf,  bis sich nach kurzer Zeit ein kleiner Aussichtspunkt bietet. Der folgende Abstieg bringt uns zum Ausgangspunkt des heutigen Brocken. Vom Hughes Gap geht es 2000 Fuß hinauf.  Es zieht sich. Die Sonne scheint zwar, aber der Wind bläst in starken Böen über die Bergkante. Viele Steine und dichte kleine Bäume umzingeln uns im oberen Teil.  Weiter unten konnten wir noch in Serpentinen aufsteigen.  Hier oben liegen nun viele Äste auf dem Weg. Der Wind drückt mich zur Seite.  Sehnsüchtig erwarten wir den Ash Gap Campsite der uns auf die letzten 900 Fuß schickt. Als wir ihn erreichen können wir entspannt ein paar Meter auf flachen Gelände treten.  Doch kurz danach geht es schon in dichten, dunklen Wald.  Viele steile Passagen über Steine weichen jetzt einem seichteren Weg,  der aber trotzdem an den Kräften zehrt.  Oben angekommen erreichen wir den Toll House Gap auf 6212 Fuß.  Nur wenige Meter entfernt,  0.7 Meilen, führt ein kleiner Pfad in ein undurchsichtig,  schwarzen Dickicht.  Das höchste Shelter auf dem AT ruft zur Mittagspause. Allerdings wird es auf Grund des Windes aber schnell kalt und ich bin noch schneller wieder auf dem Trail. Es geht ein wenig Berg ab. Plötzlich rutsche ich fast auf einer beständigen Eisplatte aus. Aber alles gut, aber damit hatte ich nicht mehr gerechnet.  Die Wälder sind schön und die Wege gut angelegt. Meist läuft man auf Schotter.  Den unten erwartet uns das nächste Gap und viele Autos. Es geht auf den Jane Bald der große baumlose Hügel preis gibt. Die Aussicht auf den zurückliegenden Berg enthüllt  kräftig,  dunkelgrüne Bäume.  Der Weg führt weiter über den Bergrücken. Viele Tageswanderer kreuzen nun unseren Weg. Kurz vor der Abzweigung zum Grassy Ridge Bald donnert es und ich lasse den Aussichtspunkt aus.  Durch viel Matsch und Wasser welches über den Weg schwemmt geht es durch zerstörte Bäume hinab zum Stan Murray Shelter. Ab und zu erwischen mich ein paar Tropfen.  Aber bis zum Overmountain Shelter, welches eine alte Scheune ist und großartige Sonnenaufgänge bieten soll, ist es nicht mehr weit. Gegen 15.30 sind wir am Ziel. Gemütlich kann jetzt gekocht werden,  ein Platz auf dem Dachboden hergerichtet und Frisbee mit Houdini gespielt werden. Jetzt ist es 18.12 und ich habe mal die Zeit für mich,  die ich sonst mit lebenserhaltenen Maßnahmen ausfüllen muss.
Allerdings zieht es hier wie Hechtsuppe.

Gewandert: 15.5
Insgesamt: 384.6
Wetter: sehr windig, bewölkt