Tag 19 – Cosby Knob Shelter

Die Nacht war wieder unruhig.  Dafür haben wir uns gestern Abend noch gut unterhalten.  Die Plane war wieder lose und es wehte ein kräftiger Wind.  Um 6 sind die drei Jungs aufgestanden,  haben nochmals Feuer gemacht und sind dann gegen 6.45 losgezogen. AirStrike, Ashley und ich sind noch liegen geblieben.  Schließlich haben wir heute nicht viel vor. Zum Hostel sind es nur 10.7 Meilen.
Nachdem ich um 8 gestartet bin ging es kurz bergab. 
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Es liegen viele kleine Steine auf dem Weg und zum warm werden ist das schlecht. Doch schon nach 0.8 Meilen kann ich endlich wieder einen Berg besteigen.  Mensch, das wurd auch mal wieder Zeit! Zum Mt. Cammerer zieht sich ein langer Aufstieg über eigentlich angenehme Pfade an der Bergflanke. Allerdings bin ich noch ein wenig verschlafen und nicht hundert Prozent fit, fange also in der Sonne an zu pausieren.  Als ich aber oben stehe, kann ich wieder ab oder einen Aussichtsturm besteigen. Das wären dann nochmal 1.2 Meilen extra. Aber dafür bin ich ja hier. Es geht durch dichte Büsche. Auf dem Boden genug Matsch für eine ganze Schweinefarm. Aber nach und nach arbeite ich mich zum schönen sechseckigen Holzturm vor. Eine tolle Aussicht bietet sich mir. Die abflachende Seite der Appalachen kann man jetzt viel deutlicher erkennen. Der Blick geht auf Grund der schlechten Sicht im flachen Land leider nicht so weit.  Dafür kann ich aber die hinter mir gelassenen Berge beobachten.
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Viele Vögel zwitschern jetzt auch. Mehr als am Anfang meiner Reise.  Eichhörnchen sehe ich auch quasi jeden Tag. Allerdings habe ich noch keinen Bären gesehen und die Smokys haben mich was die Tierwelt angeht nicht enttäuscht.  Also gebe ich den letzten Meilen eine Chance und laufe wieder zurück. 
Vom Mt. Cammerer gehts jetzt wirklich nur noch bergab.  Auf 7 Meilen bis zum Pigeon River kann ich meine Bremsen lösen und rase hinunter.  Durch grüne Tunnel,  offene Laubwälder oder Nadelwald. Auf jeden fall sind viele Stufen dabei.  Auch Wasser, was gefühlt jede 20 Meter aus dem Berg sickert, verwandelt den Weg manchmal in einen Fluß. 
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Ich achte da inzwischen nicht mehr auf die Etikette und lasse meine Schuhe im Wasser verschwinden.  Der Dreck spritzt nur so herum.  Nicht nur durch meine Schuhe, sondern auch durch meine Stöcke die immer mal wieder undefiniert durch die Luft fegen und mit dem feuchten Mist an meinen Waden landen. Da aber die Sonne scheint, kann man all das Zeugs nach einem Wandertag problemlos  von den Beinen rubbeln. 
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Gegen 11.40 erreiche ich Grenze und verlasse den Great Smoky Mountains National Park gut verschwitzt und klitsch nass. ( geschuldet der Sonne und dem ganzen Stress mit dem laufen. Ich habe nicht in den Pfützen geplanscht!)
Nach einem kleinen Hügel und vielen umgestürzten Bäumen die ich überklettern muss, erreiche ich den Pigeon River.
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Es geht durch Nadelwald und die Hitze steht auf dem Weg. Als ich den Abstieg am Fluss entlang hinter mir gelassen habe, wechsel ich auf Asphalt und schreite über eine Brücke um mich der I-40 Unterführung zu nähern. Die Sonne brennt.
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  Nach der Unterführung geht es endlos eine Schotterstraße hinauf bis irgendwann die Standing  Bear Farm auftaucht. Von Lumpy werde ich empfangen.  Er sitzt draußen, Latzhose, TShirt, Mütze, großer Bart und Zigarillos rauchend führt er mich herum. Alles ist selbst gebaut,  recht nett und rustikal. Von Lumpy habe ich schon vor einigen Meilen gehört. Er soll angeblich als Hiker vor 4 Jahren hier eingekehrt und nie wieder gegangen  sein. Ohne Bezahlung natürlich.
Dann war ich erstmal duschen und habe mir im kleinen Selbstbedienungsladen, übrigens sehr cool, eine fette Pizza surpreme und eine Soda gegönnt.  Was Fertigpizza angeht muss ich sagen, dass die Amis es recht gut raus haben. Dieses mal hab ich die Pizza auch sofort verputzt. 
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Letztes mal im Top of Georgia habe ich etwas länger gebraucht und hatte danach ein Nickerchen nötig.  Jetzt sitze ich in der Küche und schreibe Block, womit wir am Ende des Tages angelangt wären. Ich werd mir jetzt noch ein paar Bier gönnen und morgen meinen Vorrat für die letzten zwei Tage nach Hot Springs auffrischen. Dann werde ich nach 15 & 18 Meilentagen, mich wohlig im warmen Wasser entspannend,  in Hot Springs wiederfinden und auf Lonestar warten. 
Ich habe meinen Rücken begutachten lassen. Sieht nicht „so“ schlimm aus.  Nur leicht entzündet und wenig rot um das gelbe Zentrum herum.
Erweiterung zum Nachmittag:
Da ich schon gegen 12.40 im Hostel eingelaufen bin,  habe ich den halben Tag ohne Blog verbracht. Was mir noch so am Tag passiert ist sieht wie folgt aus. In der Küche hocken und essen. Mal am Lagerfeuer sitzen und Musik hören.  Danach gehe ich wieder in die Futterkammer und gönne mir ein BBC Steak Sandwich, zwei große Schokokekse mit Füllung und ein Pfund Kartoffelbrei zum Abendessen. Dazwischen habe ich noch ein paar Kleidungsstücke mit der Hand auf einem Waschbrett geschrubbt.  Wie in alten Zeiten.
Ich habe auch erfahren das Fresh Ground 20 Meilen südwärts sein Lager aufgeschlagen hat und werde morgen dahin preschen. 🙂 Am Freitag soll es dann Schnee geben.
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Gewandert: 10.7 + 1.2
Insgesamt: 241.3 + 10
Wetter: sonnig und windig

Kurz etwas zu den Meilenangaben. Die extra Meilen entstehen durch Wege, die vom Trail aus gemacht werden, wie z.B. zu Aussichtspunkten, Wasserquellen oder Sheltern. Am Tag sind das durchschnittlich vielleicht 0.5 Meilen. Ich trags aber nur ein, wenn es etwas größere Strecken sind.

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