Tag 36 – Fox Creek

Der Tag verstrich wie jeder andere.bei Fresh Ground. Die Masse von Hikern die gestern alle den Marathon bestritten haben verlassen das Lager in den Morgenstunden.  Einer brach die Wanderung gestern ab und wurde von FG nach Marion gefahren. Das war wirklich traurig anzusehen.  Aber der Trail ist nichts für jedermann.
Nach einem reichhaltigen Frühstück leerte sich das Lager bis wir nur noch zu viert in der Sonne entspannen. Doch auch die drei ziehen nach einem kräftigen Mittagessen weiter und ich lege einen Zero ein. Den ganzen Tag warten wir auf weitere Wanderer.  Nebenher bekocht mich FG bis zum geht nicht mehr. Nach reichlich Nudeln mit Käse gibt’s nebenher wieder Wein. 
Während ich in der Nachmittagszeit im Stuhl sitze,  lese und das Camp besetzte wandert FG ein wenig.  Als er zurück kommt liegt mein Becher auf dem Boden,  mein Kindle auf meinem Schoß und mein Kopf liegt schräg nach hinten gelegt in der Sonne. Richtig schön weg genickt. So verbringen wir den Tag mit lesen und essen. Zwischenzeitlich kommt noch ein Tageswanderer vorbei,  der auf dem Trail und an den Sheltern arbeitet. Auch mit ihm schwatzen wir eine lange Zeit.  Abends taucht dann überraschend dripple G auf. Der wurde schon vermisst.  Er wurde krank und hat einen Zero im Wald  abseits des Trails eingelegt. War aber nichts schlimmes und FG füllt auch ihn bis oben hin mit Essen ab.
Abends sitzen gemeinsam beim Lagerfeuer, trinken Wein, essen Smoöres und schnattern bis 22.30! Es war wirklich ein cooler Tag. Hier geht es nicht nur um Essen, sondern um gute Gesellschaft und ein stetig wiederkehrenden Anlaufpunkt.
Als ich dann im Zelt saß,  meine Füße aus dem Zelt gestreckt um den Dreck abzuwischen konnte ich kaum atmen! Mein Bauch war so voll. So was hab ich noch nicht erlebt. 😀

Gewandert: 0
Insgesamt: 510.2

Tag 35 – Lost Mountain Shelter

Wie bereits angekündigt ging es ziemlich früh los. Im Licht der Kopflampen ging es dann auf den Trail. Ich bin um 5.50 los. Es war mein erster „Nighthike“.
Eigentlich ist es nicht viel anders als tagsüber.  Man sieht halt nicht viel.  Aber angst hatte ich zum Glück nicht. So ging es durch Rhododendrongebüsch durch kleine kalte Täler. War man daraus, war es schön warm.  Dann kam der erste große Berg. Es war schon hell, als ich mich hinauf quälte. Ich hätte am liebsten meinen Essensbeutel ausgeleert! Mein Hüftgurt ist zu groß und das Gewicht liegt somit größtenteils auf meinen Schultern. Ich habe dann aber lieber meine Regenjacke zwischen den Gurt und meinen Bauch geklemmt. Oben angekommen ging es dann über windige Wiesen. Am Horizont nichts außer schwarzen Wolken und die Umrisse von den anliegenden Bergrücken. Es zieht sich hinauf. Schon gegen 9 denke ich an ein warmen Schlafsack.  Nach einem kleinen Abgang ging es wieder hinauf zum zweiten Berg des Tages. Mount Rogers? Hier fing es auch wieder an. Schwarze Wolken gesichtet, 5 Minuten später brach die Hölle über mich! Peitschender Wind brachte die Bäume zum ächzen. Regentropfen schossen wie Schüsse vom Himmel.  So ging es hinauf bis zum erste Shelter des Tages.  Dort erwarten mich auch die ersten Ponys des Tages. Im Shelter mache ich es mir für ca. 1,5 Stunden gemütlich und warte das schlimmste ab. Gegen 13 Uhr geht’s dann weiter. Die Landschaft ist jetzt wirklich schön. Wie in Herr der Ringe. Viel Wiese,  kleine Bäume hier und da und noch mehr Steine überall.  Es geht nun trocken hinunter ins Tal. Über tausende von Steine. Immer wieder trifft man auch auf Ponys.  Nachdem das nächste Shelter erreicht gegen 14.50 ist, ist die allgegenwärtige Müdigkeit überwunden.  Als Kiwi dann aber meint, dass es nun nur noch 7.8 Meilen bis Fresh Grounds Leap Frog Cafe sind, bricht mein Körper ein wenig in sich zusammen.  Aber was solls. Die Kraft habe ich noch.  Kurz nachdem ich los bin fängt es wieder an zu regnen.  Teilweise ist der Trail wieder unter Wasser oder Matsch begraben. Man springt als mehr von Stein zu Stein als zu laufen. 😉
Die nächsten 5 Meilen gehen stetig hinauf. Erst über offene Bergrücke, dann durch grünen Wald. Beim Abstieg merke ich jetzt zum ersten Mal meine Füße richtig!  Es fühlt sich an wie riesige Blasen.. aber nachdem das letzte Shelter 1,5 Meilen vor FG erreicht ist, jogge ich den Rest mehr als ich laufe. Aber es ist nochmals gefühlt eine Ewigkeit.  Man sieht so viel in so kurzer Zeit. Man denkt immer wieder,  ich habe jetzt schon wieder 20 Serpentinen hinter mir, bin drei Hügel rauf und runter und immer noch nichts in Sicht? ! Dabei ist man gerade mal 5 Minuten unterwegs. Aber für eine Meile brauche ich heute nur etwas weniger als 20 Minuten.  Aber lange zwanzig Minuten.
Gegen 17.05 laufe ich dann bei FG ein. Nur Sonic und Sparkle sitzen von unserem Shelter schon hier. Doch nach und nach trudeln bis 21 Uhr alle ein. Es gibt Hotdogs, Nudeln mit Käse und Butter. Am Lagerfeuer vernichten, ich kanns nicht anders sagen,  noch einen Becher Wein aus einem Plastiksack und essen was der Magen gerade noch aushält. Dann verzieh ich mich aber schnell im meinen Schlafsack.

Gewandert: 25.3
Insgesamt: 510.2

Tag 34 – Damaskus

Am Morgen musste viel erledigt werden.  Einen Waschautomat gibt’s hier nicht mehr.  Also auf dem Weg zum Frühstück bei Mojos die Wäsche bei Crazy Larrys abgegeben.  Nach zwei Tellern mit PanCakes, Rührei und Speck alle Klamotten im The Place zusammen gepackt. Ich habe wieder zu viel Essen dabei. 😦
Als ich gegen 11 die Wäsche abgeholt habe, rufe ich noch beim Post Office in Erwin an. Aber sie finden mein Paket nicht.  Also zum PO in Damaskus und sort nachgefragt. Die haben es dann per Trackingnummer in Erwin geortet.  Also nochmals angerufen und das Paket nach Marion schicken lassen. Wieder im The Place war ein Gater von mir unauffindbar.  Also wieder zum Outdoorladen und ein paar neue gekauft. Dann konnte ich in meine immer noch nassen Schuhe anziehen und gegen 13.15 los. Die Sonne schien prächtig,  es waren aber Gewitter angesagt. Es ging direkt einen Berg hinauf und ich wäre fast auf eine Schlange getreten.  Es war wirklich anstrengend. Es war schwül und wenig Wind wehte.
Nach dem Anstieg ging es am CreeperTrail, einem Fahrradweg, an der Bergflanke entlang. Einfach zu bewältigen. Kurz vor dem ersten Shelter ging es allerdings nochmals steil bergauf.  Oben angekommen habe ich pausiert und mein letztes Bier aus Damaskus getrunken und auf Freeball gewartet. Es war ca. 4 als wir dann zum nächsten Shelter aufgebrochen sind um näher an FreshGround zu kommen. Der Weg war nun meist bergab. Aber weitere 8 Meilen machen sich nicht von selbst. Mein Rucksack ist viel zu schwer! Ich muss mich beim shoppen echt mal besser zusammereißen und besser planen. Es gibt so viele Möglichkeiten zwischenzeitlich an Essen zu kommen.
Ca. 1 Meile vor dem letzten Shelter kam dann die Wand aus Regen auf mich zugeschossen. Innerhalb vom 20 Sekunden war ich komplett durchnässt! So bin ich dann triefend den letzten Berg hoch. Das Shelter war komplett voll. Allerdings ist ein Pärchen noch ins Zelt umgezogen, da der gemeinsame Plan entstand morgen um 5.15 aufzustehen und mehr als 25 Meilen zu FreshGround zu wandern. Kurz bevor es dunkel war lag ich dann im Schlafsack.  Eng an eng!Ich hasse das wirklich,  wenn man sich dreht und immer wieder gegen wen anderes stößt. Naja, nach mir kamen dann noch Freeball und Neon Mountain an. Neon hat dann quer im Eingang gelegen. 

Gewandert: 15.6
Insgesamt: 484.9
Wetter: sonnig,  Gewitter am Abend

Tag 33 – Abingdon Shelter

Heute: Damaskus! Nur noch 10 Meilen trennen mich von der nächsten Stadt. Also früh aufstehen und ab in die immer noch nassen Klamotten.  Es gibt wirklich nicht viel was ein mehr frösteln lässt als nasse, kalte Socken in nassen Schuhen.  😉
Aber egal, iat ja nicht mehr weit. Gegen 6.45 ging los.
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Wieder einmal gemütlich an den Bergflanken entlang.  Kleine auf und Abstiege.  In den Tälern rings rum liegen die Wolken noch tief. Hier oben allerdings ist es trocken.  Nach ca. 6.5 Meilen erreiche ich die Grenze zu Virginia! Jetzt werde ich lange Zeit kein weiteren Staat mehr sehen. Ca. 1/4 des Trails führt durch diesen Staat.
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Immer weiter bergab führt mich der Weg nach Damaskus. Angekommen gegen 9.40 gehts durch das so oft gezeigte Holzschild.
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Für heute Nacht habe ich mich im The Place einquartiert. Danach ging es zum zweiten Frühstück ins Mojo’s. Nur zu empfehlen dieser Laden. Gemütliche Sitzgelegenheiten und tolle Pancakes sowie endlos Kaffee und freies WLan von Subway nebenan. Mal schauen was heut noch so geht. Beiträge vervollständigen und  noch mehr essen.
Nach einem all you can eat pizza Buffet war ich noch schnell einkaufen. Danach haben sich wahrscheinlich alle Hiker in Damaskus bei Woodchucks getroffen und gegrillt. Ich hab bis auf ein paar Früchte aber nichts mehr essen können.
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PS: Alles Gute zum Geburtstag an den leider verhinderten Wanderpartner!
Gewandert: 10.4
Insgesamt: 469.3
Wetter: bewölkt

Tag 32 – Vanderventer Shelter

Es regnet in strömen als ich aufwache.  Aber ich kann mich nicht aufraffen wie die anderen um um 6 zu starten. Ich komm erst gegen 8 los.
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In kurzer Hose und Regenjacke geht es los.
Rauf und runter,  ziemlich gnädiges Gelände. Aber der Regen wird immer schlimmer. Es bilden sich Bäche auf dem Trail. Donner und Blitz begleiten mich und das nicht in Form von Rentieren. Es ist ungemütlich über die Ridges zu laufen, inmitten von Wolken,  Sichtweite unter 10 Metern und über einem grollt es wie verrückt. Die Blitze machen sich immerhin über den Tag verteilt rar. Nach ein paar Stunden sind meine Schuhe,  zum ersten Mal, durchnässt.  Das schmatzen meiner triefenden Socken höre ich auch bei prasselnden Regen. Aber man kann nichts dran ändern. 

Bis auf die Haut durchnässt läuft man halt weiter. Es hilft nichts außer Bewegung. Also kann man auch ruhig durch Knöchelhohe Pfützen und angestaute Rinnsale laufen. Lange Pausen in den anzutreffenden Sheltern sind nicht drin. Man fängt an zu frieren.  Außerdem ist es schlimm  aus einem trockenen Unterschlupf in das raue Wetter zu gehen. Als ich dann noch eine große Wiese über Hügel queren muss, kann ich nur noch meine Beine in die Hand nehmen und hoffen, dass es nicht wieder anfängt zu donnern. Immerhin konnte ich danach noch eine Soda aus einem Eisenkäfig befreien. Unter blitzendem Himmel stand ich im Regen, Klitsch nass im Wald.  Aber mit Soda!  🙂
Nach ca. 14 Meilen mache ich dann Mittagspause. Klitsch nass muss ich danach noch weitere 8+ Meilen wandern. Zum Glück hört der Regen nach einer Weile ein wenig auf. Gegen 16 Uhr treffe ich Brightside und Rolling Thunder. Sie sitzen am Feuer am Shelter, allerdings an einem Shelter welches als ausrangiert aufgelistet ist. Das wussten sie leider nicht,  bis ich es ihnen gesagt habe. Jedenfalls habe ich dort noch ein wenig abgehangen und ein paar Sachen getrocknet. Gegen 17.30 ging es dann zum richtigen Shelter. Der Regen hatte wieder eingesetzt.  Ich brauchte einige Meter um wieder warm zu werden.  Die wasserquelle war schon wieder erbarmungslos für müde Hiker. .2 Meilen sen Berg hinab. Wir waren nur zu dritt im Shelter und so war die Nacht ganz angenehm.  Denn die Luft war recht warm. Also alle nassen Klamotten iegendwo im Shelter über Balken gehangen und nach einer Menge an warmen Essen ab ins Bett.
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Gewandert: 22.7
Insgesamt: 458.9
Wetter: Starker Regen, Donner& Blitz, Abends annähernd trocken