Tag 17 – Silers Bald Shelter

Nachdem es den ganzen Abend geregnet hatte,  flatterte die Plane die unsere Front abdeckte unaufhörlich.  Bei jedem größeren Schlag schreckte ich auf. Gegen 8.15 bin ich dann aus dem Schlafsack gekrochen.  Draußen war es nass aber freundlich.  Also kurze Hose und leichtes Fleece. 
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Die Sonne kam raus, doch auf den Schattenseiten war es noch sehr frisch.  Zum nächst gelegenen Shelter war es nicht weit, doch wieder sah ich ein Reh nicht weit vom Trail grasen. 
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Es war wirklich sehr entspannt und verzog sich nur langsam in den Wald zurück.  Danach begann der Aufstieg zum Clingmans Dome. Es war recht anstrengend durch die in den Nadelwäldern ausgespülten Rinnsale aufzusteigen. Große Stufen und viele Steine verbrauchten viel Kraft.
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Kurz vor dem erhofften „Gipfelerfolg“ lag dann auch noch Schnee am auf den benachbarten Wiesen. Die Aussicht vom eigentlichen Dome fand ich jetzt nicht viel besser als die normalen Spots. Man konnte den Damm sehen, dass war immerhin super. 360º Sicht gabs trotzdem bei Sonne und Wind.
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  Nach der hellen Seite des Berges,  ging es nun auf die dunkle!  Durch tiefen, dichten und dunklen Nadelwald ging es hinunter.  An den Rändern des ausgespülten Weges lagen viele tote Bäume die, wie vieles hier, mit dichtem Moos bewachsen sind. An besonders schattigen Stellen konnte man auch auf großen Eisplatten hinunter rutschen. 
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So ging es dann für 8 Meilen durch den Wald.  Ich hab viele Leute getroffen und war so eigentlich nicht oft einsam unterwegs. Am Newfound Gap kam dann die Ausmaße „naturbegeisterter“ Großstädtler zum Vorschein. Sehr sureal,  aus dem Wald zu stoßen und auf 200 Autos zu stoßen. Dort legte ich auch meine Mittagspause ein und wurde von vielen beeugt. Aber ich hab ein Müsliriegel geschenkt bekommen und viele waren über die kreuzenden Hiker sehr begeistert. 
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Der letzte Anstieg zum Icewater Spring Shelter war dann auch schnell erledigt,  da der Weg von den Besuchermassen gut ausgetreten war. Am Shelter habe ich dann auch wieder Freunde aus dem Hilton getroffen, die einen Tag vor mir gestartet waren. Mit traumhafter Aussicht und warmer Sonne geht hier ein weiterer Tag zu ende. Das Shelter ist voll, ich hoffe ich finde meinen schlaf um in 2 Tagen in der standing bear Farm einzulaufen. Das sind noch gut 30 Meilen.
Blöder weise ist mir an einem Erläuterungsschild ein großes Missgeschick passiert. 
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Ich hatte mir ein paar Schokoriegel reingezogen und es fing leicht an zu regnen. Meine Ausrüstung hatte ich auf dem Steinfundament des Schildes gelegt. Als ich den Regenschutz über den Rucksack gezogen und mich aufrichten wollte stieß ich mit dem Rücken in dir Metallkante. Ohh scheisse tat das weh.  Man sollte meinen hier draußen holt man sich was anderes als unnötige Verletzung.  Ich konnte mir die gute Schramme noch nicht anschauen,  aber ich merks beim laufen. Mal schauen ob es bis Hot Springs wieder gut ist.
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Gewandert: 15
Insgesamt: 210.3 + 8.8
Wetter: sonnig, leichter Wind

Tag 16 – Spence Field Shelter

Die Nacht war eigentlich ganz angenehm.  Ich gewöhne mich langsam an die Nächte im Shelter.
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Eine Nacht durch geschlafen habe ich allerdings noch nicht. Ohrstöpsel helfen da Wunder. Aber nachdem ich einen im Hilton verloren habe, muss ich die Smokys ohne überstehen. Gerade prasselt der Regen aufs Blechdach. Das ist aber besser als schnarchen.
Gegen 7.30 sind alle aus den Betten gehüpft, ich allerdings habe mich umgedreht um noch ein wenig zu dösen.  Wieso nicht, ist ja schließlich auch ein wenig Urlaub.
Außerdem stand mit 13.8 Meilen nicht ganz so viel auf dem Programm wie sonst.  Nach zwei PopTarts ging es dann schnell los.
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Dirk habe ich auf dem ersten Anstieg zur Rocky Top Aussicht eingeholt und oben auf ihn gewartet. 
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Man konnte wieder zu unserem morgigen Ziel dem Clingmans Dome sehen. Zu einer Seite flachten sich die Berge ab und ich glaube wir haben uns an den Rand der Appalachen gearbeitet. Den Fontana Dam konnte ich auch endlich wieder erblicken. Jedenfalls gab es bei Sonnenschein eine Fotoserie.
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Weiter ging es über den  Bergrücken, hier Ridge genannt,  zum Thunderhead Mountain. Die Wege verlaufen in ausgetretenen Pfaden inmitten von Wiesen.  Um uns herum stehen vereinzelt graue Bäume,  hier und da ein Busch.  Zeitweise denke ich, dass ich durch einen angelegten Park laufe. Die An und Abstiege sind heute härter als gestern.  Große ausgewaschene Flussbette führen uns über große Stufen. Für die ersten 6.3 Meilen zum Derrick Knob Shelter brauche ich
4 Stunden! Ziehen wir 1 Stunde Pause und Fotoshooting ab, ist das immer noch langsam. Dort gibt es wieder Wraps mit Chiliwurst und Tunfisch. Ich treffe auch LonerBoner, einen alten Mann der gerade seinen dritten AT geht. Denn er hatte 2 2.000Miler Abzeichen auf seinem Hemd.  Den Rest des Tages ging es hoch und runter.  Teilweise musste ich richtig steile Passagen abarbeiten und das ging wieder auf die Knie. Allerdings geht es mir diesbezüglich langsam besser. Irgendwann hörte ich auf meiner rechten Seite ein lautes Geräusch. Das musste ein großes Tier sein. Ich schaute nach rechts und sah erst nichts, bis ein langer Kopf mit roten Kinnsack zum Vorschein kam. Mein erster Truthahn! Die Entfernung war leider zu groß für ein Foto,  aber die Dinger sind ja riesige Tiere!! 😀 Ganz oft sehe ich auch Rebhühner aus dem Dickicht flattern.  Erst hört man das knacken und rascheln von Laub und Ästen, was auf ein Tier mir 4 Pfoten schließen lässt, doch dann beginnen sie zu flattern und suchen das Weite. Das ist dann auch der Moment,  indem man beruhigt ist nichts größeres aufgeschreckt zu haben.
Nach vielen Pausen am Wegesrand, unzähligen Schokoriegeln fing es langsam an zu tröpfeln. Da ich auf dem letzten Anstieg war, gab ich nochmals Gas und war vor dem großen Schauer im Shelter Silers Bald. Ich wollte eigentlich noch 1.7 Meilen weiter,  aber bei dem Regen macht man es sich doch bei Gelegenheit sofort gemütlich.  Eine Ramen Nudelsuppe und viel Trailmix. Danach den Schlafplatz hergerichtet und im Schlafsack sitztend den Blog schreiben. 
Vielleicht trifft heute noch Lonestar ein. Den hab ich seit meinem letzten zero nicht mehr gesehen und wir wollten zusammen die Smokys abschreiten. Eigentlich kann er gut Meilen reißen,  sodass ich hoffe er schlägt noch auf. Jetzt esse ich nochmal etwas und hänge mein Essen an die Bärkabel die ein schnelles aufhängen ermöglichen. Dann gibts noch ein wenig Dan Brown als Hörbuch.
Ich hätte nicht gedacht, dass der Tag so anstrengend wird und bin froh nicht weitere Meilen im Regen laufen zu müssen.  Das Gelände war wirklich hartnäckig,  wenn es mal in An-Abstiege ging. Jetzt ist es gerade mal 19.00, sollte also genug Schlaf drin sein um morgen den höchsten Punkt auf dem AT zu erklimmen. Clingmans Dome mit 6655 Fuß auf Meile 199.6 😉
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Gewandert: 12.1
Insgesamt: 194.8 + 8.8
Wetter: bewölkt,  sonnig,  regen

Tag 15 – Fontana Dam Shelter

Nachdem ich die letzten Tage damit verbracht habe, mich mit über 20 HotDogs, mehr als 10 PanCakes, Kiloweise Fries und Getränken vollzustopfen. Geht es heute ziemlich früh aus den Betten.  Aber kein Problem,  Kaffee gabs bei FG auch schon ab 6.30. Also Sachen aus dem Shelter getragen, um den Rest der Meute nicht zu wecken und dem Sonnenaufgang zugeschaut.  Gegen 8.20 bin ich dann los. Mit 7 Kilo Futter für die nächsten 8 Tage. Jetzt wo ich das schreibe hoffe ich, dass ich alles esse obwohl wir bestimmt weniger Tage brauchen.
Das Wetter sollte gut werden,  aber vom Damm aus waren die anliegenden Smokys in dichtes weiß gekleidet.  Um dorthin zu gelangen,  musste ich den Damm überqueren.  Allerdings musste dazu ein Bauzaun überwunden werden.  Denn die ersten 30 Meter waren Baustelle. 
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Danach folgte unter bedeckten Himmel der Weg über Asphalt zum Eingang der Smokys, andem man auch seine Permit einwerfen musste.
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  Der folgende Anstieg führte in mir nicht zu hochstimmung. Es war frisch, der Rucksack unmenschlichen schwer,  ich hatte eine 48h Fressorgie hinter mir und wollte einfach chilln und essen.
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Aber wie das so ist, weiß man das es besser wird. Also bin ich in die Wolken gestiegen um nach 2000 Fuß wieder daraus aufzutauchen.
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Die Sonne kam raus und vertrieb langsam den dichten Bausch aus den Bäumen.
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Auf einem Feuerturm konnte ich dann einen 360º Blick bis zum Clingmans Dome genießen.  Allerdings war es mir doch ein wenig hoch.
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Den weiteren Tag verbrachte ich im Sonnenschein und auf schönen flachen Wegen. Ab und zu kam mal ein kleiner Hügel,  aber nichts was mich groß erschüttert hätte.  Aber es war wieder heiß. Dafür liefen mir zwei prachtvolle Rehe über den Weg, die unbekümmert grasten und dann im Dickicht verschwanden.
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Am Mollies Ridge Shelter machte ich dann Mittagspause mit Wraps mit Chiliwurst und Mayonnaise.  Danach ging es weiter zum Russell Field Shelter an dem ich einen Apfel bekam. Von dort waren es nochmal  gute 60 Minuten bis zum finalen Shelter an dem ich gegen 16.30 ankam. Mich erwart bereits Dirk aus Deutschland,  mit dem ich erstmal ein Schwätzchen halte,  bevor der Rucksack abgenommen wird. Er hat ein Visum für ein Jahr bekommen!
Danach gibts Essen und Helene Fischer aus seinem Handy!  Dabei bin ich 6000 Meilen gereist um dies am Arsch der Welt zu Gehör zu bekommen 😉
Lonestar wollte auch noch vorbeikommen.  Er startete gegen 9.30 am Damm und wollte mich einholen. Bis jetzt ist er noch nicht aufgetaucht. Eigentlich habe ich keinen gesehen,  der vom Fontana Hilton gestartet ist.
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Gewandert: 16.8
Insgesamt: 182.7 + 8.8
Wetter: anfangs bewölkt,  dann sonnig

Tag 14 – Fontana Dam Shelter

Nachdem ich den letzten Zero hochgeladen hatte, ging es wieder zurück zum Hilton. Fresh Ground war immer noch da und drückte mir bei Ankunft direkt zwei weitere HotDogs in die Hand. Den weiteren Nachmittag verbrachte ich damit noch mehr HotDogs zu vertilgen und nach dem Höhepunkt, Spagetti Bolo in den Schlafsack zu kriechen um ab und zu ein leises jammern von mir zu geben. Ich hab gerade noch die zwei Meter in den Schlafsack geschafft,  denn fresh ground hatte den Topf in den Shelter geholt. Ich konnte nichts mehr. Vollgestopft bis oben hin 🙂
Den restlichen Abend hat uns Caraoke dann noch Gruselgeschichten erzählt. Wie im Ferienlager 😉
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Gewandert: 0.0
Insgesamt: 165.9 +8.8
Wetter: regnerisch

Tag 13 – Fontana Dam Shelter

Heute ist der Zero. Also bleibe ich erstmal liegen, während die anderen das Shelter in einen tobensen Ameisenhaufen verwandeln.
Also der Duft nach Kaffee und Pfannkuchen zu mir weht, bin ich allerdings schnell in der Warteschlange.  Trailmagic mit Mittag/ Abendessen und Frühstück! Stellt euch das mal vor. FreshGround campt dort mit Tarp und voller Ausrüstung und verpflegt eine Meute die mehr verspeist als alles andere was ich kenne. Die Pfannkuchen sind der hammer! Mit Bananen und Nüssen gefüllt,  verziert mit Butter und einer Menge an Sirup!  Für vegetarische Wanderer gibt’s extra Wünsche erfüllt. Das Wetter ist leider gekippt.  Es gibt wieder ein paar Tage Regen. Aber das juckt hier keinen mehr. Regenjacke an und los geht’s.  Ein Großteil ist nach dem Frühstück auch schon in die Smokys aufgebrochen, aber ca. 8 verbringen den Tag noch am Shelter, sodass ich meinen Rucksack ruhigen Gewissens auch dort lassen konnte während ich wieder ins Village gefahren bin.  Hier gibt’s Strom, gratis Kaffee und W-lan. So hab ich auch die letzten 3 Stunden verbracht. 
Also wird heute nichts mehr getan.

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Gewandert: 0
Insgesamt: 165.9 + 8.8
Wetter: starker Regen, ca.10ºC