Tag 12 – Brown Fork Gap Shelter

Die Nacht habe ich kaum geschlafen.  Das Shelter war mit 6 Personen voll belegt und es gibt immer wen, der mit seinem Schlafsack raschelt,  schnarcht etc. Die ersten sind schon gegen 6.00 aufgestanden und aufgebrochen.  Der Rest ist dann gegen 8 auch unterwegs gewesen.  Zum Fontana Hilton, übrigens ein normales Shelter aber mit Dusche, WC und Mülleimern, waren es nur 12.8 Meilen. Das Gelände war gnädig und der Himmel mit Wolken behangen. Erst am Cable Gap Shelter,  ca. der Hälfte, habe ich eine kurze Pause eingelegt.  Alles kein Stress.
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  Doch dann gings wieder bergauf um die ersten Blicke auf den Fontana Damm zu erhaschen.  Doch wie das so ist  wenn man etwas sieht oder hört.  Es sind noch Meilen und Stunden bis zum erhoffen Ziel. Eigentlich ziemlich ernüchternd, Hügel nach Hügel zu erklimmen,  sich dann vom Damm zu entfernen um in einem weiten Bogen über viele Serpentinen wieder 1000 Fuß abzusteigen. Das hat die Knie wiedermal nicht erfreut.  Nach gefühlt einer Ewigkeit bergab kam ich dann am frühen Nachmittag 1 Meile vor dem Shelter an der NC 28 an. Von dort hatte der Rest schon ein Shuttle organisiert und ich musste nur noch 5 min warten. Wie fuhren ins Fontana Village.  Dort gibt es eine Wäscherei,  eine kleine Einkaufsmöglichkeit, Tankstelle und ein Postoffice. Nicht zu vergessen,  das Resorthotel. Kurz die Vorräte für unsere 6-7 Tage Tour aufgestockt und wieder zur Straße bringen lassen. Nach einer Meile erwartet uns das Hilton. Trohnend über dem Wasser mit TrailMagic. Es gibt frische HotDogs, ich hatte 8 oder 9, Bürgerbrötchen mit Tomaten/Fleischsauce. Rund 25 Leute erfreuten sich so den restlichen Nachmittag damit sich gnadenlos den Bauch voll zuschlagen.  Herrlich. Am Abend gab es dann noch einen Film, Dumm und Dümmer, auf dem Laptop bevor alle im Shelter oder Zelt verschwanden. Während des Films kam auch noch ein Ehepaar vorbei und sponsorte jeweils einen Karton Soda und Bier.  Die Menschen rund um den Trail sind wirklich sehr erfüllt,  den Wanderern etwas zurück zu geben, was ihnen der Trail gegeben hat.
Morgen ist dann auch der Zero geplant,  nichts tun und endlich die letzten Tage Blog schreiben nachholen. Dazu war ich einfach immer zu erschöpft oder musste gerade viel essen 😉
Es war auf jeden Fall großartig in so einer großen Gruppe der Völlerei zu verfallen und den ,Nachmittag/ Abend zu verbringen. Ich habe bis jetzt noch keinen getroffen,  der mir wirklich unsympathisch war. Selbst wenn, legt man ein paar Meilen drauf,  oder quartiert sich irgendwo ein.
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Gewandert: 12.8
Insgesamt: 165.9
Wetter: bewölkt, ca. 13-16 ºC

Tag 12 – A. Rufus Morgan Shelter

Nachdem im Lager schon früh Aufbruchstimmung herrschte, haben wir uns dem angeschlot. Denn heute gibt es Frühstück im Nantahala Outdoor Center. Nach nur einer Mile erreichten wir gegen 10 das NOC. Nach einem Besuch im Outdoorladen ging es ins Restaurant.  Nach einem Dorito und einem Bier, es ist schließlich St. Patricks Day, brechen wir gegen 12.00 auf. Die Sonne ist inzwischen schon wieder unerbittlich.  Das blöde ist, wir dürfen direkt von 1750 auf 5062 Fuß aufsteigen.  7.9 Meilen Aufstieg.  Es sind ca. 28 ºC
Zuerst wieder trockenes laub und unerträgliche Hitze.  Am Anfang dachte ich, das wird so nichts heute. Aber irgendwann findet man sich damit ab und freut sich wieder einen kleinen Hügel erklommen zu haben, um dann festzustellen,  dass dahinter noch ein größerer liegt.  Das wiederholt sich hier ständig.  Also mach Laubwald, kamen wir auf der anderen Seite des Berges in einen  grünen Tunnel.  Hier war dann auch endlich die Quelle. Beide  eingezeichneten Wasserquellen davor konnten wir nicht finden und ich war schon 2 Milen ohne unterwegs.  Sehr erlösend. Doch dann ging es richtig los. Keine Serpentinen mehr sondern direkt bergauf.  Das war wirklich steil, 45Grad, vielleicht?! Ab und zu ein Blick zurück ins Tal und das NOC bevor der Cheoah Bald erreicht wurde.
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Am Shelter davor,  dem Sassafras Gap Shelter habe ich noch allein die Mittagspause verbracht,  da Casper, Indiana und Lonestar zurück gefallen sind. Lonestar trifft heute seine Frau und verbringt den nächsten Tag auch noch mit ihr. In Fontana wollen wir dann wieder zusammen kommen und in die Smokys aufbrechen.
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Also gehts für mich im Affenzahn noch zum nächsten Shelter um einen ganzen Zero im Fontana Hilton einzulegen.  Das sind leider noch 9 Meilen und der Tag war schon recht heftig.  Es folgt ein langer Abstieg mit vielen Serpentinen und ab und an ein knackiger kleiner Aufstieg.  Unterwegs treffe ich noch auf Lonestars Frau die ihm entgegen läuft.  Am Stecoah Gap filter ich noch mein Wasser was ich am Locust Cove Gap aufgeladen habe und hole meine Stirnlampe hervor. Es wird langsam dunkler.  Ich bin gut gebrezelt und der letzte Abstieg über 5 Meilen hat sein übriges getan.  Zumindest verdunkeln jetzt auch Wolken ab und an die Sonne.  Das ist gut,  denn meine Lippen lösen sich schon unter Blasen auf. Ich hab zwar einen Sonnenschutzstift für die Lippen benutzt, aber man läuft hier ständig über 1000 Meter über NN und das lässt einem die Sonne nicht ohne weiteres durchgehen.
Gegen 18.20 mache ich mich auf die letzten 2.5 Meilen zum Brown Fork Gap Shelter.  BeCare und Biscuit die ich im Abstieg überholt habe, kommen auch gerade noch rein, verbringen die Nacht aber im Hostel.
Schön an der Bergflanke entlang kann ich die ersten Höhenmeter schnell hinter mich bringen.  Schön geschwungen geht es dann weiter bis ein brutaler Anstieg, gefühlt senkrecht, in den Himmel führt. Steiler habe ich noch nichts erlebt, was als Weg durch geht. Das Stück war zum Glück schnell vorbei und ich konnte mich über leichte Steigungen zum Shelter arbeiten.  Das Shelter lag schon im dunkeln und ich sah kein Licht aus der Ferne.  Ich dachte schon, die Nacht allein verbringen zu müssen,  doch 5 Leute von denen ich schon einige kannte, waren dort. Schnell Essen gekocht und gegen 20.00 Uhr ab ins Shelter gelegt.  Ich war platt!  Die Hitze war schlimmer als gestern, die Berge steiler, die Abstiege länger.  Immerhin kann ich morgen in ruhe in Fontana einlaufen.
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Gelaufen: 15.2
Insgesamt: 153.1 + 8.8
Wetter: kaiserlich, 28-30ºC

Tag 11 – Wayah Bald

Nach der kurzen Nacht empfing uns die Sonne mit einem tollen Aufgang.  Leider war ich ein wenig zu spät um den Anfang zu erleben.image

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Das Feuer brannte noch und so gab es dort die Reste von gestern. Die Aussicht auf Franklin und die umliegenden Berge war gigantisch.
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Des Weiteren habe ich schon lange nicht mehr so viele Sterne gesehen. Das war super.
Gegen 9.30, ziemlich früh für meine Verhältnisse,  bin ich dann schon mal los und hab die anderen hinter mir gelassen. Die Sonne brannte wieder und nach einem schweißtreibenden Anstieg erreichten wir  Cooper Ridge Bald auf 5080 Fuß mit super weitsicht in die anliegenden Täler.  Das gleiche gabs dann auch
1.2 Milen weiter auf dem Rocky Bald. Von dort ging es 1200 Fuß bergab zum Tellico Gap. Schrecklich.  Die trockenen Blätter machen die Wege richtig rutschig und mein linkes Knie schmerzt anhaltend. Das dauert bis ich das loswerde. Am Gap genieße ich noch eine Soda  die ich mit Eis in meiner Tasse transportiert habe. Kalt ist sie nicht mehr, aber warm zum Glück auch nicht.
Der nächste Berg gibt nochmals Ausblicke von einem Observation Tower auf dem Wesser Bald. 360º!
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Aber die Sonne brennt weiterhin ohne Gnade und es ist gerade so möglich 2 Milen in der Stunde zu laufen. Ein wenig weiter den Berg hinunter fülle ich nochmals Wasser auf und warte am Wesser Bald Shelter auf meine Nachfolger.  Es ist schon 5 und wir machen uns noch auf den Weg zum Rufus Morgan Shelter um morgen im NOC zu frühstücken.  Der Abstieg ist die Hölle.  Nach einem langen Tag werden die Füße und der Geist müde.  Vom Tower war das ein Abstieg von ca. 2200 Fuß. Am Anfangs durch schmale verwachsene Pfade, um dann über große Felsen zu klettern um Hüfthohe Sprünge zu überwinden.  Ea war wirklich steil und erschöpfend.  Ab und an wurde man mit einer Sicht belohnt bevor man wieder in dichten Wald verschwand. Am Ende ging es zum Glück an den Bergflanken entlang und es ging nur noch darum vor der Dunkelheit am Shelter anzukommen.  Nach 5 Milen schmerzenden Abstiegs kamen wir dann am erlösenden Platz an. Indiana hat Feuer gemacht während wir unsere Zelte aufbauten.  In der Dunkelheit saßen wir dann daran und haben uns das Abendessen zubereitet während in den restlichen Zelten schon Ruhe herrschte.  Im Bett waren wir dann gegen 21.00. Eigentlich nicht schlecht.
Die Sonne macht es echt schwer die Berge zu bezwingen.  Das ganze trockene Laub, der Waldboden,  einfach alles scheint die Hitze zu speichern und 2m über dem Boden zu halten. Die Wege sind zwar meist schön ausgetreten und es weht ab und zu ein Lüftchen durch die kahlen Bäume,  aber ansonsten heißt es echt beißen! 
Der letzte Abstieg war wirklich schlimm  eigentlich hab ich den ganzen Tag kaum Fotos geschossen  da man so mit sich beschäftigt ist die Meilen zu kloppen und gegen die Hitze anzukämpfen. Man ist froh wenn man das geschafft hat,  den das ist das Ziel!
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Gewandert: 16.4
Insgesamt: 136.3 + 8.8
Wetter: kaiserlich! Ca. 25ºC

Tag 10 – Rock Gap

Der Morgen fing gut an. Ausgeschlafen und ohne nasse Klamotten konnte der Tag bei Kaiserwetter begangen werden.  Gegen 8 aufgestanden,  langsam Sachen zusammen geräumt,  was doch etwas länger gedauert hat, danach ein großes Frühstück bei MC mit 1380 kcal. 3 Pfannkuchen, Rührei, Kartoffelpuffer, Kasebrötchen, Fleisch.  Dazu Kaffee und Sirup. Zum Zweck der Kalorienzufuhr gar nicht so schlecht.  Danach haben wir zu 7 vor dem Hotel auf unser Shuttel gewartet. Insgesamt waren wir dann 10 Hiker + Fahrer. Am Rock Gap ging es für uns um 12.00 wieder los. Ein schwerer Start nach einem Zero. Der Rucksack ist viel zu schwer, das Essen würde auch für die doppelte Zeit reichen. Also langsam los traben und das Wetter genießen.  Schön an der Bergflanke entlang schreiten wir über laubbedeckte Pfade. 
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Die Bäume sind kahl und die Sicht weit. Am Wallace Gap beginnt dann der erste richtige Anstieg zum Winding Stair Gap. Ein kleiner Hügel mit auf  und Abstieg verteil über 2.1 Meilen.  Danach sind wir warm. Die Sonne brennt nun schon richtig und Wolken sind nicht in Sicht. Über die Schnellstraße gehts geschwindt in den nächsten Wald/ Anstieg zun Siler Bald.
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Ein schöner Wasserfall begrüßt uns zu Beginn bevor wir Serpentinen nach Serpentinen abschreiten um nach 4.6 Meilen auf einem atemberaubenden Aussichtspunkt stehen.  360º
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Sicht bei praller Sonne.  Da verbringt man gern die Mittagspause mit Wraps, Käse und Sommerwurst. Über einen schnellen Abstieg gelangen wir zum Fuß unseres letzten Berges für heute.  Erst der Straße folgendend, danach durch Wald und ausgetretene Wege schleichen wir in der nachmittagshitze den Berg hinauf.  Uns erwartet ein steinerner Tauer. Dafür müssen wir aber schwitzen.  Durch offene Wälder, grüne Tunnel,  abgestorbene verweiste Baumlandschaften, gesunde Laubwälder geht es unentwegt nach oben.
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Nachdem wir fast die Hoffnung aufgegeben haben, erreichen wir endlich den auf 5342 Fuß gelegenen Tower. Atemberaubend! Wie schon oft zuvor bieter der Tag die besten Aussichten bis jetzt.
Über ganz Franklin und zum letzten Tower,  der von Wolken umschlossen war, kann man nun sehen.
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Das beste kommt zum Schluss!  TrailMagic!
Durch ein Schild sind wir noch zum Parkplatz geschlappt und haben ein Pärchen angetroffen, welches einen riesengroßen Tisch mit allen möglichen Speisen aufbereitet hatte. Dazu Bier,  Wodka, Rum, Moonshine, Soda. Also haben wir unsere Zelte direkt in mitten des Kreisels aufgeschlagen und ein riesen Feuer entfacht. Dazu gab es Unmengen an Essen uns Trinken. Der Moonshine ist übrigens sehr sehr gut! Bis halb eins haben wir so fröhlich den restlichen Abend verbacht, was für einen Hiker quasi eine durchzechte Nacht bedeutet.  Normalerweise schlafen wir ja schon 3-4 Stunden.  Die Hündin der beiden,  übrigens eine klevere Dame, hat öfters in der Dunkelheit angeschlagen.  Ich konnte mit meiner Kopflampe aber nur zwei Augen sehen und wollte weiteren Gründen nicht ausführlicher nachgehen.  Bearbags haben wir aber nicht aufgegangen.
Also: Top Wetter,  super Leute, beste Aussichten,  TrailMagic deluxe!! Und ein schmerzhafter Sonnenbrand. Geiler Tag
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Gelaufen: 13.8
Insgesamt: 119.9 + 8.8
Wetter: Sonne pur

Tag 9 -Franklin, NC

Heute ist unserer erster Zero Day.  Also machen wir angeblich nichts.  Aber falsch. Es ist so viel zu tun. Outdoorläden abgrasen und Ausrüstung ergänzen. 
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Zum Post Office laufen und nicht benötigtes voraus schicken.  Einkaufen, Wäsche waschen.  Nochmal etwas essen. Wenigstens war das Wetter einigermaßen stabil. Um 10 sind wir los, um 19.00 waren wir wieder im Zimmer und fertig mit allem.
Jetzt versuchen wir uns noch ein wenig zu erholen,  Ausrüstung zu trocknen, Essen in ZipLocks umpacken,  Blog schreiben. Aber ich gönn mir jetzt noch Urlaub vom Urlaub und verabschiede mich bis Fontana Village, NC bei Meile 164
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Gewandert: 0
Gelaufen: 4-5 Meilen.
Wetter: ab und zu leichter Regen,  bewölkt