Tag 22 – Hot Springs

Tut das gut, mal in einem richtigen Bett zu schlafen und dabei nicht durch andere Personen gestört zu werden.
Im Hostel gibt es zum Glück immer Kaffee.  Den habe ich mir auch geholt, mich wieder ins Bett gelegt und ein paar Fotos hochgeladen. Nachdem ich meine Ausrüstung zusammen gepackt hatte, was eine doch längere Inanspruchnahme meinerseits zu folge hatte als gedacht,  bin ich gegen 9.00 losgezogen.
Draußen scheint die Sonne aber es ist kalt. -2 Grad, oder wie hier gerechnet wird 28 Grad Fahrenheit.  In den Bergen soll es in der Nacht richtig kalt werden. Ich rechne mit bis zu 8 Grad Fahrenheit.
Jetzt sitze ich im Mountain House Diner und habe Frühstück bestellt.  Als Vorspeise gab es eine warme vor Zuckerguss am Teller kelbende Zimtschnecke. Köstlich.  Gleich kommen hoffentlich die Pan
Cakes. Den restlichen Morgen will ich dann auch nich in der Stadt verbringen.  Das nächste Shelter ist nur 9 Meilen entfernt und ich will vor Sonnenuntergang mein Zelt aufgebaut haben damit ich mit Kälteeinbruch in meinem Schlafsack verschwinden kann.
So habe ich bis 11 im im Hiker Informations/Gammelzentrum neben der Post abgehangen und mich fotografieren lassen. So komme ich ins Hikerjahrbuch und mein Bild plus Trailnamen, der übrigens Mozart ist, wird am Flatscreen in einer Schleife aus den letzten Hikern dargestellt.
Bevor ich Hot Springs verlassen konnte,  musste ich noch Ewigkeiten vor einer Bahnschranke warten.  Ich war zwischenzeitlich sogar kurz Snacks kaufen und der Zug fuhr immer noch. Danach gings über eine Brücke und am Fluss entlang.  Nach und nach kletterte ich im felsigen Gelände in die Höhe.
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Von manchen Punkten aus kann ich noch schneebedeckte Bergspitzen erkennen.
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Da war ich wohl gestern.  Oben angekommen ging es meist seicht durch offene Laubwälder. An Zeltplätzen am Wegesrand stand vereinzelt mal ein Zelt mit Tarp. Sah nicht so aus wie ein ThruHiker. Nach einer Stunde musste ich mir auch die lange Unterhose ausziehen.  Es wurd zu warm in der Sonne, der Wind pfiff aber unbeständig weiter.  Auf dem Weg zum Rich Mountain Tower wo ich wieder weiß bepuderte Berge sehen konnte, querte ich einen kleinen See mit Bank.
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Nach einem frostigen Abstieg auf der anderen Seite des Berges,  kreuzte ich Eis und Schnee bis ich am Hurricane Gap ankam.
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Hier wurde der Wald in Brand gesetzt. Der Boden war schwarz und verkohlt. Die Bäume jedoch unversehrt. 
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So arbeitete ich mich auf über 3500 Fuß zum Spring Mountain Shelter.
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Hier zog es wie Hechtsuppe. Zum Glück habe ich im Shelterbuch gelesen, dass es nur wenige Meilen weiter ein Hostel gibt. Es war schon 16.45 als ich mit meiner Mittagspause fertig war und raste los. Auf dem Hinweg hatte ich mir Zeit gelassen. 5 Meilen bergab. Nach 3, konnte ich meine Jacke wieder öffnen und die wärme der Sonne spüren.
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  Den Rest der Zeit wehte es zu kräftig.  Nun bin ich mit Biscuit im Hemlock Hollow Inn & Paint. Dafür mussten wir allerdings 0.6 Meilen extra laufen. Im Tal war es aber erträglich und schön.  Kein Wind,  viel Sonne. Morgen werden wir dann zurück gefahren.  Der Bunkroom wird hier noch mit einem Holzofen beheizt. Wirklich netter Schuppen hier. Das Essen ist billig, probiert hab ich es aber noch nicht, wir warten gerade drauf.  Und schon wieder zu viel Essen im Rucksack, dass ich umsonst mitschleppe! Das ist ärgerlich. Meine linke Schulter tut teilweise richtig mies weh. Da ist jedes Gramm extra Belastung nachteilig. Aber durch dieses Hostel welches ich im GuideBook übersehen habe, kann ich nun in 4 Tagen in Erwin sein.  Eigentlich wollte ich im Shelter schlafen.  Das nächste hätte noch einen langen Anstieg gefordert. Dafür war es zu spät.
Für einen nach Town Tag,  war er aber super schön. 🙂
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Gewandert: 16.3
Insgesamt: 290.7 + 10.6
Wetter: sonnig, ca. 0ºC. Sehr windig auf den Bergen!

Tag 21 – Lemon Gap

Mein Zeltplatz war doch nicht das gelbe vom Ei!  Da ich unter FG Tarp gezeltet habe um den schlimmsten Regen zu entgehen,  erwirkte ich das Gegenteil.  Das angesammelte Wasser vom Tarp ergoss sich in regelmäßigen Abständen in großen Massen Richtung Erde.  Dabei spritze es dermaßen,  ich muss zugeben mein Zeltende stand genau neben dem Aufprallpunkt, dass sich mein Zelt, Schlafsack und Luma langsam der Nässe annahmen. Dreckig war es auch wie sau.
Gegen 6 hat FG Kaffee gekocht und ich hab meine nassen Sachen verstaut und mein Zelt verpackt.  Schon im Zelt konnte ich die Nebelschwaden und Feuchtigkeit ziehen sehen. Draußen war die Sicht unter 2 Metern und es regnete feine Tröpfchen.  Erst mit Stirnlampe konnte man sich ein wenig Klarheit verschaffen.
Das große Fressen begann dann gegen 6.45 und endete erst um 9.35 als ich mir sicher war kein einziges Stück Essen mehr in mir zu verwahren. Es gab wieder Pancakes mit Walnüssen,  Kakao und Zimt. Sehr gut. Nebenher gabs dann noch schnell einen großen Teller mit Zwiebeln, Paprika, Kartoffeln,  Ei und Käse. Danach wieder ein paar Pancakes.
Nach und nach verzogen sich die Wolken in die Berge und der Regen wechselte in leichten Schnee. 
In kurzer Hose machte ich mich auf den ersten Berg zu erobern. Oben würde sicherlich mehr Schnee liegen. Und je weiter ich aufstieg desto schöner wurde die Schneelandschaft. Es ist wirklich super Wanderwetter. Man friert und schwitzt nicht. Der Schnee bringt sanften Bodenkontakt und im Abstieg kann man wunderbar rutschen. Abgesehen davon sieht es einfach schön aus.
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So ging es auf den 4686 Fuß hohen Bluff Mountain. Beim Abstieg wehte mir der Wind die Kristalle in die Augen und sorgte auf meinem Regencover für Eishaufen. Je weiter ich Abstieg,  desto mehr verwandelte sich der Schnee in Regen. Das Eis auf meinen Haaren schmolz und wich Wassertropfen.
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Ich war wieder schnell unterwegs um in Hot Springs meine Ausrüstung zu trocknen und habe keine Pause eingelegt.  Meine Wasserflasche habe ich leider am Lemon Gap vergessen.  Nach zwei Stunden und 7.8 Meilen bekam ich doch tatsächlich wieder Hunger!  Nach 7 oder 8 Pancakes und dem gemichschten Gemüseteller.
Nach dem Anstieg auf den Deer Park Mountain habe ich dann beim absteigen zwei Riegel verdrückt. Der Weg war die ganze Zeit schön zu laufen.  Aussichten gab es allerdings nicht. Erst kurz vor Hot Springs konnte ich das kleine Städtchen vom Berg aus sehen. 
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Über einen seichten langen Abstieg läuft man quer zur Stadt bevor man direkt am Hostel at Laughing Heart Lodge aus dem Wald stößt.  Dort bin ich dann auch direkt geblieben.  Für 28 $ habe ich mir ein Einzelzimmer gegönnt um nach der erholsamen dusche meine Ausrüstung auszubreiten.  Danach ging es schnell in die Stadt und zum Postamt welches um 4 schließt. Ich war aber schon 3.20 da, also kein Problem.  Dort habe ich meine zwei Bounce Boxen abgeholt, zusammengeführt und noch ein paar Sachen hinzugefügt.  In Franklin war die Post leider schon zu und ich musste von Fontana aus anrufen und das Paket weiterleiten.  Heute habe ich meine Fleecjacke und meinen Titantopf zum restlichen Zeugs dazu gegeben und sen Kindle wieder befreit. Ich bin auch bei großen Entfernungen, ziemlich früh am Shelter und hab so wieder etwas zu tun.
Nach einem kleinen Einkauf für die nächsten 4/5 Tage gings wieder zurück zum Hostel wo ich vier Stunden Fotos von der Kamera aufs Handy gezogen habe und nacheinander hochlade. Ich hoffe die Bibliothek hat einen SD Karten Slot, sodass ich morgen den Rest machen kann. Es ist echt ätzend,  dir Fotos den Tagen zuzuordnen, da alle 1300 Fotos hintereinander laden. Nach 8 Tagen wird das ein wenig unübersichtlich.  Aber direkt will ich es auf Grund der Akkukapazität auch nicht machen. Also sitze ich auf meinem mit Essen beladenen Bett und lade hoch.
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Gewandert: 14.4
Insgesamt: 274.4 + 10
Wetter: Regen/ Schnee

Tag 20 – Standing Bear Farm

Nachdem ich gestern gut eingeschlafen bin, wurde mein Schlaf gegen 1 Uhr unterbrochen.  Der Bunkroom war warm und ich schlief in meinem Seideninlett und halb unter meinem Schlafsack.  Leider hat sich dieser irgendwann selbstständig gemacht und ich musste vom Stockbett klettern. Danach wieder einzuschlafen viel mir schwer.
Im Laden holte ich mir am morgen noch ein paar Riegel für den Tag. Zum Frühstück gab es ausnahmsweise mal Ramen da ich das Wasser in der Küche kochen konnte. 
Um 8.10 verließ ich dann das Hostel. Die Sonne kam langsam raus und vertrieb den frischen morgen. Die hätte sich ruhig Zeit lassen können.  Der erste Berg direkt zu Anfang zog sich knapp 5 Meilen schleichend durch offenen Laubwald. Ich dah wieder viele Eichhörnchen und ChipMunks. Auf dem Weg nervten mich immer wieder Spinnweben,  die sich gefühlt jede 5 Meter auf Oberarmen und Gesicht niederließen.  Oben erreichte mich dann eine neue Art von Landschaft auf dem AT. Wiese. Der Bergrücken war frei von Bäumen. 
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So ging es auf dem Snowbird Mountain in praller Sonne über den Pfad,  der aber bald wieder in den Wald führte und mich zum Deep Gap absteigen ließ.  Ich muss sagen,  dass ich meinen Füßen heute richtig Feuer unter den Sohlen bereitet habe. Fresh Ground sollte am Lemon Gap bei Meile 260.0 bereitstehen und munter Essen und Trinken unter jeden Menschen bringen der vorbei kommt. Ich wollte nicht im dunklen auftauchen, denn es waren immerhin knapp 19 Meilen. So bin ich eigentlich den ganzen Tag gerannt wie sonst nur auf Teilstrecken.
Vom Deep Gap musste ich nun meinen zweiten kleinen Berg besteigen. Knappe 1000 Fuß waren in einer Stunde locker hinter mir und ich konnte am Brown Gap gegen 11.45 meine Mittagspause einlegen.
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  Die Wolken versprachen nichts gutes und so eilte ich schnell zum heutigen Höhepunkt dem Max Patch.  Der Anstieg,  heute mein letzter,  ging erst steil, dann ewig seicht über Bergrücken und Flanken. Einen Truthahn konnte ich auch wieder hören aber nicht ausmachen.  Max Patch ist wieder ein riesiger Grashügel. Tolle Aussicht auf die verlassenen Smokys. Da sieht man mal, von wo man kommt und was für Entfernungen zurückgelegt wurden.
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Die kommenden Hügel sind seicht und lassen sich schön laufen. Nach dem gemütlichen Spaziergang auf Max Patch geht es runter bis zum Lemon Gap. Ich lande schnell in einem wasserreichen Tal. Viele grüne Büsche verwandeln den Ort in eine Art tropische Oase.
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Überall fließt Wasser und man überquert viele Quellen in den Tälern. Ewig zieht sich nun der Weg bis zum Gap.
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Ich laufe in gefühlt 50 kleine Bergflanken hinein, überquere einen Bach und laufe wieder hinaus. Auf dauer wird das zermürbend da ich sehnlichst das Gap und Fresh Ground erwarte. 
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Gegen 15.00 Uhr ist es dann soweit.  HeatPack und Buster die ich noch aus dem Hilton kenne und auch in den Smokys getroffen habe sind schon da. Ich reiße meine Stöcke in die Höhe,  lege den Rucksack ab und begebe mich zu dem Teller mit frischen HotDogs. Nachdem der leer ist,  werden mir frische gemacht.  So verbringe ich den ganzen nachmittag.  Immer wieder kommen andere Wanderer vorbei und gegen abend entzünden wir ein Feuer.  Zum Abendessen gibt es Hähnchensuppe mit Reis. HeatPack und Buster habe ich direkt nach Ankunft klar gemacht, dass wir heute hier zelten und morgen frischen Kaffee und Pfannkuchen genießen.  Das ist keine Frage. Denn es soll regnen und morgen abend um die 20 Grad Fahrenheit werden. 
Nachdem wir den abend am Lagerfeuer verbracht haben,  leitet uns der beginnende Regen in die Schlafsäcke. Ich habe mein Zelt direkt unter FG Tarp aufgeschlagen,  so werde ich vom schlimmste verschont und bin direkt an der Quelle 😉

Gewandert: 18.7
Insgesamt: 260.0 + 10
Wetter: sonnig, 21.00 regen

Tag 19 – Cosby Knob Shelter

Die Nacht war wieder unruhig.  Dafür haben wir uns gestern Abend noch gut unterhalten.  Die Plane war wieder lose und es wehte ein kräftiger Wind.  Um 6 sind die drei Jungs aufgestanden,  haben nochmals Feuer gemacht und sind dann gegen 6.45 losgezogen. AirStrike, Ashley und ich sind noch liegen geblieben.  Schließlich haben wir heute nicht viel vor. Zum Hostel sind es nur 10.7 Meilen.
Nachdem ich um 8 gestartet bin ging es kurz bergab. 
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Es liegen viele kleine Steine auf dem Weg und zum warm werden ist das schlecht. Doch schon nach 0.8 Meilen kann ich endlich wieder einen Berg besteigen.  Mensch, das wurd auch mal wieder Zeit! Zum Mt. Cammerer zieht sich ein langer Aufstieg über eigentlich angenehme Pfade an der Bergflanke. Allerdings bin ich noch ein wenig verschlafen und nicht hundert Prozent fit, fange also in der Sonne an zu pausieren.  Als ich aber oben stehe, kann ich wieder ab oder einen Aussichtsturm besteigen. Das wären dann nochmal 1.2 Meilen extra. Aber dafür bin ich ja hier. Es geht durch dichte Büsche. Auf dem Boden genug Matsch für eine ganze Schweinefarm. Aber nach und nach arbeite ich mich zum schönen sechseckigen Holzturm vor. Eine tolle Aussicht bietet sich mir. Die abflachende Seite der Appalachen kann man jetzt viel deutlicher erkennen. Der Blick geht auf Grund der schlechten Sicht im flachen Land leider nicht so weit.  Dafür kann ich aber die hinter mir gelassenen Berge beobachten.
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Viele Vögel zwitschern jetzt auch. Mehr als am Anfang meiner Reise.  Eichhörnchen sehe ich auch quasi jeden Tag. Allerdings habe ich noch keinen Bären gesehen und die Smokys haben mich was die Tierwelt angeht nicht enttäuscht.  Also gebe ich den letzten Meilen eine Chance und laufe wieder zurück. 
Vom Mt. Cammerer gehts jetzt wirklich nur noch bergab.  Auf 7 Meilen bis zum Pigeon River kann ich meine Bremsen lösen und rase hinunter.  Durch grüne Tunnel,  offene Laubwälder oder Nadelwald. Auf jeden fall sind viele Stufen dabei.  Auch Wasser, was gefühlt jede 20 Meter aus dem Berg sickert, verwandelt den Weg manchmal in einen Fluß. 
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Ich achte da inzwischen nicht mehr auf die Etikette und lasse meine Schuhe im Wasser verschwinden.  Der Dreck spritzt nur so herum.  Nicht nur durch meine Schuhe, sondern auch durch meine Stöcke die immer mal wieder undefiniert durch die Luft fegen und mit dem feuchten Mist an meinen Waden landen. Da aber die Sonne scheint, kann man all das Zeugs nach einem Wandertag problemlos  von den Beinen rubbeln. 
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Gegen 11.40 erreiche ich Grenze und verlasse den Great Smoky Mountains National Park gut verschwitzt und klitsch nass. ( geschuldet der Sonne und dem ganzen Stress mit dem laufen. Ich habe nicht in den Pfützen geplanscht!)
Nach einem kleinen Hügel und vielen umgestürzten Bäumen die ich überklettern muss, erreiche ich den Pigeon River.
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Es geht durch Nadelwald und die Hitze steht auf dem Weg. Als ich den Abstieg am Fluss entlang hinter mir gelassen habe, wechsel ich auf Asphalt und schreite über eine Brücke um mich der I-40 Unterführung zu nähern. Die Sonne brennt.
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  Nach der Unterführung geht es endlos eine Schotterstraße hinauf bis irgendwann die Standing  Bear Farm auftaucht. Von Lumpy werde ich empfangen.  Er sitzt draußen, Latzhose, TShirt, Mütze, großer Bart und Zigarillos rauchend führt er mich herum. Alles ist selbst gebaut,  recht nett und rustikal. Von Lumpy habe ich schon vor einigen Meilen gehört. Er soll angeblich als Hiker vor 4 Jahren hier eingekehrt und nie wieder gegangen  sein. Ohne Bezahlung natürlich.
Dann war ich erstmal duschen und habe mir im kleinen Selbstbedienungsladen, übrigens sehr cool, eine fette Pizza surpreme und eine Soda gegönnt.  Was Fertigpizza angeht muss ich sagen, dass die Amis es recht gut raus haben. Dieses mal hab ich die Pizza auch sofort verputzt. 
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Letztes mal im Top of Georgia habe ich etwas länger gebraucht und hatte danach ein Nickerchen nötig.  Jetzt sitze ich in der Küche und schreibe Block, womit wir am Ende des Tages angelangt wären. Ich werd mir jetzt noch ein paar Bier gönnen und morgen meinen Vorrat für die letzten zwei Tage nach Hot Springs auffrischen. Dann werde ich nach 15 & 18 Meilentagen, mich wohlig im warmen Wasser entspannend,  in Hot Springs wiederfinden und auf Lonestar warten. 
Ich habe meinen Rücken begutachten lassen. Sieht nicht „so“ schlimm aus.  Nur leicht entzündet und wenig rot um das gelbe Zentrum herum.
Erweiterung zum Nachmittag:
Da ich schon gegen 12.40 im Hostel eingelaufen bin,  habe ich den halben Tag ohne Blog verbracht. Was mir noch so am Tag passiert ist sieht wie folgt aus. In der Küche hocken und essen. Mal am Lagerfeuer sitzen und Musik hören.  Danach gehe ich wieder in die Futterkammer und gönne mir ein BBC Steak Sandwich, zwei große Schokokekse mit Füllung und ein Pfund Kartoffelbrei zum Abendessen. Dazwischen habe ich noch ein paar Kleidungsstücke mit der Hand auf einem Waschbrett geschrubbt.  Wie in alten Zeiten.
Ich habe auch erfahren das Fresh Ground 20 Meilen südwärts sein Lager aufgeschlagen hat und werde morgen dahin preschen. 🙂 Am Freitag soll es dann Schnee geben.
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Gewandert: 10.7 + 1.2
Insgesamt: 241.3 + 10
Wetter: sonnig und windig

Kurz etwas zu den Meilenangaben. Die extra Meilen entstehen durch Wege, die vom Trail aus gemacht werden, wie z.B. zu Aussichtspunkten, Wasserquellen oder Sheltern. Am Tag sind das durchschnittlich vielleicht 0.5 Meilen. Ich trags aber nur ein, wenn es etwas größere Strecken sind.

Tag 18 – Icewater Spring Shelter

Man man man, die Nacht war für die Katz! Das Shelter füllte sich in den Abendstunden bis zum letzten.  Man liegt also mit Luma an Luma.  Abgesehen davon  und den anderen Störfaktoren habe ich jetzt auch noch Rückenschmerzen. Ich weiß allerdings nicht genau ob das von der verspannten linken Schulter oder der Schlafgelegenheit ausgeht. Ich denke aber vom schweren Rucksack am Anfang der Smokys.
Im Shelter ging schon um 6.45 die Post ab. Dafür gab es gegen 7.30 auch ein genialen Sonnenaufgang. 
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Ausahmsweise mal direkt von einem Shelter aus. Nach zwei PopTarts bin ich dann auch schon los. Mit leichtem Fleece und Regenjacke, denn es war wirklich frisch.  Aber die Sonne bannte nach und nach die Kälte auf den freien Wegen. 
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Allerdings ging es oft durch dichten  Wald und dann über Ridges mit vielen tollen Aussichten auf waldbedeckte Berge.
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Der Anstieg vor dem Pecks Corner Shelter war angenehm zu gehen.  Die Stufen sind nicht mehr so groß und die Steigung seicht,  aber lang. 
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Da kann man gut loslegen 😉
Gegen 13.00 war ich dann auch schon am Tri-Corner Knob Shelter und habe zu Mittag gegessen.  Nach und nach kamen noch Thunderbird, AirStrike und andere. Es gab wieder Wraps mit Chiliwurst und Thunfisch. Dazu getrocknete Früchte.  12.6 Meilen waren damit erledigt,  da ich aber nur noch ein PopTart und wenige Schokoriegel habe, gehe ich noch weitere 7.7 Meilen um morgen in der Standing Indian Bear Farm einzulaufen. Dort kann ich dann einen kleinen Einkauf tätigen der bis nach Hot Springs reicht. Dort werde ich dann ein paar Tage im Pool liegen und auf Lonestar warten 😉
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Die letzten 7 Meilen war noch besser als die ersten.  Nach einem kleinen Anstieg über viele Steine hinauf, ging es Ewigkeiten über seichte Stufen ca.5 Meilen hinunter.  Da ging es dann bis zu 4 Meilen die Stunde. Am rechten Rand verdeckt und bewachsen von Moos kann man Reste eines abgestürzten Flugzeuges sehen, bevor es wieder ewig hinuter geht. Am Camel Gap ist dann genug abgestiegen und ich muss einen schnellen Aufstieg über einen sanften Pfad hinter mich bringen bevor ich einige Meter absteige bevor ich am Cosby Knob Shelter ankomme. Drei Leute sind schon da. Die kenn ich aber auch vom Hilton.  Ich probier ein halbes Kilo Kartoffelbrei aus und bin positiv begeistert.  Danach gibts dann noch Ramen. In diesem Shelter sollen viele Kleintiere rumlaufen. Ich hoffe heute Nacht nichts im Gesicht vorzufinden.
Der Tag war nicht so schlimm wie gedacht. 32km im „Gebirge“ sind nicht so ohne.  Aber heute gab es, was den Trail angeht, nichts zu meckern.  Die harten Tage in den Smokys sind Geschichte. Der Trail folgt zwar immer Auf und Abstiege, aber diese waren nicht mehr so schlimm. Hat nicht länger gedauert als ein normaler Arbeitstag.  Vor dem Mittagessen bin ich dann schon im Standig Bear und werde duschen und mich mit Schokolade und Pizza abfüllen,  sodass ich bis zum nächsten morgen keinen Finger mehr rühren kann.
In meinem heutigen Hörbuch ging es auch teilweise um Essen was auch noch sehr genau beschrieben wurde. Wenn man aber 30 km von der nächsten Fressmöglichkeit entfernt ist und seine letzten Schokoriegel braucht um den nächsten Tag zu überstehen ist das wirklich schlimm. Es läuft einem das Wasser im Mund zusammen und man denkt an den nächsten Besuch in der Stadt. Ich wünschte zu diesem Zeitpunkt nichts sehnlicher herbei als 20 KitKat und das meine ich ernst! Die wären in 4 Minuten weg.
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Gewandert: 20.3
Insgesamt: 230.6 + 8.8
Wetter: Anfangs kalt/ windig,  sonnig