Tag 41 – Chestnut Knob Shelter

Nach einem frühen Start ging es im kalten Shelter alles schnell von statten. Keine Zeit verlieren. Aber draussen herrscht immer noch Wolkensuppe.
Ueber eine ca.6 Meilen Ridgeline geht es hoch und runter. Viele Steine. Keine Aussicht. Der Wind blaest. Das fuer ein paar Stunden. 10 Meter hoch, 20 runter, 15 hoch, 5 runter, 30 hoch und so weiter. Dabei immer schoen ueber nasse Steine klettern. Aber zum Jenkins Shelter geht es dann zum Glück bergab. Am Shelter legen wir dann wieder Mittagspause ein. Als ich mit Roadsite ankomme, vertreiben wir zwei Rehe. Doch als wir gemütlich essen kommt eins wieder und isst gemütlich. Hot Pots kommt später auch um die Ecke. Er will unbedingt ein Foto schiessen, doch als er gerade bereit ist versagt die Batterie und das Reh verabschiedet sich. Von dort geht es nur kurz Bergauf um einem bequemen Weg zu folgen. Nur leichte Wellen veranlassen schnelle Schritte. Das Wetter ist hier unten auch besser. Vom Laurel Creek geht es dann hinauf auf weitere Berge. Ich schreite jetzt ein Tal an der Bergflanke ab. Das Tal ist aber ewig lang. Und so kämpfe ich mich nun den Berg hinauf. Meine Kraefte schwinden langsam aber sicher. Nach gefühlter Ewigkeit kreuze ich die I-77. Es geht hier zum Glück wieder bergab. Das Wetter ist gnädig. Kurz bevor wir unser Shelter erreichen, erwartet uns noch ein knackiger Anstieg. Man muss wieder Wasser laden. Elendig gehts die ersten Meter hinauf. Mehr als steil fuehrt der Trail durch dichtes Buschwerk. Oben angekommen fuehrt ein Seitenweg, blau gemarkt, zum Shelter. Hier treffe ich auf Cheeseman und Helpfull. Beim Kochen faengt es dann wieder an zu regnen. Ich bin gut platt. Heute war mein längster Tag auf dem AT. Allerdings kann ich mich gerade nicht mehr an viel nennenswertes erinnern. Die Bilder werden mehr aussagen.

HotPants und Banana Boat sind heute Nacht ebenfalls hier. Roadsite holt noch ein Paket aus Bland und von Chicago haben wir keinen Plan.

Gewandert: 26.2
Insgesamt: 592.4

Tag 40 – Campsite Crawfish Trail

Es regnet weiterhin und ich bleibe im Zelt liegen. Es ist nicht gerade ungemütlich aber der Tag muss irgendwann starten. Also im Zelt alles zusammen gepackt und dann in nassen Klamotten in den Regen, schnell alles in den Rucksack gestopft und das nasse Zelt abgebaut. Kein Spass! Zur Wiedergutmachung ging es direkt einen Berg hinauf. Damit man schoen warm wird natürlich. Bergab war dann aber ganz angenehm. Wir queren jetzt viele Wiesen und kleine Wälder. Die Wolken bilden schoene Formationen. Am Holsten River geht es dann auf eine Kuhwiese die gut mit Matsch bestueckt ist. Dann geht es schon wieder auf einen Brushy Mountain hinauf. Davon gibt es hier unzählige. Im Knot Maul Branch Shelter treffe ich dann auf Hot Pants und Roadside die schon unterwegs waren als ich aufgebrochen bin. Nach einer kleinen Mittagspause die wie immer lustig verläuft gehts weiter bergab. Das Wetter wird gnädiger. Dann rauf zum Lznn Camp Mountain und wieder bergab. Von 2333 Fuss gehts dann rauf zum heutigen Shelter auf 4410 Fuss. Der Anstieg entpuppt sich erst als riesig. 4.5 Meilen. Aber es geht nur die ersten paar Meter steil bergauf und geht dann in seichte Wege ueber. Auf der Ridgline kann man dann ueber weite Wiesen schauen. An den Berghängen gegenüber die ich heute morgen überstiegen habe, haengen noch die Wolken. Leider musste ich knapp 2 Meilen vor dem Shelter Wasser aufnehmen. Mit 2 Kilo extra ging es dann weiter stetig bergauf. Der Wind blies kräftig und ich habe ausnahmsweise meine Regenjacke uebergezogen. Das Shelter das mich heute erwartet hat ausnahmsweise vier Waende und eine Tuer. Es erwarten mich bereits 3 Hiker. Auf einer Holzpritsche mache ich es mir gemuetlich und fange später an zu kochen. Nach und nach kommen auch Banana Boat, Roadside, Hot Pants und Chicago. Draussen stürmt es wie verrueckt. Die Wolken ziehen durch die Fenster. Wenn die Tuer geöffnet wird, drueckt sich eine dichte Wolkenmasse hinein. Sehr lustig. Allerdings bleibt uns die tolle Aussicht verwehrt die sich ueber das Tal ausbreitet. Ich konnte nur kurz einen Blick darauf werfen als die Wolken kurz verschwanden.

 

Gewandert: 17.3

Insgesamt: 566.5

Wetter: regnerisch, windig

PS: Ich habe gerade kein Wlan nur einen PC. Also lade ich die fehlenden Beitraege so schnell wie moeglich hoch. Bin gerade in Pearisburg.

Tag 39 – Partnership Shelter

Die Nacht war für die Katz.  Aber irgendwie haben alle wenig geschlafen.  Unsere Hikergruppe schrumpft jetzt irgendwie dramatisch.  Rolling Thunder hat Schmerzen im Schienbein und er und Brightside legen eine Pause in Marion ein. Banana Boat, Hot Pants und ich machen uns gemeinsam auf den Weg nach Atkins um dort den Hikerburger bei The barn zu vertilgen.  Das Wetter ist regnerisch. Virginia bietet uns viele kleine Auf und Abstiege mit Steinen gespickt.  Immerhin sehen wir wieder zwei Rehe. Vom Glade Mountain geht’s dann schnell bergab zum Chatfield Shelter wo wir kurz pausieren und ein paar Snacks verdrücken. Der Weg führt durch matschige Rhododendrontunnel und durch Wälder.  Viele kleine Blumen spicken den Boden und färben diesen in großen Flächen ein. Die Lindamoot Schule können wir als Teil des Settlers Museum besuchen. Eine Liste mit Hieben als Strafe für verschiedene Vergehen hängt gestickt an der Wand aus. Weiter geht es über Wiesen und Matsch. Ziemlich rutschig. 
Im Restaurant verbringen wir dann ein wenig Zeit mit unserem ein Pfund Cheeseburger den wir alle locker in wenigen Minuten verschlingen.  Dazu Fritten und als Dessert Schokomilch und ein großes Stück Schokokuchen. Anschließend kehrt Ruhe in jeden und wir verbringen ein paar Schweigeminuten für unsere Mägen. Der Weg zur Crawfish Trail Abzweigung/ Campingplatz geht schweren Bauches von statten.  Die hohe Luftfeuchtigkeit bringt ein schon im stehen ins schwitzen. So wird jeder Anstieg,  und davon gibt es weiterhin viele,  zur Herausforderung.  Auf dem Little Brushy Mountain setzt dann auch wieder Regen ein und ich muss mein Zelt in diesem aufbauen.  Das ist mies! Wirklich mies.  Abgesehen dsvon, dass man selbst total durchnässt ist soll man jetzt im Rhododendrondschungel seinen Rucksack trocken lagern, das Zelt aufbauen und sich selbst plus Ausrüstung trocken darin verstauen.  Unmöglich.
Danach liege ich erstmal im Zelt.  Meine nassen Klamotten in einer Ecke.  Esse Chips von gestern und schaue einen Film. Das Wetter bleibt wohl noch ein paar Tage so. Ich hoffe morgen im Shelter etwas Platz zum trocknen zu finden.  Allerdings sind bestimmt 8 Leute am zelten die morgen das gleiche vorhaben. In drei Tagen bin ich hoffentlich in der nächsten Stadt.  Ich muss unbedingt duschen und Wäsche waschen!! Das will ich keinem von euch antun.  Ich denke mal Körper und Klamotten leiden unter der täglichen Anstrengung.  Aber zurecht.  Wer läuft schon jeden Tag 25-40 km?

Gewandert: 17.7
Insgesamt: 549.2
Wetter: regnerisch

Tag 38 – Hurricane Mountain Shelter

Ohh man, war ich groggi als sich leichtes rot am Firmament erhebt und ich langsam erwache.  Nach ein paar Drehungen quäle ich mich dann aber aus dem Schlafsack.  Hunger habe ich nicht wirklich und esse sporadisch ein honeybun. Wie hatten das Shelter ganz für uns was wirklich entspannt war. Einfach mitten drin ausbreiten und schlafen.  Gegen 7.35 laufe ich dann los. Schnell laufe ich die ersten Meilen. Es liegen zwar viele Steine auf dem Weg, aber ich gebe mein Bestes um meine Knöchel zu entlasten. Lange Auf und Abstiege bringen mich so zur ersten Straße an der ich einen Mann treffe der mir Chips, Kekse und Powerrade gibt. Es regnet leichte Tropfen. Wie aus der Sprühflasche. Gegen 10.15 erreiche ich das Trimpi Shelter und pausiere kurz. Ich bin ziemlich flott unterwegs um rechtzeitig das Postoffice in Marion zu erreichen.  Endlich wieder mit Guidebook wandern.  War jetzt aber auch nicht so schlimm die letzten Tage, denn in VA gibt es im Gegensatz zu TN Wegschilder mit Meilenangaben. Irgendwann bin ich dann auf ein eingezäuntes Gebiet gestoßen.  Ich laufe über Wiese. An den Seiten schöne Büsche.  Scheint vielleicht ein Vogelbrutgebiet zu sein.  Danach geht’s wieder in den Wald. Berg auf, durch Laub.  Das ist mies,  denn man sieht nicht was sich darunter befindet. Also aufgepasst und Füße extra hoch gezogen.  Da helfen die Stöcke gut wenn man unerwartet auf einem Stein landet und umknickt was mir mindestens einmal am Tag passiert.  Man geht wie vom Blitz getroffen in die Knie und ihne die Stöcke hätte ich mir bestimmt schon die Hände aufgeschlagen.
Das Wetter hat sich inzwischen gebessert und ich bekomme direkt die Abrechnung in Form von Nasenbluten.  Immerhin stand ich auf einer schönen Brücke.  Der restliche Weg ging dann hinauf auf die Ridges bevor ich nach ein paar Meilen mit Aussicht auf grüne Wiesen in den Rhododendrontunnel abgetaucht bin. Hier ging es stetig bergauf.  Am Partnership Shelter habe ich mich kurz im Buch verewigt und bin dann weiter zum Mt. Rodgers Headquarter gewandert.  Hier fuhr um 14.30 ein Shuttle nach Marion welches ich von einem Telefon am HQ aus 40 Minuten vorher angerufen habe. Das war auch die letzte Fahrt für heute. 
Er hat mich direkt am Postamt aussteigen lassen. Danach ging es zum FoodPlace. An der Hauptstraße entlang musste ich einige Meilen laufen. Vor dem Dollar General kam mir dann dripple G hinterher gerannt.  Er war im TacoBell und wir sind zusammen zum Walmart maschiert. Dabei mussten wir öfters waghalsige Straßenüberquerungen vollführen. Auf dem Rückweg haben wir uns dann für ein Buffet im KFC  niedergelassen. Ich glaube ich habe ein ganzes Hühnchen verdrückt und dann mit Nachspeisen die restlichen Löcher gefüllt. Danach mussten wir pausieren und haben uns bestimmt eine Stunde nicht von der Stelle gerührt bevor wir wieder zur Hauptstraße Richtung HQ gelaufen sind . Hier haben wir dann versucht zu hitch hiken und nach 35 Minuten hat uns dann eine nette Frau die 5.6 Meilen zurück gefahren.  Der Rest der inzwischen im Shelter eingetroffen war, hatte Pizza bestellt.  Davon hab ich dann auch noch ein Stück abbekommen und weiterhin an meiner großen Packung Chips gearbeitet. 
Also super Tag. Ich bin echt flott gewandert und freu mich auf große Meilen mit leichtem Rucksack. 

Gewandert: 18.9
Insgesamt: 531.5
Wetter: freundlich,  bewölkt

Tag 37 – Fox Creek

Heute wollte ich zum Partnership Shelter aufbrechen um morgen mein Paket in Marion abzuholen und somit endlich wieder ein guidebook mit mir führe.  Allerdings wurde daraus ziemlich wenig. Nach einem tollen Frühstück aus Paprika, Zwiebeln,Kartoffeln,  Ei und Käse relaxen. dripple G und ich den ganzen morgen am Feuer.
Ich trinke unendlich Kaffee und genieße die Sonne.  Heute treffen aber wieder Hiker aus meiner Wandergruppe vor Damaskus ein. Rolling Thunder, Brightside, Roadside, BananaBoat, HotPants. Später auch noch Chicago,  Buster, Heatpack und Longhorn (Southbounder) Endlich wieder vereint,  lassen wir uns bekochen. Haben viel Spaß während FG ein Nickerchen macht. Das ist wieder mal ein Tag wie er im Buche steht.  Und ich versuche den ganzen Tag endlich los zukommen. Nur dripple G und Chicago schaffen es am späten Nachmittag. 
Der Tageswanderer von gestern,  hat am morgen noch einen Picknicktisch und Früchte gebracht. Ein Ehepaar zwei große Packung Gebäck.  Es war das reinste schlemmen. 
Am späten Nachmittag ist FG dann noch mit Rolling Thunder einkaufen gefahren,  weil die Papers ausgingen.  Als sie zurück gekommen sind gabs Bier,  Wein, Pizza, 70% Schokolade und eine Torte. Ohhh man! Nochmal so viel wie möglich gegessen,  bevor HotPants und ich zum nächsten Shelter aufgebrochen sind.  So kann ich morgen in aller Ruhe zum Postamt wandern. In der Dunkelheit erreichen wir das leere Shelter.  Vor und nach FG ist niemand hier. Alle ziehen es zu recht vor,  dort zu nächtigen. 

Gewandert: 2.5
Insgesamt: 512.7