Tag 66 – Hightop Hut

Nachdem wir gestern viel darüber Palavert haben früh aus dem Bett zu kommen, drehte ich mich um 4.45 lieber nochmal um. Ein paar Regentropfen prallten aufs Dach und neben mir war keine Bewegung auszumachen.  Dennoch sind wir alle gegen 7.00 und bei bestem Wetter aus dem Quark gekommen. 
Kurz zum Hightop Mountain  hinauf und durch dichten Wald hinunter zum Swift Gap abgestiegen. Die Sonne schien und ich probierte mal aus, was meine neuen Schuhe so aushalten.  Am Wegesrand nun dichtes Gras welches uns die morgendlichen Tautropfen aufdrängt. Aber das ist auch in den frühen Morgenstunden ganz angenehm.  Die Hitze ist mit hoher Luftfeuchtigkeit gepaart und man transperiert wie ein Weltmeister. An der South Picnic Area hole ich dann Wasser und verleibe mir via Snikers neue Kalorien zur sofortigen Verbrennung ein um den Bald Face Mountain zu besteigen.  Der Trail ist im ganzen Park was die bodenbeschaffenheit angeht nicht sehr anspruchsvoll. Viele Teile führen schnur stracks geradeaus. Da wird mir persönlich auf Dauer langweilig.  Denn das Wildleben hat sich bis auf ein paar Rehe noch nicht blicken lassen.
Am Lewis Camoground machen wir gegen 11 eine kurze Pause. In 8 Meilen Entfernung liegt nämlich die Big Meadows Wayside. Cheeseburger und Fries. Zwischen dem Futterpalast und unserem Lunchspot besteigen wir noch den Hazeltop. Kurz vor dem Futterpalast wird es an den Gaps richtig voll. Auch der Trail ist stärker frequentiert.  Die Essensausgabe erfolgt leider nicht ohne 0.4 Meilen extra den Berg hinauf zu steigen. Aber das ist nach 20 Meilen unser geringstes Hindernis. Zu Cheeseburger und Fries gibt’s noch Macaroni & Cheese. In der Sonne wird zur Aufmunterung noch ein Kaffee getrunken und weiter über die Möglichkeit des 34.8 Shelters diskutiert.  Es ist schon spät und wir sind auch spät vom Shelter los gekommen.  Dennoch beschließe ich mit Brightside die 10.9 Meilen zusätzlich zum eigentliche Tagesziel zu wandern um ein wenig Boden gut zu machen.  Außerdem fühlen wir uns fit und Brightside will mal das Wandern bei Nacht erproben. Am Rock Spring Hut biege ich noch schnell ein und verabschiede mich von meinen Begleitern.  Außerdem kann ich noch ein Bier genießen welches von Numbers heldenhaft die 4 Meilen zur Hut unfallfrei getragen wurde. Als Kiwi zur Hut hinab gestiegen kommt, vermiase ich allerdings Brightside welche vor ihm, aber nach mir auf dem Trail war. Sie ist also schon weiter gelaufen und denkt, dass ich vor ihr bin. :/ Das Bier ist schnell leer und der Huteintrag geschrieben.  Ich schieße los um sie einzuholen.  Schließlich will ich auch nicht allein im Dunkeln wandern. Ich renne un 18.05 Uhr los. Jede flache oder abfallende Passage des trails wird gerannt.  Es ist im Nachhinein gefährlich wie schnell man mit ein paar Kilo auf dem Rücken über den doch recht steinigen Trail rennen kann. An einem Gap treffe ich dann auf zwei Jugendliche die gerade einen Schwarzbären auf die Ridgeline haben verschwinden sehen. Na toll,  dass ich darunter jetzt herlaufen muss. Naja. Ich seh ihn nicht und mache nebenbei auch genug Lärm in dem ich alle 2-3 Minuten Brightside schreie. Die Schreie bleiben zumindest von ihr ungehört.  Nach einer Stunde bin ich, besser gesagt mein Magen KO. Ein halber Liter Bier und dann 4 Meilen stop and go verträgt sich nicht. Immerhin hat der Wanderer der mir entgegen kommt Brightside ca. eine halbe Meile voraus ausgemacht.  Ich versuche mich nochmal zusammen zu reißen und sprinte wieder im besorgniserregendem Tempo den Trail hinab. Fehlanzeige.  Irgendwann gebe ich mich geschlagen und verbringe den restlichen Weg mit Magenschmeezen und raschen Schritten.  Die Aussichten lasse ich dabei links liegen.  Nur vom Stony Man Summit kann ich von den Klippen aus auf eine wunderschöne Sonne blicken.
Die letzte Wasserquelle an der pinnacles Picnic area nutze ich ausgiebig und schnalle mir meine kopflampe an. Es wird dunkel. Unter dem parkway schlängel ich mich Felsen hinunter und durch dichtes Buschwerk.  Ein Reh kommt mir entgegen und versucht in die steile Flanke auszuweichen. 3 Meter neben mir verharrt es regungslos und ich stapfe weiter. Über eine große Wiese, die in der schon fortgeschrittenen Dämmerung leicht gruselig wirkt geht es direkt in dichten Wald.  Meine Batterien scheinen nicht mehr ganz so voll zu seien und ich sehe nur noch der Meter vor meinen Füßen.  Ohne einen Weitblick besteige ich in vollkommener Dunkelheit den Pinnacle Mt. Rechts und links hohe Büsche.  Ich klopfe mit meinen Wanderstöcken und rufe weiter Brightsides Namen um ein wenig Stimmung in das finstere Nichts zu bringen.  Aud dem Gipfel erwarten mich wirklich große Steine. Die passenden Stufen lassen auch nicht lange auf sich warten.  Ein junges paar was um die Ecke eines großen Steines kommt verrät mir, das ich ganz nah dran bin. Der Abstieg wird ao im flotten Tempo zurück gelegt. Ich stolpere über Stock und Stein und hoffe mein Ziel bald erreicht zu haben. Um 9.25 komme ich dann an Byrds Nest #3 Hut an. Brightside steht schon mit einem Sektionhiker vor der Hut und lässt sich über die Mäuseplage informieren.  Da wir die Hut für uns haben,  bauen wir unsere Zelte in der Hut auf. Bei der Zubereitung des Abendessens krabbelt tatsächlich eine kleine Maus über Brightside. Sie sind überall. Über der den Berggipfeln gegenüber erscheinen haufenweise Blitze und verwandeln die Nacht in ein kleines Feuerwerk. 
Mir geht’s nicht so gut. Fühlt sich an wie Margen Darm. Aber ich esse brav meine Nudeln und versuche zu schlafen.
In der Nacht verdrängt dann der Sturm die Sterne über uns. Der Sektionhiker kommt aus seiner Hängematte zu uns in die Hut um nicht zu erfrieren. Wir schlafen nicht viel als der Wind Bäume, Rucksäcke und den ganzen Berg in Bewegung hält. 

Gewandert: 35.3
Insgesamt: 938.5

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