Tag 74 – Pine Knob Shelter

Den Sonnenaufgang auf den kommenden Annapolis Rocks zu genießen fällt heute wegen schlechten Wetters aus. In der Nacht hat es geregnet.  Trotzdem war es im Shelter wieder super warm. Schlafsack als Decke benutzt und gut punktieren lassen. Erst in der Nacht konnte ich meine Füße im Schlafsack verstauen. 
Auf den Annapolis Rocks schoben sich die Wolken den Berg hinauf.  Im Tal kommen große saftige Bäume zum Vorschein.  Ab und zu erscheinen die Ausschnitte angrenzender Bergketten.  Auf dem Rückweg zum Trail treffen wir auf einen alten Bekannten dessen Namen mir gerade nicht in den Sinn kommt.  Er hat ordentlich Blasen und schleppt sich nur langsam voran. Brightside und ich laufen weiter und schenken uns die kommenden Black Rocks auf Grund des Wetters. Schade, später erfahren wir das es dort einen super Ausblick gab. Naja. Mal gewinnt man, mal verliert man. Wir laufen weiter und können kurz vor der Wolfsville Road noch eine Soda teilen. Ich mag zwar kein rotes Mt. Due oder wie das Zeug heißt.  Jedenfalls war es köstlich auch wenn ich keine Kirschen in Sodas mag. An der Straße konnten wir dann nach wenigen Minuten eine Fahrt auf der Ladefläche eines Pickups ergattern. Rich hat uns zum Food Lion gefahren.  Auf der Straße ging es im Wind auf und ab, durch Kurven wurden wir an die Wand gedrückt und mussten auf die lose Waschmaschine aufpassen die uns zeitweise entgegen kam. Nach dem Resupply war Rich mit der Wäsche noch nicht fertig und brachte uns zum Kaffee,  holte uns später wieder ab und fuhr mit uns noch Gas kaufen. Nach der Taxifahrt gab es auch noch eine Fahrt zurück zum Trail. Auf diesem Wege nochmals Danke! Gegen 1 standen wir so voll beladen schon wieder auf dem Trail + einer großen Box Zimtschnecken die auf meinen Rucksack geschnallt waren. Am Ensign Cowall Shelter wartete Kiwi einen ganzen Vormittag auf uns.  Willkommen zu Trailpsychologie und Gruppendnamik. Da wir die Zimtschnecken nicht mit den noch anwesenden Leuten, ca. 5, teilen wollten sind wir noch bis zum Raven Rock gewandert. Keine tolle Aussicht,  aber ein toller Platz um sich Köstlichkeiten aus der Stadt einzuverleiben.  Danach ein Nickerchen auf den Steinen. Gegen 15.30 raffen wir uns auf.
Ohne Stöcke ist es anstrengender und wacklig auf den kommenden Steinpassagen die zum Ende Marlylands anstehen. Auf einem steilen Abstieg werde ich langsam und versuche große Stufen zu vermeiden. Es ist anstrengend von Stein zu Stein zu treten und das Gleichgewicht zu halten. Man kommt nicht schnell voran und nimmt sich viel Zeit um seine Knochen und Gelenke zu schonen. Teilweise kann ich den Trail nicht mehr erkennen.  Riesiges Steinmeer. Das schafft mich und ich bin platt als ich den Pen Mar County Park erreiche in dem Kiwi und Brightside bereits schaukelnd pausieren. Ich fülle Wasser auf und entsorge Müll.  Danach laufen wir gemeinsam zur Grenze zu Pansylvania.
Ich bin platt und lasse den jungen Hüpfer den Vortritt beim kommenden Abstieg.  Der kommende Berg erleichtert die Sache nicht gerade und die beiden sind aus meinem Sichtfeld verschwunden. Jetzt heißt es Meilen kloppen. Der Trail ist gut zu laufen, aber die Füße schmerzen trotzdem. Am Deer Lick Shelter ist keine Menschenseele. Ich bin allein,  es ist 19.50 und ich will natürlich nicht allein im Wald nächtigen. Kein Eintrag im Register.  Also ein Schluck Eistee und los geht’s.  Es geht bergab und flach für die nächsten 2.4 Meilen.  Ich jogge die Abstiege und gehe die flachen Strecken. Gegen 20.30 bin ich dann am Shelter.  LEER! Aber es sind ein paar Zelte ca. 50 Meter entfernt aufgeschlagen.  Ich koche und mache es mir bequem. Im Wald gegenüber sehe ich eine Kopflampe. Ich leuchte zurück,  kann aber nichts erkennen.  Komisch,  Unwohlsein,  ich bleibe einige Zeit wach und schaue aus meinem Schlafsack in die Dunkelheit.  Der Fluss vor der Tür sorgt für den nötigen Geräuschpegel. Ich schlafe erst spät ein. Als ich aufwache bin ich noch am leben. Das Shelter ist weiterhin leer. In der Nähe von Picknick Arealen muss man immer wieder mit außergewöhnlichen Persönlichkeiten rechnen. Man sollte keine Angst vor Tieren oder der Dunkelheit haben, nur vor den Menschen um den Trail herum. Auf den TrailDays haben sie einen vom FBI oder sonstigen großen Behörden gesuchten Dieb ( nur 8 Millionen Dollar) verhaftet!  Hier läuft so einiges rum, was leider nicht mehr alle Sinne beisammen  hat. Aber das ist nur in einzelnen Fällen der Fall. 

Gewandert:  24.7
Insgesamt: 1071.4

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