Tag 11 – Wayah Bald

Nach der kurzen Nacht empfing uns die Sonne mit einem tollen Aufgang.  Leider war ich ein wenig zu spät um den Anfang zu erleben.image

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Das Feuer brannte noch und so gab es dort die Reste von gestern. Die Aussicht auf Franklin und die umliegenden Berge war gigantisch.
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Des Weiteren habe ich schon lange nicht mehr so viele Sterne gesehen. Das war super.
Gegen 9.30, ziemlich früh für meine Verhältnisse,  bin ich dann schon mal los und hab die anderen hinter mir gelassen. Die Sonne brannte wieder und nach einem schweißtreibenden Anstieg erreichten wir  Cooper Ridge Bald auf 5080 Fuß mit super weitsicht in die anliegenden Täler.  Das gleiche gabs dann auch
1.2 Milen weiter auf dem Rocky Bald. Von dort ging es 1200 Fuß bergab zum Tellico Gap. Schrecklich.  Die trockenen Blätter machen die Wege richtig rutschig und mein linkes Knie schmerzt anhaltend. Das dauert bis ich das loswerde. Am Gap genieße ich noch eine Soda  die ich mit Eis in meiner Tasse transportiert habe. Kalt ist sie nicht mehr, aber warm zum Glück auch nicht.
Der nächste Berg gibt nochmals Ausblicke von einem Observation Tower auf dem Wesser Bald. 360º!
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Aber die Sonne brennt weiterhin ohne Gnade und es ist gerade so möglich 2 Milen in der Stunde zu laufen. Ein wenig weiter den Berg hinunter fülle ich nochmals Wasser auf und warte am Wesser Bald Shelter auf meine Nachfolger.  Es ist schon 5 und wir machen uns noch auf den Weg zum Rufus Morgan Shelter um morgen im NOC zu frühstücken.  Der Abstieg ist die Hölle.  Nach einem langen Tag werden die Füße und der Geist müde.  Vom Tower war das ein Abstieg von ca. 2200 Fuß. Am Anfangs durch schmale verwachsene Pfade, um dann über große Felsen zu klettern um Hüfthohe Sprünge zu überwinden.  Ea war wirklich steil und erschöpfend.  Ab und an wurde man mit einer Sicht belohnt bevor man wieder in dichten Wald verschwand. Am Ende ging es zum Glück an den Bergflanken entlang und es ging nur noch darum vor der Dunkelheit am Shelter anzukommen.  Nach 5 Milen schmerzenden Abstiegs kamen wir dann am erlösenden Platz an. Indiana hat Feuer gemacht während wir unsere Zelte aufbauten.  In der Dunkelheit saßen wir dann daran und haben uns das Abendessen zubereitet während in den restlichen Zelten schon Ruhe herrschte.  Im Bett waren wir dann gegen 21.00. Eigentlich nicht schlecht.
Die Sonne macht es echt schwer die Berge zu bezwingen.  Das ganze trockene Laub, der Waldboden,  einfach alles scheint die Hitze zu speichern und 2m über dem Boden zu halten. Die Wege sind zwar meist schön ausgetreten und es weht ab und zu ein Lüftchen durch die kahlen Bäume,  aber ansonsten heißt es echt beißen! 
Der letzte Abstieg war wirklich schlimm  eigentlich hab ich den ganzen Tag kaum Fotos geschossen  da man so mit sich beschäftigt ist die Meilen zu kloppen und gegen die Hitze anzukämpfen. Man ist froh wenn man das geschafft hat,  den das ist das Ziel!
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Gewandert: 16.4
Insgesamt: 136.3 + 8.8
Wetter: kaiserlich! Ca. 25ºC

Tag 10 – Rock Gap

Der Morgen fing gut an. Ausgeschlafen und ohne nasse Klamotten konnte der Tag bei Kaiserwetter begangen werden.  Gegen 8 aufgestanden,  langsam Sachen zusammen geräumt,  was doch etwas länger gedauert hat, danach ein großes Frühstück bei MC mit 1380 kcal. 3 Pfannkuchen, Rührei, Kartoffelpuffer, Kasebrötchen, Fleisch.  Dazu Kaffee und Sirup. Zum Zweck der Kalorienzufuhr gar nicht so schlecht.  Danach haben wir zu 7 vor dem Hotel auf unser Shuttel gewartet. Insgesamt waren wir dann 10 Hiker + Fahrer. Am Rock Gap ging es für uns um 12.00 wieder los. Ein schwerer Start nach einem Zero. Der Rucksack ist viel zu schwer, das Essen würde auch für die doppelte Zeit reichen. Also langsam los traben und das Wetter genießen.  Schön an der Bergflanke entlang schreiten wir über laubbedeckte Pfade. 
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Die Bäume sind kahl und die Sicht weit. Am Wallace Gap beginnt dann der erste richtige Anstieg zum Winding Stair Gap. Ein kleiner Hügel mit auf  und Abstieg verteil über 2.1 Meilen.  Danach sind wir warm. Die Sonne brennt nun schon richtig und Wolken sind nicht in Sicht. Über die Schnellstraße gehts geschwindt in den nächsten Wald/ Anstieg zun Siler Bald.
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Ein schöner Wasserfall begrüßt uns zu Beginn bevor wir Serpentinen nach Serpentinen abschreiten um nach 4.6 Meilen auf einem atemberaubenden Aussichtspunkt stehen.  360º
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Sicht bei praller Sonne.  Da verbringt man gern die Mittagspause mit Wraps, Käse und Sommerwurst. Über einen schnellen Abstieg gelangen wir zum Fuß unseres letzten Berges für heute.  Erst der Straße folgendend, danach durch Wald und ausgetretene Wege schleichen wir in der nachmittagshitze den Berg hinauf.  Uns erwartet ein steinerner Tauer. Dafür müssen wir aber schwitzen.  Durch offene Wälder, grüne Tunnel,  abgestorbene verweiste Baumlandschaften, gesunde Laubwälder geht es unentwegt nach oben.
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Nachdem wir fast die Hoffnung aufgegeben haben, erreichen wir endlich den auf 5342 Fuß gelegenen Tower. Atemberaubend! Wie schon oft zuvor bieter der Tag die besten Aussichten bis jetzt.
Über ganz Franklin und zum letzten Tower,  der von Wolken umschlossen war, kann man nun sehen.
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Das beste kommt zum Schluss!  TrailMagic!
Durch ein Schild sind wir noch zum Parkplatz geschlappt und haben ein Pärchen angetroffen, welches einen riesengroßen Tisch mit allen möglichen Speisen aufbereitet hatte. Dazu Bier,  Wodka, Rum, Moonshine, Soda. Also haben wir unsere Zelte direkt in mitten des Kreisels aufgeschlagen und ein riesen Feuer entfacht. Dazu gab es Unmengen an Essen uns Trinken. Der Moonshine ist übrigens sehr sehr gut! Bis halb eins haben wir so fröhlich den restlichen Abend verbacht, was für einen Hiker quasi eine durchzechte Nacht bedeutet.  Normalerweise schlafen wir ja schon 3-4 Stunden.  Die Hündin der beiden,  übrigens eine klevere Dame, hat öfters in der Dunkelheit angeschlagen.  Ich konnte mit meiner Kopflampe aber nur zwei Augen sehen und wollte weiteren Gründen nicht ausführlicher nachgehen.  Bearbags haben wir aber nicht aufgegangen.
Also: Top Wetter,  super Leute, beste Aussichten,  TrailMagic deluxe!! Und ein schmerzhafter Sonnenbrand. Geiler Tag
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Gelaufen: 13.8
Insgesamt: 119.9 + 8.8
Wetter: Sonne pur

Tag 9 -Franklin, NC

Heute ist unserer erster Zero Day.  Also machen wir angeblich nichts.  Aber falsch. Es ist so viel zu tun. Outdoorläden abgrasen und Ausrüstung ergänzen. 
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Zum Post Office laufen und nicht benötigtes voraus schicken.  Einkaufen, Wäsche waschen.  Nochmal etwas essen. Wenigstens war das Wetter einigermaßen stabil. Um 10 sind wir los, um 19.00 waren wir wieder im Zimmer und fertig mit allem.
Jetzt versuchen wir uns noch ein wenig zu erholen,  Ausrüstung zu trocknen, Essen in ZipLocks umpacken,  Blog schreiben. Aber ich gönn mir jetzt noch Urlaub vom Urlaub und verabschiede mich bis Fontana Village, NC bei Meile 164
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Gewandert: 0
Gelaufen: 4-5 Meilen.
Wetter: ab und zu leichter Regen,  bewölkt

Tag 8 – Standing Indian Shelter

Der Morgen fing mit Regen an. Da dreht man sich lieber noch einmal um. Um 9 ging es dann aber endgültig aus dem Schlafsack. Regen gab es noch in geringen Maßen.  Also Schlafsack einpacken, wieder hinlegen und Lutf ablassen.  Danach alles schnell in den Packsack. Draußen erwartet mich grausamer Wind.  Es ist super kalt und mich frierts. Zwar hab ich dieses mal die lange unterhose unter der kurzen, mein Tshirt, Longsleev und Regenjacke + Mütze und Handschuh.  Aber es nützt nichts. Ich beginne gegen die Kälte zu arbeiten und kämpfe mit Wind, starkem Regen und meinem Zelt.  Abbau ist scheisse wenn es nass ist und der Wind das Zelt entreißen will. Aber ich habs geschafft und Lonestar hat in seiner gütigen Gnade vom Planeten Kaffpsylonee Kaffee gekocht. Da hab ich mich dran geklammert.  Aber die normalen Handschuhe mussten noch dickeren weichen.  Der Bearbag hing noch, aber für Frühstück war es zu kalt. Alles in den Rucksack gepackt und los. Da ich dachte Lonestar wäre vor mir, wollte ich ihn einholen uns gab gas. Auf den Standing Indian Mountain, 1000 Fuß runter zum Coleman Gap. Der Berg hatte nicht viel übrig außer starken Regen. Kein Ausblick aber viele dem Sturm zum Opfer gefallene Bäume die man jetzt akrobatisch bezwingen musste.
Im Tal angekommen kam der Rohodendron zum Vorschein.  In viele kleine Täler schlängelte sich der Dschungel und überquerte viele Quellen.  Auch Schilder mit Bärwarnungen waren dort angebracht.  Das fand ich aber nicht sehr beruhigend,  denn kuez vor einem dichten grünen Tunnel vor Bären zu warnen gibt mir nicht gerade ein Gefühl der Sicherheit. Also laut pfeifend durch ein tropfende Hölle die doch ihren Reiz hatte. Danach gings dann wieder bergauf und am Carter Gap Shelter traf ich auf TakeCare und wir machten Mittagspause.  Lonestar traf 30 Minuten später ein. Er war noch Wasser holen und ich hatte ihn nicht erkannt! Verdammt,  ich hab 7.6 Meilen in 145 Minuten runter gebetet.. für nichts.
Naja, mit der Zeit trafen dann auch noch alle anderen Hiker ein und wie waren ca. 9.
Danach ging es weiter mit Ziel Albert Mountain auf dem ein Fire Tower großartige Aussichten verspricht,  vorausgesetzt es ist klar. Von oben  bis unten nass, sind wir auf unserem HikerHighwayTo4 den letzten Berg hinunter geflogen.  Wahnsinn wie viel Spaß das mache  kann. Der Anstieg war dann wieder etwas fordernder.  Der erste Teil war an einer Kante entlang. Es war matschig,  rutschig, felsig. An einer Stelle sollte man keinen Abgang machen. Es gibt zwar noch einen kleinen Hang,  der hört aber nach 2 Metern auf und weicht einem 20 Meter tiefen Abgrund.  Aber den hab ich nur einmal kuez gesehen. Danach gings dann richtig los. Auf 0.3 Meilen 400 Fuß hoch. Das erinnerte mich an die geheime Treppe in Die Herr der Ringe. Da musste man kraxel und zwar ziemlich steil. Oben angekommen pfiff der Wind im beachtlichen Tempo.  Trotzdem sind wir für eine Pause auf den Tower gestiegen und haben so wind und regengeschützt pausiert.  Danach wieder in den kalten Dauerregen zu gehen, bei kräftigen Wind ist mies. Aber wir haben beschlossen heute noch nach Franklin zu rasen und warm und trocken zu nächtigen.  Also anschnallen und ab gings. 6 Meilen Abstieg.  Am Long Branch Shelter hat Lonestar kurz im Havens Budget Inn angerufen und alles klar gemacht.  Frei war nichts mehr, aber wir wurden dann im Sapphire Inn einquartiert. Super Sache.
Also sind wir die letzten Meilen mit einem kleinen  Hügel abgelaufen. Nach dem Long Branch Shelter musste man durch einen Flussbett gehen, da waren wir uns erst nicht sicher ob wir dort richtig waren. Aber auf dem Highway ging es dann super bergab. In Nc ist es wirklich einfach zu laufen. Es gibt nicht so viele Steine die man mühsam und vor allem achtsam überqueren muss. So gelangten wir dann gegen 17.55 zum Rock Gap! Wir haben damit die 100 Meilen Marke überschritten und mehr als 30km gemacht. Wenn man alle Wege zu den zwei Sheltern mit einrechnet, könnten es sogar 20 Meilen sein.  Dabei war der Dauerregen und heftiger Wind gar nicht so schlimm.  Man ist,  wenn man läuft,  immer gut temperiert.
Nachdem wir unsere Sachen im Zimmer gelagert hatten, gabs 6 ChickenBones und ein fetten Cheeseburger.  Danach war ich wirklich platt. Aber für ein gutes Bier,  hier vorzugsweise IPA, hat es noch gereicht.

Gewandert: 19.8
Insgesamt: 106.1
Wetter: den ganzen Tag starker Regen und Wind

Tag 7 – Dicks Creek Gap

Heute morgen ging es schon um 6.50 aus den Betten.  Denn um 7.00 gibts hier Frühstück. Rührei, Würstchen und Toast. Danach Unmengen Cornflakes für 8 Dollar. Gegen neun wurden wir dann wieder zum Gap gefahren. 
Wir waren einige die von dort gestartet sind und so hat man zwischendurch immer wieder jemanden oder den gleichen getroffen. Eigentlich ging es den ganzen Tag leicht bergauf. Teilweise war es auch hier sehr wolkenverhangen. Nach 7.9 Meilen war dann die Grenze erreicht und es wurden die üblichen Fotos gedchossen.
NC begrüßte uns direkt mit einem riesigen Anstieg.  Ab und an konnte man durch die kahlen Wälder im Tal einen See sehen. Den ganzen Tag umwanderten wir das Tal und wurden kurz vor dem Muskrat Creek Shelter mit einem klaren Ausblick belohnt.
Am Shelter habe ich, da es noch sehr früh war, Kaffee gekocht. In drei Tagen können wir schon in Franklin sein.  Das sind aber 40 Meilen und so sind wir um 16.25 zum nächsten Shelter in 5 Meilen Entfernung aufgebrochen.  Es ging nun durch ein weiteres Tal und an den Bergen entlang.  Alles in allem ein sehr gnädiger Wandertag mit gutem Wetter.  Am Fuß den letzten Berges konnte ich schon Rauch riechen.  Das gab nochmal Kraft.  Allerdings zog es sich noch gut 1 Meile den Berg hinauf bevor ich am Shelter ankam. Hier ist sie Hölle los. Eine riesige Wandergruppe hat ihre Zelte aufgeschlagen und das Shelter besetzt.  Nicht so schlimm.  Lonestar weist mir schnell noch einen geeigneten Zeltplatz zu bevor die anderen Wanderer einlaufen die ich überholt habe. So sind wir bestimmt 30 Leute hier und machdem wir unseren ersten bearbag aufgehangen haben verkrichen wir uns schon um 8 ins Zelt.  Hier auf dem Berg fängt es nämlich an zu stürmen und zu nieseln. Während ich meinen Blog schreibe,  höre ich die Bäume um mich herum knarren und die bearbags hin und her schaukeln. Das ist noch nicht mulmig genug, denn ab und an schreien die Shelterleute laut los und vertreiben Bären!  In der Nacht raschelt ea immer wieder unter uns im Wald und ich bin gespannt ob unser Essen noch an Ort und Stelle ist;)

Gelaufen: 16.7
Insgesamt: 86.3 + 8.8
Wetter: bewölkt, bisl windig