Tag 112 –

Ungewöhnlich motiviert für alle anderen bläst um 6 Uhr Luft aus meiner Matratze. Hanover und New Hampshire sind angesagt.  Trotz Nässe in den Bäumen ist es nicht all zu kalt. Wir legen einen schnellen Start hin und begeben uns auf die 15 Meilen Vormittagstour. Im Höhenprofil sieht es wie ein großer Berg mit vielen kleinen geraden Flächen im Abstieg aus. Haha. Wir laufen hoch und runter.  Durch jedes kleine Tal im Wald. Jagen ein Flussbett nach dem anderen.  Die Wiesen sind nicht gemäht und der schmale Trampelpfad bringt die Schuhe zum schmatzen. Bei jedem Tritt blubbert das Wasser nur so aus meiner Schuhspitze. Irgendwie cool wenn es nicht morgens um 8 wäre. Meine Hose ist ebenfalls kalt getränkt. Aber wir laufen gefühlt ziemlich schnell. Am Wegesrand im Nadelwald schrecke ich nach einer Flussüberquerung kurz zusammen. Das Stachelschwein hatte ich im Eifer nicht gesehen.  Es mich leider auch nicht. Denn es war nicht mehr in der Lage irgendeine Bewegung zu vollführen. Lage einfach tot da. Keine Anzeichen von Gewalteinwirkung. Es hat wirklich erstaunlich ungemütlich lange Stachel die ich nirgends spüren möchte.  Es war größer wie ein Dackel und hatte sanfte bauschige schwarze Pfoten.
Als wir nach fast 2 Stunden aus dem Wald kommen haben wir erst 4,4 Meilen hinter uns. Ich bin entsetzt über diesen Fortschritt und ich will nichts mehr als in Hanover einlaufen.  Das zieht sich aber wohl noch. Über den White River führt uns dann eine Brücke auf der wir ein Glockenläuten hören.  Trailmagic! Wie werden mit Frühstück und Kaffee willkommen geheißen. 🙂
Lustig ist nebenbei, dass jeder der den Verhafteten Bismarck(7.000.000 $ oder so) kennengelernt hat ihn auf Grund seiner Freundlichkeit sehr zu schätzen weis. Überall findet man Dankespostkarten von ihm aus dem letzten Jahr.
Naja, nach einem gemütlichen Frühstück kämpfen wir uns wieder durch den Wald. Viele Moskitos leider auch. Meine Beine sind übersät mit Stichen die leider auch heftig anschwellen und juckend Kreise ziehen. In den Kniekehlen ist es so schlimm, dass die Haut so gespannt ist das es schon unangenehm ist zu laufen.
Raus aus dem nächsten Wald laden wir bei strahlender Sonne auf der Elm Street und werden glücklicherweise nicht von Eddy begrüßt sondern von einer anderen rot gestreiften Kiste namens Trailmagic.  Es gibt eiskalte Sodas und einen netten Plausch mit dem Besitzer bei dem wir heute leider nicht nächtigen können da er eine Party schmeißt.  Wäre uns aber recht gewesen.
Von nun an geht es nur noch über Asphalt. Ätzend, aber am nächsten Haus erwartet uns schon Melone und selbst gebackener Kuchen.  Tolle Begrüßung in Norwich. Die Häuser haben nun auch endlich mal ein Hauch von Architektur ab bekommen. Nach einer gefühlten Ewigkeit in der Sonne und neben glotzenden Autofahrern erreichen wir endlich den Connectiut River und schreiten nach New Hampshire! Hanover folgt nach einem kleinen Anstieg und bietet uns eine tollen Empfang.  Super Stadt und viele junge Studenten!  Dartmouth College ist hier schließlich Zuhause. Wir bekommen an verschiedenen Orten gratis Pizza und Gebäck.  Danach gehts in einen etwas gehobenen Laden zum Burger essen. Endlich!! Meinen letzten hatte ich in steinigen Daleware Warer Gap, PA.
Danach ging es mit drei Bussen auf eine lange Tour zum EMS Outfitter in Lebanon. Es gab neue Schuhe. Die alten sind nach ca. 800 Meilen oppe und beginnen in in ihre Einzelteile zu verfallen. Einkaufen können wir direkt gegenüber.  Ein netter und begeisterter Mitarbeiter vom Outfitter bringt uns nach Feierabend,  ca. 10 warten, zum Inn. Wir bekommen das letzte Zimmer und fallen in unsere Betten. Ungewohnt anstrengend gegen 13.00 Uhr in eine Stadt zu kommen und erst gegen 18.30 irgendwo einzukehren.

Gewandert: ca. 15
Insgesamt: 1747.1

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