Fotos der letzten Woche(n?)

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Abstieg zu Port Clinton

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Miese kleine scharfe und spitze Steine
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Auf dem Weg in Boiling Springs. Aud dem Weg geradeaus kam uns BananaBoat entgegen. Der Trail geht aber links an der Wiese vorbei.

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Traumhafter Himmel bei unserem längsten Hike & Nighthike in Duncannon

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Shelter nach Dancannon. Numbers beim essen

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Ausblick von der kommenden Ridgeline

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Provisorisches Nachtlager unter Numbers Tarp. Sehr effektiv!

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Farn so weit das Auge reicht

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So sehen meine Füße nach 22 Meilen aus. Dreckig wie …. 😉

Tag 81 – Eagles Nest Shelter

Aufstehen um 5.50. Wenn wir schon einen Tag in der Stadt verbringen, dann wenigstens mit ausreichend Zeit. Ich bin nach 30 Minuten fertig und verschwinde während sich die anderen aus dem Schlafsack pellen.  Die nächsten 9 Meilen schlängeln sich weiter durch offenen Wald.  Viele Farne bilden einen grünen Teppich rechts und links.  Nach ca. 3.5 Meilen kommt der einzig harte Anstieg für ein paar Meter.  Aber die hatten es in sich. Der Morgen verging reichlich Ereignislos. Die einzige Quelle war trocken und ich bin mit meinen restlichen Schlücken weiter gezogen. Chey hat mich dann noch eingeholt.  Er ist einfach super schnell und wie alle hier draußen ein lustiger und guter Mensch.
Der Abstieg zu Port Clinton wurde erst langsam steil. Endete aber in einer wahren senkrechten. Dort überholten mich auch noch fast alle aus dem letzten Shelter.
Zusammen ging es dann in die „Sadt“. Mit den Twins und unserer Gruppe ging es dann in den örtlichen Barbershop. Ein wahrer Augenschmaus für nostalgische alte Läden. Wir bekomme Kaffee, Kekse und laden unsere Elektrotechnik. Numbers lässt sich Bart und Haare komplett abschneiden. Wir verbringen fast 2 Stunden dort,  bekommem aber eine Fahrt von einem Kunden zum Cabellas. Dem größten Outdoor Store in den USA.  Viele ausgestopfte Tiere. Riesige Braunbären und Elche.  Das war interessant. Neue Stöcke gab es zum Glück auch! Endlich. Allerdings muss ich sage, dass die ganze Wanderei auf den Ridgelines ohne Stöcke besser funktioniert.
Von dort laufen wir in nun wirklich brutaler Hitze zu Five Guys. Essen einen ordentlichen Bacon Cheeseburger mit Fries. Danach zum Walmart zum resupply. Von ein paar Trailangeln bekommen wie dort noch ein Eis und eine Fahrt ins Microtel. Brightside geht wieder auf den Trail und wandert nun mit anderen Hikern weiter.
Wir chillen im Hotelzimmer und essen eine Menge. Ich babe 13 Dougnats und eine Packung Chips zum teilen gekauft. Muss ich wohl aber alles alleine essen.
Nun noch allea hochladen und in den nächsten 3 Tagen PA den Rücken kehren.  Es soll allerdings die nächsten Tage regnen.  Mal schauen wie das mit den Steinen kommt. 

Gewandert:  9.3
Insgesamt: 1217.8

Tag 80 – Campsite 1180.6

Da wir gestern wieder spät eingelaufen sind war es nun wirklich spät.  Erst gegen 8.45 sind wir los. Einen kleinen Hügel hoch und nach dem Swatara Gap an dem wir unseren Müll entsorgen konnten ging es wieder hinauf auf die Ridgeline. Ich ließ es langsam angehen ließ mir mit Brightside Zeit. Es war wirklich heiß und schwül.  Auf der Ridgeline ging es dann wieder stundenlang geradeaus. Viele Steine die wie Speerspitzen aus dem Boden ragen. Aber auch gute Abschnitte und welche, in denen man über große Steine springt.  Am William Penn Shelter sind wir dann zur erbärmlich tröpfelnden Quelle abgestiegen. Und weiter geht’s.  Ziel war das 501 Shelter an dem man Pizza bestellen kann. Doch es ist Montag und das war es auch schon mit dem Mittagessen.  Aber als wir zur PA645 kommen werden gerade ein Tisch und Stühle für TrailMagic aufgestellt.  Wir genießen in Campingstühlen kalte Sodas und frisches Obst. Natürlich machen wir es uns gemütlich und wollen in der Hitze nicht weiter.  Aber es gibt immer ein paar Motivierte und als letzter verlasse ich dann auch den bequemen Stuhl. Die 2 Meilen zum 501 vergehen dann auch wie im Flug. Kurze Pause und das Bandana in kaltem Wasser tränken.  Ich bin gut bedient, es ist 15.00 Uhr und es stehen nun 15 Meilen zum nächsten Shelter an. Der Trail zeigt sich von seiner besten Seite.  Endlich sehe ich auch mal bei Tageslicht wofür PA berüchtigt ist! So viele Steine. Wer will sich das freiwillig antun? Zwischendurch kommen auch große Boulderfelder. Jeder 6 jährige wäre froh dies sein Spielplatz zu nennen. Doch ich sag euch! Das war kein Spaß wenn man das für Stunden tut. Außerdem würde sich jedes Kind das unbeaufsichtigt dort durchläuft unweigerlich etwas brechen. Vielleicht lag es auch nur an meinen müden Füßen. Die großen Boulder waren aber nur kleinen Sektionen.
Am ersten Campsite habe ich dann wieder Kiwi und Numbers getroffen und etwas gegessen.  Tunfisch,  Banane und ein paar Löffel Erdnussbutter. Nur noch 9 Meilen. 17 Uhr und es fühlt sich wie 20 Uhr an.
Wieder geht es in den Wald. Unendlich zieht sich der Trail fast auf gleichem Höhenniveau. Es passiert nicht viel und die Orientierungspunkte liegen in weiten Abständen auseinander. Man kämpft sich voran. Steine hier Steine dort. Es ist einfach doppelt so anstrengend für die Gelenke und Bänder die ganzen Steine abzufangen.
An der PA mache ich noch eine Pause.  Zeit ist eigentlich nicht übrig.  Aber das muss jetzt sein. Ich entstaube nochmal meine Socken und ziehe weiter.  Gleiches Spiel wie die letzten 9 Meilen. Irgendwann fange ich an ein paar Minuten zu rennen um Kiwi einzuholen.  Ich will nicht allein im dunkeln wandern.
Es gibt verschiedene Arten von Schnelligkeit auf dem Trail.
• ich will nicht in Dunkeln wandern
• Townday
• Gewitter im anmarsch
• normal
• Schmerzen
• Nighthike
Etc.

Naja, ich habe Kiwi dann auch eingeholt und ihn damit fast mit einem Herzinfarkt ausgeschaltet. Wir sind dann noch ca. 3 Meilen zusammen gewandert.  Die letzten 2 Meilen im super Speed, “ ich will nicht in Dunkeln wandern“ schneller geht es nicht außer zu rennen. Am Shelter waren wir dann gegen 20.50 Uhr. Alle waren noch und ein warmes Feuer brannte.  Brother Lui, Chey, Arkinsaw Twins Folklore und Link, ProudFoot, Numbers und Brightside. Eine schöne Runde.
Wir kochen noch gemütlich Essen während uns das Feuer im Rücken wärmt. 
Ich schlafe auf der Stufe zum Shelter und habe einen tollen Blick hinaus in die Dunkelheit und das Feuer.  Es ist schon wieder nach 22.00 Uhr. Wir sind schon wieder lange unterwegs.  Doch morgen können wir früh in Port Clinton einlaufen.

Gewandert: 27.6
Insgesamt: 1208.5

Tag 79 – Clarks Ferry Shelter

Nach dem entspannten Tag gestern legen wir heute wieder etwas mehr Meilen ein. Das Terrain ändert sich leider nicht merklich und wir wandern weiter über die Ridgeline. Am Memorialday kommen mir viele Wanderer entgegen. Auch viele Gruppen die mich an den Rand zwingen kommen mir entgegen. Da denke ich doch, gut dass wir nicht zum nächsten Shelter gelaufen sind.
Nach 13 Meilen in der Hitze des Tages kam ich dann am Clarks Creek an. Aber nicht ohne vorher die Quelle anzusteuern und .3 Meilen mit Nasenbluten und einem 2 Literbeutel Wasser im Nacken den Hügel hinunter zu steuern.  Auch in der folgenden Mittagspause unter ein paar Nadelbäumen am Fluss legte sich der rote Nervtöter nur zögerlich. Die rote Kühlbox vor der Brücke war natürlich leer. Auch so war meine Stimmung schon tiefst angekratzt.  Den ganz Tag stur über die Ridgeline zu laufen, nichts als Hikern auszuweichen und ständig fallen diese blöden grünen Raupen von den Bäumen oder hängen mitten auf dem Trail.von Bäumen.
Ich kochte Ramen und teile eine Orange. Auf die nächsten 11 Meilen konnte ich getrost verzichten.  Als nach einer Stunde aber alle aufbrachen habe ich auch die Füße in die Hand genommen.  Der Aufstieg zur nächsten Ridgeline war dann auch nicht mehr so steinig und schwer.  Es war wie ein Traum.  Morgens den Mist erledigen und nachmittags genießen.  Wenn man zügig gehen kann macht es wenigstens Spaß. Der Wals war wie gemalt. Büsche am Rand.  Holz und Steinformationen schmückten den restlichen Teil. Kurz nach dem Yellow Spring Trail habe ich mich noch mit Brightside auf einer grünen Wiese zu einem Nachmittagsschlaf gebettet.  20 Minuten früher oder später am Shelter machen da nichts. 
Auf den letzten Meilen bekam ich dann wieder Nasenbluten und habe mich was über eine großen Flesen hinweg hingelegt. Habe mir aber nur schmerzhaft den Knöchel angeschlagen und bin dann blutend weiter gezogen. Am Shelter angekommen war mir schon klar, dass waren nicht die letzten Meilen für heute! Essen gekocht und gegen 20 Uhr weiter gezogen. Mit frischen Essen ging es flott voran. Wie preschten zum Second Mountain hoch und wieder runter. Auf der kommenden Wiese überlegten wir zu nächtigen.  Allerdings konnte sich Brightside nicht so recht durchsetzen und wir wanderten noch zu einem Campsite nahe der PA72 an einem Fluss den wir nur noch hörten. Aber ProudFoot hat noch eine Kühlbox hinterlassen aus der wir das letzte Bier und jeder eine Soda entführten.  Im Nadelwald schlugen wir dann nebeneinander unter Numbers Tarp unsere Matratzen aus. Das war wirklich einmalig und super. Geschlafen wie ein Murmeltier und da es wieder wo ein langer Tag war ( Bett gegen 21.30)  war der Gang in dem Schlafsack wieder wie der Einzug in den Himmel.

Gewandert: 29.2
Insgesamt: 1180.6

Tag 78 – Duncannon

Wir erwachen als der Traktor welcher sich neben uns unter dem Pavillon befindet mit einem Entschuldigung Jungs in Bewegung setzt. Egal. Wir sind so platt, dass die Hälfte gar nicht erwacht und der Rest seelig zurück in die Traumwelt gleitet. Die Sonne scheint allerdings schon und auf dem 20 Meter entfernten Fluss kreuseln sich leichte Wellen. Wir stehen gegen 8 auf und genießen eine Warme Dusche. Die Sanitärräume befinden sich direkt hinter uns und haben die Nacht über ihre Beleuchtung auf uns abgegeben.  Kein Problem. Trotz Zügen und Beleuchtung war es ein erholsamer Schlaf.  Natürlich wacht man öfters mal auf und dreht sich. Ich tue das bestimmt 5-10 Mal die Nacht.  Ich weiß nicht wann ich je, auch im normalen Alltag,  durchgeschlafen habe.
Während der Wartezeit wärmen wir uns in der Sonne, essen Oreos und verarzten unsere Wehwechen.
Um 10.30 schlagen wir im unteren Stadtteil bei Goddies auf. Bis 11 gibt es hier Frühstück.  Auf dem Weg dorthin laufen wir hinter einer Parade aus Feuerwehrfahrzeugen und Oldtimern her. 23.5.
Nach uns kommen noch 2 Sektionhiker ins Diner. Wir werden ohne große Worte eingeladen. Dann beginnt das große Fressen. Ich hatte zwei große Pfannkuchen mit Sirup und eine Platte mit Bratkartoffeln, Paprika,  Zwiebeln, Eiern und Speck gespickt mit Toastbrot.  Danach war ich bedient. Die anderen haben teilweise noch einen dritten Gang eingelegt.  Völlerei vom feinsten. Brother Lui und Chey sind nach 11 auch schon angekommen ( unsere extra 11 Meilen) und bekommen auch noch Frühstück.  Wir rollen in den gegenüberliegenden Waschsalon.  Hinter dem Sodaautomaten werden bei bedarf die Klamotten gewechselt und wir waschen eine große Ladung und hängen rum. Banana Boat läuft auch noch vorbei. Sie nimmt zwei Tage Urlaub.
Anschließend gehts ins Hotel nebenan. Der Besitzer organisiert uns kurzerhand einen Shuttelservice zum Einkaufsmarkt und zurück. Numbers kann noch eine volle Gaskartusche abgreifen. Wir kaufen ein und hängen danach noch in der Bar mit einem ehemaligen Hiker ab. Erst nach 15.00 Uhr machen wir uns wieder auf den Weg.  Wir kommen nicht weit als sich die Eisdiele nährt. Das Frühstück hält zwar noch an aber für eine Schüssel Banana Split ist noch Platz. Auf dem weiteren Weg treffen wir auch auf Privatleute die ihr Grundstück für Hiker zur Verfügung stellen. Es gibt Getränke und man kann seine mitgebrachten Sachen grillen.  Leider haben wir das gestern Nacht nicht mehr gesehen.  Es hätte uns gut eine halbe Meile erspart.  Also kommende Hiker, ich glaube die Hausnummer ist 2019. Schild auf der Wiese erläutert die Moglichkeiten. 
Unter der Sonne folgen wir der Hauptstraße über zwei große Brücken.  Danach geht es in den Anstieg zum Shelter. Zum Glück gibt es hier genug Schatten. Der Weg ist gut begehbar und der Rucksack schwer. Nackenschmerzen jawoll. Oben angekommen geht es noch ein wenig über das Plateau. Steine, Steine und noch mehr große Steine.
Trekkingstöcke gibt’s bei dem Outfitter und bei jedem anderen in der Umgebung nicht. Ich bin erstmal geliefert.
Am Shelter wartet Numbers bereits. Wir besprechen die nächsten Tage und entscheiden unplanmäßig hier zu bleiben. Wir starten ein Feuer und teilen die von Kiwi getragenen/ gesponserten Zimtschnecken. Gekocht wir auch ohne großen Hunger. Schließlich will ich morgen ein kleines bisschen Gewicht von den Schultern wissen. Trailleben am Abend. Musik aus dem Handy, Lagerfeuer und Essen kochen. Wasser holen und Schlafplatz richten.  Brightside näht noch ihre Schuhe zusammen die an den Seiten große Risse haben. Was halt alles so anfällt.  In der Ferne höre ich übrigens gerade wieder einen Zug.  Man hört die echt überall!! Verfolgen uns. Aber die nächsten Tage gibt es erstmal keine Städte in der Nähe, sodass vielleicht ein wenig Ruhe einkehrt.

Ich weiß,  gestern haben wir  ordentlich auf die „Kacke“ gehauen was die Meilen im Zusammenhang mit dem Terrain angeht. Aber das ergibt sich eben so. Mal fühlt man sich geschlagen,  mal strotzt man so vor Tatendrang. Heute war dafür ein ruhiger Tag und in den nächsten Tagen ist auch nichts wildes geplant. Ich hoffe mal das es nicht allzu steinig wird. Es fühlte sich heute morgen zwar nicht danach an, aber auch nach dem langen Tag geht es mir und meinen Füßen gut. Nur eine kleine Blase. Wenn man dem Körper die Möglichkeit gibt sich zu erholen,  tut es dies. Allerdings ist die Fähigkeit sich zu regenerieren im täglichen Wandermodus, sprich Meilen ohne Zeros/ Neros, eher eingeschränkt. Da geht der Zeiger der Batterie nur noch Berg ab. Geht am morgen wieder auf 65% und sinkt wieder in den roten Bereich. 

Gewandert:
Insgesamt: