Tag 69 – Sam Moore Shelter

Weiter geht die blöde,  schwachsinnige und bestimmt auch körperlich nicht ungefährliche 4 Tagestour. Um 5 klingelt der Wecker,  doch ich wache erst gegen 5.30 aud. Es ist schon hell und ich lasse die Luft aus meiner Matte um mich auf den kalten Boden zu verfrachten. Nun ist aufstehen unausweichlich.  Wir packen alles zusammen. Essen kurz etwas und verschwinden unbemerkt von den anderen wieder auf den Trail. Der zweite Teil vom Roller Coaster steht an. Wie jeden morgen der letzten Tage sind wir bedient. Mein rechter Fuß schmerzt.  Nach kurzen Anstieg erreichen wir die 1000 Meilen Marke die ich verpasst hätte wäre Brightside nicht stehen geblieben um ein paar Fotos zu schießen. Die Freude hält sich an diesem kalten morgen allerdings in Grenzen 😉
Rauf und runter.  Die Steine sind spitz, groß und unsere Feinde. Es ist nicht möglich gemütlich zu wandern. Volle Aufmerksamkeit auf jeden Schritt zu richten fällt einem nach 5 Stunden schlaf schwer. Augen auf gewohnter Position.  Auf den Bears Den Rocks machen wir eine Pause und legen uns zu einem Powernap auf die Steine.  Ich schlafe wunderbar. Nach 30 Minuten in der Sonne gehts mit schweren Füßen weiter. Am Bears Den Hostel ein paar Meter weiter versuchen wir einen Kaffee abzustauben. Ergebnislos.  Aber es sieht wirklich super schön aus. Wir laufen weiter. Die Meilen schwinden nur mühsam unter unserern Füßen. Wir schaffen vielleicht und auch nur mit Glück 2 Meilen die Stunde.  Auch als wir den Roller Coaster verlassen bleibt der Untergrund dem Roller Coaster treu. Aber die stetigen Höhenunterschiede weichen seichten Auf- und Abschwüngen. Wir laufen und laufen, pausieren und laufen. Wir treffen auf zwei Trailarbeiter und verweilen für einen Smalltalk. Sie raten uns ins nächste shelter einzukehren, da es bis 5 wohl nicht mehr möglich ist bis zur AT Conservancy zu wandern. Es sind 3 Meilen bis zum nächsten Shelter und dann nochmals knapp 9 die ebenfalls sehr steinig ausfallen. Wir nehmen diesen Rat glaube ich beide ohne jegliche Reaktion unsererseits an. Einer der Männer meinte auch, dass ich wie ein ThruHiker aussehe.  Ich weis nicht ob er das aus meinem Bart und den wilden Haaren oder meinem ausdruckslosen,  vor Erschöpfung trotzdem Gesicht schloss.
Brightside läuft voran und ich lege nochmal eine Pause ein, ziehe die Schuhe aus um meine Blase aus den Shenies vom Tape zu befreien. Als ich den Socken vorschiebe erwartet mich eine Monster Blase. Aus der kleinen Blase ist eine über die Front des ganzen kleinen Zeh geworden. Sieht schlimm aus und fühlt sich scheisse an. Auch meine Wanderstöcke geben längst keine Unterstützung mehr. Es funktioniert nur noch einer. Der andere Stock hängt ca. 20 Zentimeter tiefer und lässt sich nicht mehr fixieren.  Ich laufe zum Shelter. Nach 8 Stunden habe ich die 14.2 Meilen geschafft. Um 14.00 breiten wir uns im Shelter aus. Ich hole Wasser von der .25 entfernten Quelle im Tal. Wieso muss ich immer in den Sheltern landen, an denen die Wasserquelle eine eigene Expedition erfordert? 
Immerhin ist es ansonsten TOP! Veranda, Hollywood Schaukel, Pavillon und Picknicktische. Wir lesen ein wenig und schlafen eine Runde. Kochen kurz etwas unter dem Pavillon und legen danach wieder ein Nickerchen ein.  Der Nachmittag verstreicht und wir verkriechen uns in unsere Schlafsäcke im Shelter. Wieder schlafen. Als wir aufwachen ist es schon 19.30. Eine Frau ist inzwischen in Shelter und schläft ebenfalls.  Das habe ich eindeutig verschlafen.  Ich fange an meine Essenssachen einzuräumen, finde jedoch nicht alles! Ea fehlen meine Tortillas, Kartoffelbrei, Tuntisch und RiseSides. Brightside kommt auch angeschlichen und vermisst ebenfalls einiges. Naja, einpacken was noch da ist und zurück in den Schlafsack.  Die Frau erwacht und entschuldigt sich dafür,  sie dachte,  dass die Sachen keinem gehören und zurück gelassen  wurden. Unter ihrer Plastikplane und Wolldecke hege ich keinen greul und sage geschenkt.  Morgen ist Townday und auf ein wenif Reis und Kartoffelbrei kann ich verzichten.  Ich lese noch ein wenig und schlafen dann auch schon wieder ein.

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Gewandert: 14.2
Insgesamt: 1023.4

Tag 68 – Front Royal

Nach der erholsamen Nacht geht es ohne Wecker trotzdem um 7 aus dem Bett.  Der Beitrag von gestern muss noch vervollständigt werden.  Nach solch langen Tagen ist das wirklich eine Strapaze und ich schiebe dir Tage auf. Um ein wenig in Schwung zu kommen gehen wir nich zu MC und trinken einen Kaffee, was zu unserem täglichen Ritual geworden ist. Aber nebenbei esse ich noch schnell das größt möglich verfügbare Frühstück. Hitchen klappt trotz Brightside in Front erst nach 15 min und wir starten um 10 auf dem Trail. Das ist ein wenig spät für weitere 30 Meilen aber wir sprechen die geschätzte Ankunftszeit nicht aus und maschieren einen seichten Hügel hinauf.  Es will nicht enden aber nach einer Stunde haben wir 10% geschafft.  Zum Jim & Molly Denton Shelter geht es zum Glück gemütlich hinab. Der Trail ist gut zu laufen und die grünen Bäume spenden Schatten.  Das Shelter ist wunderbar.  Eine Dusche, Veranda mit Bank, Pavillon und Picknicktische. Nach einer kurzen Pause machen wir uns schweren Herzens aber auf um zum Manassas Gap Shelter aufzusteigen.  Der Weg führt zum Glück nur kurz steil hinauf und schlängelt sich dann stetig 900 Fuß hinauf. Wir sehen auch mal eine Schildkröte die auf dem Landweg unterwegs ist und nicht mit einem platschen im Wasser verschwindet.  Die Mittagspause verbringen wir schön mit frischem Essen. Es gibt Spinatsalat und eine Orange. Das hilft ein wenig über die müden Beine und den trägen Gedankenfluss. Ich glaube wir zwingen unseren Körper nun zu wirklich unnormalen Leistungen. Weiter geht’s größten Teil im leichten Abstieg.  Natürlich gibt es immer wieder kleine Hügel um die man nie herum kommt. Das nächste Shelter wird auf Grund der körperlichen Verfassung auch zu Pause genutzt und wir können uns nach  .2 extra Meilen an einem bereits flackernden Feuer ausruhen.  2 Hiker sind bereits dort eingekehrt und wir verbringen die nächsten 45 Minuten mit ihnen.  Nach einem weiteren Anstieg zum Sky Meadows State Park kommen uns erstmal Zweifel auf, die heutige Etappe zu meistern.  Wir wollen beide nur ausruhen und irgendwo Kaffee trinken. Die Wolken verdunkeln sich passend und starker Wind begleitet uns über große Grasflächen des State Parks. Im Tal erreichen wir Ashby Gap und legen eine weitere Pause ein. Schließen die Augen und grübeln über unsere Optionen. Wenn wir Donnerstag vor 5 am ATC sind können wir Fotos schießen und am nächsten morgen nach DC und zurück fahren. Also hauen wir nochmal 4 Meilen über viele kleine Berge zurück.  Steil hinauf durch Wälder und über Wiesen. Danach kurz mach Zecken absuchen.  Un 19.50 erreichen wir das Rod Hollow Shelter.  Wieder Feuer und bereits ausgeruhte Hiker die zwei Stunden früher aus FR gestartet sind. Wir lassen uns nieder und wärmen uns am Feuer.  Ich bin erledigt. Wirklich platt. Stolpere über Steine,  Augen auf halbmast. Aber Brightside ist komischerweise wieder einigermaßen fit und wir beschließen, dass wir es schaffen können.  Also brechen wir unter bestimmt unverständnis ausstrahlenden Augen auf um in der Nacht in den Roller Coaster einzusteigen. Ein 13 Meilen langer Streckenabschnitt welcher von vorn bis hinten mit Steinen gespickt einen Berg nach dem anderen hinauf und hinunter führt.  Wir besteigen also im dunkeln unter Kompflampen 4 oder 5 Berge. Wir rasen. Die Nacht gibt uns nochmals Schub. Adrenalin oder sonst was lässt uns über Steine hüpfen und verdrängt jeden Tritt. Den jeder Tritt landet hier so, dass der Fuß in einem ungewohnten Winkel aufkommt. Fusgelenk und Knie gefällt das nicht,  aber wir kämpfen uns voran. Die Bäume geben komische Geräusche von sich und es raschelt im Gebüsch.  Bären laufen uns nicht über den Weg. Allerdings haben wir heute wieder einige Rehe gesehen.  Die Hügel können wir nicht mehr auseinander halten. Es ist so dunkel, dass wir in unserem kleinen Korridor aus Licht wie in unserer kleinen Welt wandern. Schließlich kommen wir total erschöpft am Shelter an. Es ist 22.50 Uhr. Im Shelter liegen schon Hiker und wir bereiten unser Nachtlager unter einem Pavillon aus um niemanden zu wecken. Kochen, nein. Es gibt nur ein paar Snacks und PopTarts. Brightside schlägt sich noch ins Gebüsch um zum Bach zu gelangen.  Wir können den normalen Pfad zur Quelle nicht mehr finden. Mein Wasserbeutel hat nun auch ausgedient und spritzt Wasser in jeglich erdenkliche Richtung. Auch wenn wir schon im Schlafsack liegen,  schmerzen die Füße immer noch. Im Rhythmus des Herzschlags durchfährt der Schmerz der Erschöpfung meine Füße, aber ich nicke schnell weg und verabschiede mich vom Tag. Es ist kalt.

Gewandert: 31.1
Insgesamt:  999.9

Tag 67 – Byrds Nest #3

Um 5 klingelt der Wecker. Doch es ist so windig, dass es für Nighthiking zu gefährlich ist. Also nochmal 30 Minuten dösen.  Um 5.30 geht’s dann aber raus. Es steht wieder ein langer Tag an. Ziel ist Front Royal. Nach der 14 Stundenschicht gestern,  geht es mir eigentlich nicht so schlecht.  Nur der Magen ist immer noch verstimmt. Wir verpacken alles und machen uns um 6 auf den Weg zur nächsten Wayside. Nun spüren wir beide den letzten Tag.  Alter Schwede.  Nachdem gemütlichen Abstieg über 1000 Fuß ins Tal merken wir jeden Schritt.  Die Erschöpfung ist greifbar. Der Körper fühlt sich müde,  schlapp und ausgelaugt an. Ich will nur noch die Füße hochlegen. Doch Brightside geht erbarmungslos voran und ich folge. Das ist Teamarbeit. So puschen wir voran und kommen nach über 4 Stunden am ersehnten Ziel an. Nicht aber ohne kurz vor Ziel aus Grund von Trailunsicherheit querfeld ein zum Parkway zu preschen. Und siehe da, wir kommen genau vor dem Eingang raus. Hätten aber ruhig noch auf dem Trail bleiben können.  Es gibt ein großes Sandwich,  2 Ladung Fries und Kaffee.  Man kann sich nicht ausmalen wie wichtig diese Mahlzeit ist. Warm, energiereich und vor allem der Mittelpunkt unserer letzten Tage. Nach knapp 2 Stunden faulenzen mit schon lang vermissten Hikern und Essen machen wir uns in der Mittagshitze auf den weiteren Weg.  Es geht wieder hinauf. Auf dem „Gipfel“, einet Ansammlung von Steinen die eine Aussicht über unendlich grüne Wälder bietet machen wir Pause.  Es ist hart. Wasser gibt es auch hier nur alle 5-8 Meilen,  sodass wir zumr Gravel spring Hut .2 Meilen absteigen und nochmals pausieren. Wir treffen auf zwei Frauen,  die so alles mögliche über den Trail ausplaudern. Die .2 Meilen zurück auf den Trail sind blöd,  allerdings treffen wir am Gap auf ein älteres Ehepaar welches uns zu unserem ersten Bären schickt.  Gleich nach eintritt in den Wald erwartet uns ein etwa 1 Meter großer Schwarzbär. Er frist seelenruhig ca. 10 Meter von uns entfernt im Dickicht. Wir sagen Danke Shenies und gehen hinauf zum Souh und North Marshall Mountain.  Bergab sind wir wie in Trance uns kloppen die Meilen.  Es ist erstaunlich wieviele Schritte man in der Sekunde machen kann. Und so kommt einem jede Minute ewig, jede Stunde zum nächsten Checkpoint wie ein Monat vor. Wir arbeiten uns weiter voran. Ziel Front Royal wir kommen.  Nicht ohne den langen seichten Weg zur Campton Springs hinter uns zu lassen. Auf dem Boden vor uns springen tausende von Crickets wie wild auf. Den Campton Peak dachten wir eigentlich schon hinter uns gelassen zu haben und die Wahrheit,  dass es einen Campton Gap Parking und ein Campton Trail gibt, beschert uns weitere 2.7 Meilen die wir um 18.00 Uhr sicherlich nicht mit Kusshand abarbeiten.  Wir sind gut bedient und die mentale Klatsche  sitzt.  Aber es geht über eine Breite Forststraße voran. Wenn der eine nicht kann führt der andere unerbittlich.  Zum Tom Floyd Shelter müssen wir nochmal eine steile Passage voller Steine hinunter klettern.  Am Shelter selbst holen wir kein Wasser. Über eine Meile und nur 3 Meilen bis zur Straße.  Die Rechnung geht nicht auf. Aber wir treffen Dizzy und Goose wieder. Mühsam erheben wir uns von der Bank und steigen 1.6 Meilen den Berg hinab. Schöne Serpentinen und dichter Dschungel im Tal.  Der kleine Hügel ist dann auch noch geschenkt.  Der Abstieg zieht sich aber ewig. Immerhin werden wir mit E-Gitarren Soli aus einer unbekannten Quelle versorgt. Die letzten Meter geht es entlang eines Zauns.  Links von uns ist dir Sonne hinter den Berggipfeln verschwunden. 
Einen Fahrt in die Stadt bekommen wir nach ca. 5 Minuten.  Deutscher Akzent. Elke ist so freundlich und fährt uns noch überall hin. Sucht unser Motel, wartet bis wir eingecheckt haben und bringt uns dann zur Spilunke. Dort gibt große Cheeseburger  Fries und Eis. Anschließend schnell zum Resupply und ins Motelzimmer. Duschen, Blog schreiben und ab ins Bett.  Es ist schon nach 12 als wir endlich auf den wohl verdienten  Matratzen liegen und einer nun ruhigen Nacht entgegen sehen. Kein Schnarchen,  Wind oder Donner.
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Gewandert: 31.3
Insgesamt: 969.4

Tag 66 – Hightop Hut

Nachdem wir gestern viel darüber Palavert haben früh aus dem Bett zu kommen, drehte ich mich um 4.45 lieber nochmal um. Ein paar Regentropfen prallten aufs Dach und neben mir war keine Bewegung auszumachen.  Dennoch sind wir alle gegen 7.00 und bei bestem Wetter aus dem Quark gekommen. 
Kurz zum Hightop Mountain  hinauf und durch dichten Wald hinunter zum Swift Gap abgestiegen. Die Sonne schien und ich probierte mal aus, was meine neuen Schuhe so aushalten.  Am Wegesrand nun dichtes Gras welches uns die morgendlichen Tautropfen aufdrängt. Aber das ist auch in den frühen Morgenstunden ganz angenehm.  Die Hitze ist mit hoher Luftfeuchtigkeit gepaart und man transperiert wie ein Weltmeister. An der South Picnic Area hole ich dann Wasser und verleibe mir via Snikers neue Kalorien zur sofortigen Verbrennung ein um den Bald Face Mountain zu besteigen.  Der Trail ist im ganzen Park was die bodenbeschaffenheit angeht nicht sehr anspruchsvoll. Viele Teile führen schnur stracks geradeaus. Da wird mir persönlich auf Dauer langweilig.  Denn das Wildleben hat sich bis auf ein paar Rehe noch nicht blicken lassen.
Am Lewis Camoground machen wir gegen 11 eine kurze Pause. In 8 Meilen Entfernung liegt nämlich die Big Meadows Wayside. Cheeseburger und Fries. Zwischen dem Futterpalast und unserem Lunchspot besteigen wir noch den Hazeltop. Kurz vor dem Futterpalast wird es an den Gaps richtig voll. Auch der Trail ist stärker frequentiert.  Die Essensausgabe erfolgt leider nicht ohne 0.4 Meilen extra den Berg hinauf zu steigen. Aber das ist nach 20 Meilen unser geringstes Hindernis. Zu Cheeseburger und Fries gibt’s noch Macaroni & Cheese. In der Sonne wird zur Aufmunterung noch ein Kaffee getrunken und weiter über die Möglichkeit des 34.8 Shelters diskutiert.  Es ist schon spät und wir sind auch spät vom Shelter los gekommen.  Dennoch beschließe ich mit Brightside die 10.9 Meilen zusätzlich zum eigentliche Tagesziel zu wandern um ein wenig Boden gut zu machen.  Außerdem fühlen wir uns fit und Brightside will mal das Wandern bei Nacht erproben. Am Rock Spring Hut biege ich noch schnell ein und verabschiede mich von meinen Begleitern.  Außerdem kann ich noch ein Bier genießen welches von Numbers heldenhaft die 4 Meilen zur Hut unfallfrei getragen wurde. Als Kiwi zur Hut hinab gestiegen kommt, vermiase ich allerdings Brightside welche vor ihm, aber nach mir auf dem Trail war. Sie ist also schon weiter gelaufen und denkt, dass ich vor ihr bin. :/ Das Bier ist schnell leer und der Huteintrag geschrieben.  Ich schieße los um sie einzuholen.  Schließlich will ich auch nicht allein im Dunkeln wandern. Ich renne un 18.05 Uhr los. Jede flache oder abfallende Passage des trails wird gerannt.  Es ist im Nachhinein gefährlich wie schnell man mit ein paar Kilo auf dem Rücken über den doch recht steinigen Trail rennen kann. An einem Gap treffe ich dann auf zwei Jugendliche die gerade einen Schwarzbären auf die Ridgeline haben verschwinden sehen. Na toll,  dass ich darunter jetzt herlaufen muss. Naja. Ich seh ihn nicht und mache nebenbei auch genug Lärm in dem ich alle 2-3 Minuten Brightside schreie. Die Schreie bleiben zumindest von ihr ungehört.  Nach einer Stunde bin ich, besser gesagt mein Magen KO. Ein halber Liter Bier und dann 4 Meilen stop and go verträgt sich nicht. Immerhin hat der Wanderer der mir entgegen kommt Brightside ca. eine halbe Meile voraus ausgemacht.  Ich versuche mich nochmal zusammen zu reißen und sprinte wieder im besorgniserregendem Tempo den Trail hinab. Fehlanzeige.  Irgendwann gebe ich mich geschlagen und verbringe den restlichen Weg mit Magenschmeezen und raschen Schritten.  Die Aussichten lasse ich dabei links liegen.  Nur vom Stony Man Summit kann ich von den Klippen aus auf eine wunderschöne Sonne blicken.
Die letzte Wasserquelle an der pinnacles Picnic area nutze ich ausgiebig und schnalle mir meine kopflampe an. Es wird dunkel. Unter dem parkway schlängel ich mich Felsen hinunter und durch dichtes Buschwerk.  Ein Reh kommt mir entgegen und versucht in die steile Flanke auszuweichen. 3 Meter neben mir verharrt es regungslos und ich stapfe weiter. Über eine große Wiese, die in der schon fortgeschrittenen Dämmerung leicht gruselig wirkt geht es direkt in dichten Wald.  Meine Batterien scheinen nicht mehr ganz so voll zu seien und ich sehe nur noch der Meter vor meinen Füßen.  Ohne einen Weitblick besteige ich in vollkommener Dunkelheit den Pinnacle Mt. Rechts und links hohe Büsche.  Ich klopfe mit meinen Wanderstöcken und rufe weiter Brightsides Namen um ein wenig Stimmung in das finstere Nichts zu bringen.  Aud dem Gipfel erwarten mich wirklich große Steine. Die passenden Stufen lassen auch nicht lange auf sich warten.  Ein junges paar was um die Ecke eines großen Steines kommt verrät mir, das ich ganz nah dran bin. Der Abstieg wird ao im flotten Tempo zurück gelegt. Ich stolpere über Stock und Stein und hoffe mein Ziel bald erreicht zu haben. Um 9.25 komme ich dann an Byrds Nest #3 Hut an. Brightside steht schon mit einem Sektionhiker vor der Hut und lässt sich über die Mäuseplage informieren.  Da wir die Hut für uns haben,  bauen wir unsere Zelte in der Hut auf. Bei der Zubereitung des Abendessens krabbelt tatsächlich eine kleine Maus über Brightside. Sie sind überall. Über der den Berggipfeln gegenüber erscheinen haufenweise Blitze und verwandeln die Nacht in ein kleines Feuerwerk. 
Mir geht’s nicht so gut. Fühlt sich an wie Margen Darm. Aber ich esse brav meine Nudeln und versuche zu schlafen.
In der Nacht verdrängt dann der Sturm die Sterne über uns. Der Sektionhiker kommt aus seiner Hängematte zu uns in die Hut um nicht zu erfrieren. Wir schlafen nicht viel als der Wind Bäume, Rucksäcke und den ganzen Berg in Bewegung hält. 

Gewandert: 35.3
Insgesamt: 938.5

Tag 65 – Blackrock Hut

Den Sonnenaufgang konnten wir knicken. Der Black Rock lag in Wolken.  Also nochmals hinlegen 🙂
Die Nacht war außergewöhnlich warm und ich brauche unbedingt meinen Sommerschlafsack wenn es so bleibt. Es sind jetzt auch schon unbeschreiblich viele Fliegen und Stechmücken hier die den Nervenkrieg eröffnen.  Wirklich kein Spaß.  Ständig versuchen sie in deine Ohren zu fliegen. Augen sind auch sehr beliebt. Keine  3 Meter ohne sich die  Biester Gesicht zu wischen.
Vom Black Rock geht es auf jeden Fall langsam hinab. Die Feuchtigkeit liegt klebrig in der Luft.  Schwitzen allein durch stehen und atmen. Check. Der Tag wird anstrengend,  aber nach 8 Meilen können wir einen 0.5 Trail zum Loft Mt. Wayside einschlagen.  Dort gammeln wir erschöpft herum nachdem wir Burger und Fries verdrückt haben. Dir Müdigkeit legt sich wie ein schwerer Vorhang über uns.  Erst nach Kaffee und insgesamt 2 Stunden Aufenthalt können wir uns aufraffen. Den Steilen Seitenweg nehmen wir aber nicht.  Auf dem Blue Ridge Parkway folgen wir dem Trail und schlagen uns bei Gelegenheit wieder durchs Gebüsch auf den Trail.  Es geht auf und ab. An der Pinefield Hut machen Kiwi und ich noch eine längere Pause nachdem wir zwei Rehe beobachten konnten.  Es ist erst 2 und wir haben Zeit.  Brightside ist auf und davon.  Die letzten 8 Meilen lege ich mit Musik zurück.  Das hilft super und ich fliege voller Tatendrang zum Weaver Mountain hinauf. Wieder hinab zum Simmons Gap um wieder 800 Fuß aufzusteigen.  Bei diesem Aufstieg fängt es auch leicht an zu regnen.  Ein wundervolle Abkühlung.  Nach dem Gipfel geht es flach hinab. Am Rand kniehohes Gebüsch so weit das Auge reicht.  Hin und wieder erschließen sich Wildpfade auf den Trail. Ab Powell Gap sind es nur noch 2.8 Meilen. Aber teilweise gehts nun richtig steil hinauf. Die Sonne scheint nun auch wieder und eine Blase habe ich auch bekommen. So geht’s halt weiter. Am High Top Hot erwartet mich bereits Brightside.  Wir kochen in ruhe,  holen Wasser aus einer schönen Quelle und starten ein Feuer um die Bugs zu vertreiben. 
Morgen versuchen wir nochmal früh aus dem Bett zu kommen. Meine Freunde sind ca. 6 Tage vor mir und nach den Shelterlogbüchern machen sie auch noch bescheuerte 32 oder 38 Meilen!! Hoffe die nehmen ein paar Tage mehr in DC oder den Trail Days.
>900.0 🙂

Gewandert: 21.9
Insgesamt: 903.7