Tag 81 Carson River – Murray Canyon 

Ich wache auf und alles ist nass. Beim verpacken des nassen Zeltes werden meine Hände eiskalt. Die Schneebrücke von gestern ist verschwunden. Wie finden aber noch einen Weg hinüber und folgen dem Fluss weiter ins Tal hinab. Wir kommen schnell in tieferen Wald der sehr wasserreich ist. Dafür gibt es weniger Schnee und als wir beginnen aus dem Tal zu steigen blüht alles in toller Pracht. Wir laufen an einem Wasserfall vorbei und queren einige kleine Bäche bevor wir viel an Bergflanken laufen die wieder im Schnee liegen. Wir qäulen uns in der Mittagshitze eine langsame Steigung hinauf und treffen auf dem Gipfel auf sehr unterschiedliche Gesteinsformen über die uns RockDoc aufklärt. Danach geht es in sanften Schwüngen über Hügel und Wälder bis wir im selbigen Pause machen. Uns holt eine Gruppe von PCT lern ein und das Mädchen redet sehr viel und ununterbrochen. Was für ein Schock. Soetwas sind wir nicht mehr gewohnt und froh als sie weiter ziehen. Wir folgen ihnen erst nach einigen Minuten und da sie die direkte durchs Tal laufen nehmen wir die traverse und bleiben auf Höhe. So kommen wir wieder vor sie und besteigen eine Bergkuppel über grüne Sträucher. Auf der anderen Seite sehen wir schon das kleine Wäldchen was unserem Tagesziel fast entspricht. Wir können gemütlich durch den feuchten Schnee stapfen und laufen wieder in einer langen Kurve am Berg entlang. Die letzten Meter sind wir sehr langsam und alle sind erschöpft. Wir müssen nur noch den berg hinab und wären an einem Fluss mit Zeltplatz. Bei der letzten Pause holt uns die Gruppe schon wieder ein und es gibt ewige Konversation. Dann setzen sie sich auch noch und fangen das rauchen an. Der Albtraum für uns. Da sie am gleichen Platz campen wollen wie wir gehen wir erst gar nicht bergab sondern suchen uns auf halber Strecke eine steinige aber trockene Zeltunterlage. Wie müssen erst einige Steine beiseite räumen bevor wir aufbauen können. Zum Glück ist es schön warm und die Sonne scheint. Wir haben trotzdem einen tollen Nachmittag und einiges geschafft. Aber an die Erscheinung von anderen Wanderer müssen wir uns erst noch gewöhnen. Besonders wenn sie viel und gern reden 😉

​Gewandert: 23,1 km

PCT insgesamt: 1669,1 km 

Tag 80 Sonora Pass – Carson River

Bis wir mal zum Hitchen kamen musdte noch so einiges erledigt werden. Bereits um 5 habe ich die restlichen Bilder hochgeladen. Danach gab es beim Bäcker Cappuccino und Croissant. Wie verfolgten die Kommentare auf unserem Video und ich packte meine Sachen. Ich habe gefühlt zu viel zu essen. Gegen 10 stehen wir an der Hauptstraße mit einem Schild Sonora Pass. Wir telefonieren mit einem Trailangel und sind gegen 11 auf dem Trail. Die Sonne ist schon brutal. Mit dem ganzen Zeug auf dem Rücken laufe ich nur langsam. Wir schlagen geradeaus direkt auf den Berg und folgen dann dem Trail. In regelmäßigen Abständen müssen wir lange Schneebretter überqueren. Als wir mit dem Abschnitt fertig sind legen wir Mittagspause ein. Ich esse meine Pizza die ich gestern geholt habe. Danach wieder eine endlose Traverse Richtung Tal was zu unserer linken liegt. Mir geht es so langsam immer schlechter. Mein Magen fühlt sich übel an und ich bekomme Kopfschmerzen. Nicht so mein Tag und ich quäle mich mehr den Trail hinunter. Zur linken ziehen Wolken auf und wie laufen durch das verschneite Tal weiter an einem Fluss entlang der unter uns fließt. Gegen 16 Uhr, die Wolken werden immer schlimmer, suchen wir uns einen trockenen Platz. Wir queren auf ein paar Schneebrücken den nun reißenddn Fluss und finden dort trockene Flecken Waldboden. Alle bauen schnell ihre Zelte auf. Danach vergrabe ich die Pizza hundert Meter von unsererm Platz. Ich mache mir noch eine Suppe und verschwinde dann früh im Bett. Weniger Minuten später, Donner ist schon lsnge zu hören, fängt es an zu hageln. Es prasselt nur so vom Himmel und es bilden sich auch noch Pfützen in meinem Zelt. Diese liegen allerdings unter meiner Luftmatratze und ich versuche mich einfach nicht mehr so viel zu bewegen und schlafe dann ein. 

Gewandert: 9,4 km

PCT insgesamt: 1646 km

Tag 79 Bridgeport

Nachdem man lange früh aufsteht war ich auch heute schon wieder gegen 5 wach. Es gab leider noch keinen Kaffee und ich ging gegen 6.30 zur Bäckerei. Gegen 7 öffnete das hauseigene Restaurant und ich gönnte mir zwei riesige Pfannkuchen. Das hat mich ausgenockt und ich verbrachte den ganzen Morgen im Bett. Griz war währenddessen damit beschäftigt ein Video von unserer letzten Etappe zu schaffen. Wir haben schließlich einiges erlebt und bei schwierigsten Verhältnissen eine der schwersten Sektionen abgehakt. Das hilft auf jeden Fall vielen bei der Entscheidung sich das ebenfalls zuzutrauen oder doch besser zu überspringen. Am Nachmittag war ich dann Einkaufen. Der örtliche General Stroe war super teuer und hatte nicht sehr viel. Echt mieser resupply. Am Abend gab es dann nochmal frisches Essen vom Restaurant gegenüber. Chickenwings, Pommes und Pizza für morgen. Gegen Abend hatte Griz auch das Video fertig welches auf Facebook auf reise ging. YouTube hat noch nicht so funktioniert. Wir sasen lange Zeit vor unseren Zimmern und hatten einfach Spaß. 

Das Video sollte aber nun unten angehängt sein. Gegen 21 Uhr waren wir dann im Bett.  

Tag 78 Kennedy Canyon – Sonora Pass 

Es war kalt aber wir sind gegen 5 los. Die Sonne war noch nicht da und ich führte uns den Schneehang hinauf. Wir wählten eine sehr direkte Linie und hinter uns kam die Sonne immer mehr zum Vorschein. Je weiter wir in die Höhe steigen desto schöner wird der Sonnenaufgang. Wir laufen über die Ridgeline und den Wind bläst ordentlich. Unter ein paar Büschen machen wir eine Pause bevor wie am Berghang Richtung Norden auf trockenen Trail laufen. Wir laufen bis zum Leavitt Peak und stoßen von der westlichen auf die östliche Bergseite. Wieder ein riesiges Schneefeld welches wir überqueren. Es ist gigantisch und die Hiker sind in der Ferne sehr klein. Der nächste sichtbare Trail liegt zwischen hohen und beeindruckenden Feldstürmen. RockDoc macht die Schritte da meine Knie und Gelenke von den letzten Schneefeldern sehr weh tun. Wir halten den Trail hoch und laufen unter den Felsen bis wir zwischen zwei Etagen in die Felsen einbiegen. Auf der anderen Seite können wir schon die Straße sehen. Wir müssen noch ein Schneefeld zur linken queren und laufen hinter dem Berg entlang bis wir zum letzten Abstieg kommen. Griz nimmt die direkte Linie auf dem Hintern und ich fahre auf meinen Schuh Ski. Tief im Tal bemerkt Griz das es sein Handy verloren hat. Er muss zurück hinauf während wie zur Straße laufen. Auch ich komme in einem steilen Part zwangsläufig auf meinem Hosenboden zum rutschen. Auf der Straße strecken wir die Daumen raus. Wir stoppen bald eine PickUp und verstauen unsere Rucksäcke auf der Ladefläche. Griz ist ebenfalls zu sehen und der Fahrer ist sehr freundlich und interessiert sodass wir auf Griz warten. Wir fahren 60 km bis nach Bridgeport. LovelyHeart, Griz und ich hinten auf der Ladefläche. Es wurde zeitweise unangenehm. Die Landschaft wsr jedoch schön. Dank Rattlers Geschichten und Erzählungen im wageninneren wurde die Fahrt bid nach Bridgeport wahr und nicht ein paar Meilen bis zu einem Aussichtspunkt wie anfangs angemerkt. Wir wurden direkt vorm Burgerladen ausgeladen und verschlangen unmengen an Kalorien. Ich aß 2 Burger, Pommes und Chili Pommes. Dansch quartieren wir uns gegenüber im Hotel ein. Am gleichen Tag konnte ich noch Wäsche waschen. Im Genral Store gab es kalte Getränke und wir machten und einen schönen Nachmittag. Auch der Abend wurde spaßig. Wir trafen noch ein paar ältere Herren die wir um eine halbe Flasche Whisky brachten während wir uns übers wandern unterhielten. Danach ging es ins Restaurant und es gab wieder Pommes und ein paar gute IPA. 

Gewandert: 17,8 km

PCT insgesamt: 1636,6 km

Tag 77 Falls Creek – Kennedy Canyon Creek 

Ab zwölf konnte ich nicht mehr richtig schlafen. Es war so kalt. Hab mal wieder keine Wärme abbekommen. Gegen 3.40 Uhr hat Rattler dann an meinem Zelt gewackelt und mich erstmal geweckt. Um 4 ist Abmarsch. Hab den Wecker eine Stunde zu spät gestellt. Ich habe in einem Affen Zahn die Sachen gepackt. Meinen nassen Schlafsack in die Hülle gestopft, nasse Socken angezogen und in die kalten schuhe rein. Draußen ist es noch dunkel. Bei den anderen flackert schon überall Licht.  Ich schaffe es bis 4 alles zusammen zu packen. Ich will nur noch meine Stöcke zusammen schieben die ich teilweise als Hering benutzt habe. Da fällt mir auf, dass die verschlussschnalle fehlte. Ist wohl im Schnee stecken geblieben. Wir haben dann meine zwei Zeltplätze abgesucht. Ich habe mit der Eisaxt die Löcher aufgebuddelt. Beim letzten habe ich das weiße Teil dann gefunden. Wir liefen das Tal hinauf. Immer im Wechsel Wald und kleine Felder mit Sonnenlöchern. Rattler und ich laufen vor, die anderen kommen nicht hinterher. RockDoc macht klar, wenn das Tempo so anhält wird es kein langer Tag. Ich laufe also sehr langsam durch die Baumreihen sodass man noch sieht wo ich hergehe. Es fühlt sich komisch an. Als ob ich in Zeitlupe laufe. Immerhin bleiben die anderen jetzt an mir dran. Die Sonne geht so langsam auf. Wir arbeiten uns über unsere „Häuser“ also Schneehügel und kommen bald auf eine riesige freie Fläche. Der Falls Creek schlängelt sich durch die Aue. Wir folgen dem Tal und laufen über das Feld. Die Sonnenlöcher ( Suncups) sind noch einigermaßen hart. Der letzte Anstieg zum Dorothy Lake ist in Bäume gehüllt. Wieder laufen wir über tausende Hügel den Hügel hinauf. Meine Augen sind ziemlich schwer. Auf dem Plateau ging es im Sonnenschein über ein riesiges Feld voller Suncups bis wir zum Dorothy Lake kamen. Wir liefen über den zugefrorenen See da es hier nicht so anstrengend ist. Am Ende erklimmen wir noch einen kleinen Hügel und finden uns auf dem Dorothy Pass wieder. Wir machen eine Pause auf einigen Steinen. Um den Cascade Creek zu meiden laufen wir links zu einem See und queren auch diesen. Dieser speißt den Cascade Creek und wir bleiben direkt auf der linken Seite. Es geht danach steil hinab und ich achte auf verdeckte Felsen und Klippen. Rechts von uns schießt der Fluss aus dem Schnee. Im Tal fließt wieder sehr viel Wasser. Wir arbeiten uns über Schnee und machen eine weitere Pause in der ich mich umziehe. Wir folgen dem Trail der vielleicht 2 Mal aus den schneemassen raus kam. Dann wurde er fast schneefrei und wir folgtem diesen bergab. Leider war dies der falsche und wir mussten 300 m zurück laufen. Halb so schlimm. Aber danach ging es in Thema Navigation ganz schön zur Sache. Man kann sowieso nie den Trail sehen aber hier kann man es nicht erahnen. Viele kleine Felsen, Bäume, Klippen, Flüsse. Alles will irgendwo umgangen werden. Wir überqueren noch eine Fluss auf einer Schneebrücke und laufen dann auf einer Klippe Richtung Tal. Dort machen wir auf einer trockenen Fläche Mittag gegen 10:30 Uhr. Ich trockne mein Zelt und Klamotten. Wir halten uns danach links an der Bergflanke. Zunindest versuchen wir es. Nichts zu sehen und große Schneebretter. Danach geht es in ein Labyrinth aus Felsen, kleinen Seen, Bäumen und kleinen Flüssen. Ich habe für mehrere Kilometer mein Handy in der Hand was das laufen nicht gerade erleichtert. Wir erreichen den Walker River den wir einen Kilometer weiter auf einer Holzbrücke überqueren können. Danach geht es auf der anderen Seite weiter flussabwärts. Der Trail kommt nun immer öfter zum Vorschein und wir kommen gut voran. Die Knie und Knöchel sind allerdings hin. Alles tut weh. Das ständige abrutschen fordert halt seinen Tribut. Wir kommen wieder über größere Schneehügel die wir mühselig erklimmen. Der Wechsel von Schnee zu Trail nervt manchen. Die steinige Landschaft speichert die Wärme. Wir laufen links in den Kennedy Canyon und machen an einem kleinen Wasserstrang Pause. Rattler ist sich nicht sicher ob er es heute schafft. Der Himmel zieht sich zu und es donnert. Als ich mein Wasser filter bekomme ich die ersten Tropfen ab. Wir laufen weiter und ich benutze meinen Sonnenschirm. Die anderen folgen langsam. Wir müssen wieder durch Wald mit sehr vielen Schneehügeln. Ich laufe sehr sehr langsam damit die anderen mir folgen können. Ich glaube alle sind am Ende und keiner spricht. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommen wir aus dem Wald und können den Canyon über eine Schneebrücke queren. Sofort danach wird ein flaches schneestück im wäldchen gesucht und alle bauen im leichten regen ihre Zelte auf. Ich setze mich auf meinen Bärenkanister. Mit dem Sonnenschirm in der einen und einer Packung sauerer Gummibärchen schaue ich mir das Treiben an und warte auf besseres wetter. Wir holen Wasser und ich baue auch mein Zelt auf. Die anderen sind nun in ihren verschwunden. Ich bleibe allein draußen, hänge meinen Schlafsack übers Zelt und leihe mir von Rattler Klopapier da meins beim Wide River nass geworden ist. Ich sitze vor meinem Zelt und koche. Kartoffelpüree und 2x Ramen Nudeln. Ich hab das gefühl ich muss platzen. Aber morgen sind wir ja endlich in der Stadt. Da kann man auch zuschlagen. Gegen 17 Uhr verdrücke ich mich dann auch ins Zelt. Meine Füße sind sehr schrumpelig und weiß. Auch nach einer Massage ändert sich die Farbe nicht. Ab in trockene Socken und den Schlafsack. Habe das Gefühl, dass ich mir heut auch wieder alles abfrier. Mir ist jetzt schon kalt. Habe beim Block schreiben mein linkes Knie angezogen. Zunindest soweit bis es weh tut. Dieser Anschnitt hat uns echt richtig hart zerstört. Nicht das rund 10 Ausrüstungsgegenstände hops sind, auch körperlich sind alle hier und da verletzt. Schrammen, Blutergüsse, zerissenes Hinterteil einer Hose, kaputte Trekkingstöcke und Schuhe, etc. Abgesehen davon das wir alle seit 10 Tagen die gleichen Klamotten tragen und nur noch zum Burgerladen wollen. Auch können wir endlich den Bärenkanister loswerden. Wir haben heute echt viele Kilometer gerissen. Das Tagesziel wurde nur leicht verfehlt und ich hätte nicht gedacht das mir alle bis zum Schluss gefolgt wären ohne mal auszurasten weil wir den tausendsten Schneehügel erklommen haben. Naja, ich bin auch hundemüde und echt groggy. Jetzt hoffentlich bis 4.15 Uhr durchschlafen. Haha – und er wusste die Antwort schon. 

Gewandert: 25,4 km

PCT insgesamt: 1618,8 km