Tag 46 Tyndall Creek – Onion Vally Campground ( Independence)

Sind um 1.30 los um den Forester Pass zu überqueren. Haben über 23 km auf dem PCT zurückgelegt und sind dann über einen Seitenweg Richtung Independence „abgestiegen“.  Sind jetzt in Bishop und nehmen unsere verdiente Pause. Beiträge und Fotos kommen dann Morgen. Am Zerotag 🙂 
Der Tag heute war der Killer. Seit gespannt. 

Das Internet ist hier echt lahm. Muss wohl in einem Fastfoodladen essen und hochladen. Wie schade 😀 

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Um 0:00 Uhr klingelt mein Wecker. Mir war die ganze Nacht kalt. Besonders am Oberkörper. Wenn man nicht auf der Matratze liegt kommt die kälte vom Schnee sofort durch. Mein Schlafsack und Luftmatratze sind wieder ordentlich versabbert. Ich muss diese bescheurte Nase irgendwie frei bekommen sonst steht mir Nachts weiter der Mund auf wenn ich auf dem Bauch liege. Das ist ja wie in der Krabbelgruppe und sogar für einen Hikertrash erfahrenen etwas unnatürlich ätzend. 😀

Ich warte auf Regungen in den Nachbarzelten. Diese Penner lassen mich im Stich denke ich mir als ich nichts höre. Dann öffne ich den Reißverschluss und höre endlich Swim. Das Wetter scheint gut zu sein. Wir hatten bei den Aussichten gestern gedacht vielleicht hier bleiben zu müssen. Das hätte Swim gefallen. Deswegen auch erstmal keine regung wie ich später erfuhr. Eco war leider nicht so leicht wach zu kriegen. Wir riefen bestimmt 3 Minuten lang seinen Namen in die Nacht bis das wohlige Schnarchen verebbte. Erst als alle wach waren machte ich mich daran aus dem Zelt zu kommen. Es war bedeckt mit Eis. Der Wind hatte die Kopfseite beim Sturm gestern tief ins Zelt gedrückt und ich habe meinen Beutel mit Klamotten ans Kopfende gelegt um etwas Platz zu haben vor der vereisten Zeltwand. Immerhin, mein Zelt war dicht und hat seinen ersten Regen überstanden. Gott sei dank. Ich greife zu meinen Socken. Keine Bewegung nach Gesetzen der Schwerkraft. Genauso sind meine Schnürsenkel steif. Ich will wirklich ungern raus. Es sind zwar nur 0 Grad aber es fühlt sich deutlich kälter an. Die Müdigkeit von gestern macht sich bemerkbar. Die anderen kommen in Schwung und ich ziehe alles an was ich habe. 4 Lagen oben und 4 unten. Auch wenn es unten nur 2 halbe sind gibt es doch passende wärme und ich kann den vereisten schlafsack verstauen. Ab und an kratzt ein kalter Wind im Gesicht. Ich knete meine Schuhe und muss handgreiflich werden um die Laschen ordentlich zu öffnen. Dann geht’s hinein ins kalte elend. Durch meine warmen Füße tauen die Schuhe und mir wird schnell richtig kalt. Die anderen brauchen noch eine weile mit packen und ich bin froh als wir gegen 1:30 Uhr loswandern. Vorher gebe ich beiden jeweils noch 2 Snickers. Schließlich wollten beide nur bis Lone Pine wandern. Sind auf Grund guter Meilentage aber weiter gewandert. Medic und ich haben dann ein wenig Essen springen lassen, wir hatten schließlich für 8 Tage etwas dabei. Durch das Tal ging es dann natürlich bergauf. Wir hatten schon zu dieser Zeit mit „postholding“, versinken im Schnee, zu kämpfen und unsere Knie und Körper ächtzten unter den erzwungenen Verbeugungen. Es war mühsam und schmerzhaft. Wenn plötzlich und unerwartet der Boden nachgibt und man 20-30 Zentimer tiefer landet kommt noch das Rucksackgewicht von hinten dazu. Wir erwarten eigentlich die Gruppe um Medic und Candymen zu treffen. Wir haben zumindest gestern ihre spuren gesehen. Sie wollten den Pass früh erklimmen. Wir sehen keinen und landen nach ein paar stunden in der Dunkelheit am Fuße des Forester Pass. Wie üblich sehen wir nichts. Wieder nur eine schwarze wand aud Schnee. Wir entscheiden den vielen Spuren bergauf zu folgen. Wir klettern nun mit Eisaxt den Schneehang hinauf und landen nach ca. 200 Metern irgendwo aber nicht auf dem Trail. Ich arbeite mich unter ein paar Felsen entlang als mein rechter Fuß einbricht und ich wieder einknicke. Mein Rucksack folgt mir und meine Wasserflasche in der Seitentasche macht den Abgang bergab. Die sehe ich nie wieder. Schade aber nicht so schlimm. Habe noch eine auf der anderen Seite. Diese Löcher gibt es oft an Felsen, Büschen oder Baumstämmen. Meist leider verdeckt bis man reintritt. Dann machen wir eine Pause, checken erneut das GPS und sehen dann den Trail. Circa 10 Meter weiter links sind Felsen zu erkennen. Ich beginne die Traverse. Schlage meine Eisaxt ins Eis um sicheren Halt zu haben. Dann ramme ich meine Mikrospikes so lange ins Eisschneegemix bis ich einen sicheren Tritt habe. Ich gehe einen Schritt und traue mich aber nicht weiter. Es ist dunkel, unter mir eine 200 Meter lange Schneerutsche die steil bergab führt. Das ist zu hart. Wir entscheiden zwischen 3 Optionen. 1. Weiter hoch und unter der Felswand entlang. 2. Wie gehabt am Hang entlang. 3. Absteigen und neu nach dem Trail suchen. Wir nehmen Nr. 2 aber Swim geht vor. Gegen die Wand gelehnt arbeitet er sich höchst vorsichtig und langsam voran. Eco und ich folgen nach ca. 10 Minuten. In „sicheren“ Tritten. Ich ramme meine Axt vor jedem Schritt tief in den Schnee. Wir gelangen so auf den Trail. Auch hier bin ich froh das es Nacht ist. Links geht es steil und tief hinab. Wir folgen dem Trail jetzt einfach. Bei jeder 180 Grad Wende wechsel ich Eisaxt und Trekkingstock samt Handschlaufe. Wir kommen gut voran und sind bald am berüchtigten Iceslide. Einer 300 Meter langen Schnee/ Eisrutsche kurz vor dem Pass die man queren muss. Zum Glück waren vorher schon ein paar Hiker hier und wir sind in 2 Minuten drüber. Nur kurz vor dem Pass muss man nochmal 2 Meter eine steile Schnerverwehung hinauf klettern dann sind wir gegen 4:40 Uhr oben. 🙂  Unten im Tal sehen wir nun 3 Lichter. Das sind wohl unsere bekannten. Wir legen eine kurze Pause ein und genießen die grandiose Aussicht auf den nahenden Sonnenaufgang. Dann beginnen wir mit dem langen Abstieg durchs Tal. Zuerst folgen wir den maximal 15 Fußspuren die es hier her geschafft haben. Gleich darauf nehmen wir eine steile aber annährend ungefährliche Schneerutsche einen Hügel hinab. Wie schlittern ca. 50-80 Meter mit ordentlich Tempo. Als ich endlich zum stehen komme habe ich von den vielen Erschütterungen Kopfschmerzen. Aber wir laufen schön auf stabilem Schnee entlang und treffen noch auf einen Skier der im Zelt liegt. Der Abstieg durch das Tal ist einfach und lässt sich gut laufen. Wir passieren ein paar Seen und kommen in einen Wald. Links von uns ein größerer Fluss der teilweise noch verdeckt ist. Wir laufen und laufen ohne Pause um die guten Schneeverhältnisse auszunutzen. Ich bin aber wirklich k.O. meine Augen sind Tonnen schwer. Meine Knie tun weh von allen Schritten die nicht enden wie geplant. Also mindestens jeder 2te rutscht in irgendeiner Weise ab, dreht oder tut sonst was was er nicht soll. Der fehlende Schlaf schürrt die Kälte. Die Sonne hat es noch nicht bis ins Tal geschafft und begrüßt nur die angrenzenden Berggipfel. Ich wünsche mir nichts sehnlicher als in der Stadt zu sein. Die körperliche Erschöpfung nimmt überhand. Ich vesuche mit Musik entgegen zu wirken und wackel wie ein Zombie unbeeeindruckt von der Schönheit die uns umgibt das Tal entlang.  Ich schlängel mich durch die Bäume und Schneehügel wie durch ein Labyrinth. Wir alle kämpfen mit unseren Schmerzen und der Erschöpfung. Zu wenig Schlaf, zu viel Kilometer in zu schlechten Verhältnissen. Je tiefer wir kommen desto schlechter wird der Schnee. Nach einer Stunde beginnen wir auch hier zu versinken. Dann queren wir mehr springend als gehend 2 Flüsse über nicht vertrauenswürdige Schneebbrücken. Dann wars es mit dem Abstieg. Wieder 400 Meter hinauf, steil ab Fluss entlang folgen wir weiterhin den Spuren von 2 Schneeschuhen. Die Schritte bergauf verlangsamen sich mit jeder Bewegung bis man zur Pause gezwungen wird. Dann der nächste Anlauf bis der Körper wieder zur Pause aufruft. Wir kommen nur langsam voran. Als wir an der Bullfrog Lake Junction ankommen müssen wir noch einen verdammt steilen Hügel hinauf. Vielleicht 20 Meter hoch. Aber die Sonne hat schon ordentlich Arbeit geleistet und bereits um 9 Uhr ist der Schnee nicht viel mehr als scharfe Eiskristalle die sich ebenfalls in Socken und Schuhwerk breit machen. Die Füße sind trotz Bewegung nicht mehr warm zu kriegen. Ich mache eine Spur den Hügel hinauf und wir brauchen ca. 15 Minuten für 15 Meter Luftlinie. Jeder Schritt versinkt in Nass und kommt einem mindestens die Hälfte wieder entgegen. Oben ist unberührter Schnee. Wir versinken nun teilweise bis zu den Knien. Wir suchen lange einen Felsen für eine Pause den wir auch finden. Schwer hier eine trockene Stelle zu finden. Wie machen ausgiebig Pause mit Nutella und Wraps. Ich schlafe auf dem Felsen ein und werde von meinem eigenen Schnarchen geweckt. Wir packen langsam und widerwillig aber trotzdem voller Vorfreude auf die Stadt unsere Sachen. Um 11 gehts weiter. Wir müssen ca. 12,7 km einen Seitenweg Richtung Osten einschlagen um aus den Sierras zu kommen. Wir laufen los und versinken bei jedem Schritt. Die gewonnene Energie ist so schnell weg wie sie gekommen ist. Wie schlagen uns durch das Gelände auf der Suche nach dem Trail. Wir befinden uns über dem Bullfrog Lake auf halber Höhe zum Berg. Ich steige ein wenig bergab da ich unten spuren sehe. Ich rutsche die letzten 1,5 Meter da der Schnee nachgiebt und lande an ein paar Bäumen oberhalb riesiger Felsen. Ich klettern hinab da ein Aufstieg nicht gelang. Ich ende in gefühlt immer schwierigen Verhältnissen. Verdammte scheisse. Das ist schlimmer als alles was wir erlebt haben. Unter uns bestimmt 200 Meter frei Bahn. Der Hang nur mit ein paar Bäumen gespickt. Swim der mir gefolgt ist geht über einen anderen Weg hinab und ich stehe1,5 Meter über ihm auf einem Felsen. Ich nehme meinen Rucksack ab um ihn ihm zu geben. Plötzlich verlier ich den halt und sehe nur noch den Rucksack in einem Bogen den Felsen hinabstürzen. Ich greife reflexartig und erwische den Hüftgurt. Der Rucksack hängt kopfüber vom Felsen und entleert seine Seitentaschen selbstständig zwischen die Felsen. Das war knapp. Dann nimmt Swim den Rucksack und ich kann hinab klettern. Ich packe alles zusammen. Wir sind uns einig. In was für eine scheisse sind wir hier wieder gelandet. Uns bleibt nichts anderes übrig als langsam abzusteigen um wieder auf „sicheres“ Gelände zu kommen. Ich mache den Anfang und gehe an einer Felswand entlang ein paar Meter hinab. Unterhalb der Wand breche ich wieder unerwartet in ein verdecktes Loch. Mein Bein versinkt völlig. Mein Oberkörper macht die Verbeugung. Mein Rucksack schlägt mit verzögerung ein und schleudert mich vorn über. Ich lande Kopfüber im Hang und sehe unter mir nur einen 190 Meter steilen Hang der auf mich wartet kopfüber geritten zu werden. Zum Glück bleiben meine beiden Füße an der gebrochenen Kante des Loches hängen und ich bleibe stehen. Ich hänge also nur von meinen Füßen gehalten Kopfüber auf dem Schneehang. Swim ein paar Meter über mir muss erst noch absteigen. Ich bitte ihn sich zu beeilen da meine Füße anfangen zu zittern. Ich merke wie die Kälte vom Schnee in meinen Oberkörper übergeht. Alled wird nass. Dann greif Swim meinen Fuß und ich kann mich sicher auf die Fläche zurück drehen. Mein Wasserbeutel der bei dem Manöver ebenfalls den freiflug antreten wollte konnte ich im liegen zum Glück noch ergreifen und verstaute ihn am Rucksack. Dann sind auch noch Bärenkanister und Zelt vom Ruclsack gefallen zum Glück aber nicht Richtung Abhang. Wir sind beide bedient. Ich will nur noch hier raus. Ich arbeite mich in der langsamsten und sichersten Weise in dwr ich mich je bewegt habe den Hang hinab. Immer von Baum zu Baum um, falls etwas passiert nicht den ganzen Hang hinab zu rutschen. Wir brauchen ca. 30 Minuten für den Abstieg. Eco ist oben geblieben und arbeitet sich dort weiter Richtung Pass. Wir gehen nun durchs Tal. Ich will keinen Berg mehr rauf. Ich laufe vor. Nur mit starker Willensmanipulation geht es mit straffen Schritten durchs Tal. Die Muskel in Beinen und Füßen fühlen sich von dem vielen Postholding und rutschen verkrampft an. Wir versinken jeden Schritt und rutschen bergab. Wir machen trorzdem Kilometer um Kilometer in der Hitze der Sonne. Wir sind am Ende. Skala: Eine 9. Ich habe noch nie so hart an meinen Körper appelieren müssen. Ich kann es nicht wirklich beschreiben. Man will eigentlich nur das es aufhört. Wir arbeiten uns also durchs wunderschöne Tal. Langsam beginnend ein paar Meter aufsteigend um zum Pass zu gelangen. Am Ende müssen wir wieder gefühlt hunderte Meter über ein schneefeld hinauf. Jeder Schritt vorwärts bedeutet einen halben zurück. Es dauert gefühlt ewig. Bei der Höhe bleiben wir nun jede 20 Meter stehen und stützen uns Kopfüber auf unsere Stöcke. Aber wir halten durch und machen es bis zu den Switchbacks die aus Stein gut sichtbar markiert und schneefrei sind. Auf dem Pass noch schnell ein paar Fotos. Wir sehen jetzt sogar die Wüste. Dabei sind wir gerade auf ca. 3600 Metern. Echt verrückt. Der Abstieg von dort idt dann zum Glück nur bergab. Oberhalb von einem See stapfen wir durch tiefen aufgeweichten Schnee. Uns kommt ein Hiker mit Ski entgegen. So gehts auch nachtmittags noch einigermaßen voran. Die Beine versinken jetzt teilweise bis zur Hüfte. Das Eis reibt. Ich warte unter einer steilen Passage auf Swim. Eco ist schon lang abgestiegen. Swim fängt an wieder zu rutschen. Er schliddert immer weiter. Kann er die Klippe unter sich nicht sehen oder was. Ich brülle Stop, Stop, Stop bis er endlich anhält und ca. 10 Meter vorher zum stehen kommt. Dann führe ich ihn zur sicheren Stelle und er Rutscht mir weiter auf seiner Regenhose entgegen. Den Rest des Abstiegs torckeln wir im tiefen Schnee hinab. Die Knie Schmerzen böse. Als Swim Empfang hat schreibt er einen Trail Angel an und bittet um ein Shuttel. Dann machen wir den Rest bis zum Onion Valley Campground quer Feld ein wie gehabt und kommen gegen 16.00 Uhr an. Der Trail steht hier unten unter Wasser und ist ein kleiner Fluss. Mir egal. Schlimmer wirds nicht. Wir haben unten leider keinen Empfang. Ungewiss über die Rückmeldung hängen wir alles zum trocknen auf. Naxh cs. 10 Minuten kreuzt ein SUV auf. Ich laufe schnell zu dem Fahrer und verwickel ihn in ein Gespräch und bitte um eine Fahrt nach Independence. Läuft. Wir packe. Schnell zusammen und fahren fie Passstraße leider in einem rasanten Tempo hinab. Fie Fenster sind geöffnet. Wir riechen bestimmt wie die Otter im Sumpf. Sehen aus wie Krebse. Aber hören uns an wie die geößen Gewinner des Tages. 🙂 Es ist geschafft. Wir sind auf dem Weg in die Zivilisation. Aus den schneebedeckten Bergen geht es in ca. 20 Minuten zurück in die Wüste. An einer Tankstelle gibt es eine Pepsi und wir treffen 2 Franzosen. Wir fahren gemeinsam mit dem Bus Richtung Bishop da hier überhaupt nichts los ist. Auf der Fahrt kann ich den Eintrag von gestern fertigstellen. In Bishop checken wir in ein Hotel ein und jeder dutscht erstmal. Nun da die ganze Anspannung flöten geht kommt die totsöe Erschöpfung über uns. Eco und Swim humpeln zum Restaurant das wir gegen 19.30 erreichen. Es giebt ausgiebig Essen das für 2 gereicht hätte. Nach einem Schluck Bier fühlt ich mich schon komisch. Nach dem leckeren und gesundem Essen. Suppe, Blech Pihzabrot und Sandwich, als Nachtisch ein Stück Pizza von Swim, geht es noch kurz einkaufen. Bananen, Eis, Chips und Flüssigkeit. Wir sind ausgetrocknet und schrumpelig. Leider merke ich im Hotel das der Kühlschrank kein Eisfach hat. Also starte ich die Wäsche und fange an zu futtern. Aber ich muss aufgeben und verstaue das Eis in Gefrierfach das im Waschraum zur verfügung steht. Danach noch mit den liebsten telefoniet bis der Trockner fertig ist. Dann muss ich das Telefonat beenden und lande um 22:30 in einem durchhängendem Bunkbett. Es ist toll. Ich knack sofort weg. 

​Gewandert: 23,1 km PCT

PCT to Onion Vally Independence:  12,7 km 

PCT gesamt: 1269,7 km 

ICESLIDE unterhalb vom pass

Ab gehts 😀 

Beim laufen gefroren

Abstieg ins Tal

Akku leer

Bullfrog Lake Valley

Das war der Felsen unter dem ich hing

Pass über Geröllfeld

Swims Klippe

Tag 45 Mt. Whitney – Tyndall Creek

Die Sonne scheint und trotzdem ist uns im Schatten ein wenig kühl. Nachdem alle Ausrüstung wieder im Rucksack ist laufen wir wieder blind. Durch schöne Wälder und tausende kleine Hügel von Schnee. Es ist bereits sehr anstrengend und wir müssen mehrere kleine Hügel hinauf. Einen Schritt vorwärts, einen halben zurück rutschen. Wir versuchen am morgen noch einige Meilen zu reisen becor der Schnee zu matschig wird. Dabei rutschen wir teilweise auch Hügel hinab anstatt zu wandern. Es ist steil und auf einer Regenhose bekommt man richtig Fahrt. Nur mit dem stoppen ist es manchmal problematisch und man ist froh wenn die Fahrt frühzeitig in einem Busch oder am Baum endet bevor man mit 30 Sachen bis zum Tal hinabfährt und an einem Felsen zerschellt. Wir passieren so mehrere Berge und queren einen kleinen aber stark fließenden Fluss. Meine Füße brennen als ich auf der anderen Seite wieder aus dem Wasser steige. Kurze Pause um die Schuhe zu wechseln und wir starten unseren größten und letzten Anstieg für heute gegen 13:30. Hinter uns ziehen wolken auf. Das gefällt mir nicht. Auch der Trail ist wieder voll mit Schnee den man mühsam umgehen muss. Nach einer Kurve geht es dafür sanft durch einen Wald hinauf. Wir kommen auf große Ebenen die wir mit im Schnee versinkenden Schritten durchqueren. Wir pusten nun aus allen Löchern. Torkeln und rutschen durch den Schnee. Wir sind fertig wie noch nie. Die Augenlieder unterliegen plötzlich der dreifachen Schwerkraft und wie wünschen uns nur das Tagesziel die Ranger Station. Nachdem die erste Ebene durchquert ist folgen noch zwei weitere. Einen steilen kleinen Hügel am Schluss vollenden wie gefühlt in Zeitlupe. Tritt für Tritt in den weichen nassen Schnee tretend geht es hinauf. So fertig war ich noch nie und ich dachte ich hätte hier schon ein paar harte Tage erlebt. Die Höhe, nur Schnee. Die nassen Füße und Schuhe. Das ist erschreckend ermüdend. Über eine große Fläche gelangen wir in unser Zieltal. Wie folgen Spuren von Schneeschuhen. Die Wolken hinter uns nehmen immer gewaltigere Ausmaße an und erdtrecken sich wie bei einem Vulkanausbruch in die Höhe. Wir machen Tempo und versuchen so schnell als möglich zu wandern. Aber wir versinken immer wieder im Schnee. Ich fühle mich etwas unwohl. Als wir dann endlich im Tal sind können wir die Ranger Station nicht finden in/ an der wir Schutz suchen wollen. Wir laufen die Umgebung erfolglos ab und bauen dann unsere Zelte im Schnee auf. Wir hören in der Ferne das Heulen von Kojoten.  Dann wir unsere Ausrüstung und Schuhe in der Sonne zum trocknen ausgelegt. Kochen und dann um 18:00 Uhr ab ins Bett. Irgendwann fängt mein Zelt an zu wackeln und es regnet. Der Wind drückt die Plane ins innere und ich habe nur wenig Platz. Der Sturm wütet. Endet aber so schnell wie er gekommen ist. Dann schlafe ich ein. Als ich um 0:00 aufwache ist das Zelt und vieles andere gefroren. 

Gewandert: 39,4 km 

PCT gesamt: 1246,8  km

Swim rutscht, wir laufen. 

wieder rauf

Auf einer Skala von 1 bis 10 wenn 10 totale körperliche Zerstörung ist. Gefühlt eine 7

So sehen meine Haare übrigends aus wenn man 5 Tage eine Mütze Tag und Nacht trägt. 

Tag 45 Mt. Whitney 

Schon lange nicht mehr so gut geschlafen. Leider ging um 23.15 der Wecker. Die Nacht war sternenklar und wunderschön. Leider kalt. Bis wir alle aus dem Schlafsack waren, unsere Ausrüstung verpsckt und etwas warmes gekocht und verspeist hatten war es bereits 0:30 Uhr. Wir brachen auf und suchten uns unseren Weg das Tal hinauf. Wir sahen nichts. Im schein unserer Kopflampen in unbekannten Gelände war es unmöglich den sowieso verdeckten Trail zu finden. Wir laufen also quer durch die Pampa. Berge rauf und runter. Bleiben vor plötzlich auftauchenden Klippen stehen und zerknirschen dabei den gefrorenen Schnee. Das Tal ist gefühlt unendlich lang. Die Hügel, dessen Ende man in der Dunkelheit nicht sieht, sind wie Laufbänder. Links und recht vom Tal ragen riesige Berge hinauf und versuchen die Sterne zu greifen. Eine ehrfurchtsvoll Stimmung breitet sich über das Tal als die Riesen sich schwarz gegen den glitzernden Sternenhimmel absetzten. Die Nacht fröstelt und wir kommen so langsam zum Ende des Tals. Zu drei Seiten nur schwarze Wände. Wo sollen wir denn bitte hoch?! Ein wenig off Trail versuchen wir die direkte Linie. Im dunkeln geht es also mit Eisaxt bewaffnet die Schneewand hinauf. Ein wenig nach links müssen wir und beginnen über große Felsen zu klettern. Über lose Geröllfelder und unendlich tief erscheinende Schneefelder. Nach ca. 30 Minuten nervenaufreibender Kletterei und erfolgloser Suche nach dem Trail sage ich das wir zurück gehen sollten da es zu gefährlich ist. Wir haben keine Erfahrung im Bergsteigen oder Schnee, Eis oder sonstiem Klettersporarten. Vor allem an einem Fremden Berg mitten in der Nacht. Ich erhalte Zustimmung und wir klettern das geröllfeld hinab. Siehe da, der Trail, sauber ohne Schnee direkt vor uns. Das verändert die Lage. Wir diskutieren kurz Pro und Kontra und beginnen erneut mit dem Aufstieg. Wir können dem Trail gut folgen. Doch dann sieht man nichts als weis. Wir müssen eine großes Schneefeld queren. Mit mühsam kleinen und vorsichtigen Schritten arbeiten wir uns Zentimeterweise über das ca. 25m lsnge schneebrett. So geht es über mehrere Switchbacks bis zum Sattel wo ein anderer Trail auf die Route stößt. Ab jetzt noch 1.9 Meilen. Zum Sonnenaufgang müssen wir Gas geben. Ich laufe vor und kann dem Trail leicht folgen. Zum Glück ist es dunkel und ich sehe die Abgründe neben dem Trail nur schemenhaft. Es geht in kleinen halbkreisen immer wieder am felsigen schneebedeckten Trail entlang. Es bieten sich erste Ausblicke Richtung Sonnenaufgang. Erste Farbe ist am Horizont zu erkennen. Über ein Geröllfeld geht es nun weiter hinaufm das letzte Stück steil im Schnee auf dasn felsige Bergmassiv. Oben steht eine Hütte. Leider ist die Tür defekt und die Hütte voller Schnee. Ich komme gerade noch rechtzeitig um gegen 5:30 den Sonnenaufgang zu erleben. Es windet sehr und bei -4 Grad hole ich meinen Schlafsack heraud um auf die anderen zu warten. Nach 30 min sind alle da und wir genießen den Gipfelerfolg auf 4421 Metern. Gestartet sind wir von 3258m. Nach 6 machen wir uns auf den Rückweg. Endlich sehen wir auch wo wir entlang gelaufen sind. Tolle Aussicht über die ganzen Sierras und das durchwanderte Tal. Wir treffen noch auf einige Bergstürmer die gerade erst aufsteigen. Das Tal versuchen wir so schnell als möglich in direkter Linie zu queren und treffen im Tageslicht auch auf Seen und die Klippe. Wir wandern nun in deer Schlucht hinab. Unter uns ein reißender Fluss der aber von Schnee meterhoch bedeckt ist. Gegen 9.30 kommen wir zurück zur Ranger Station. Die zurückgelassene Ausrüstung ist auch noch da. Wir lassen uns erschöpft aber höchst zufrieden nieder und Essen ausgiebig. Um 11Uhr brechen wie für unseren zweiten Teil auf 🙂 

Gewandert:  26,4 km 

PCT gesamt: 1246,8  km

Kochen gegen 11:20

Wir suchen den Trail

Gefunden 🙂

Erste Zeichen für den Sonnenaufgang

Im Tal ist es noch dunkel

Der Gipfel

Noch einmal steil hinauf

Die Ausrüstung gehört wohl irgendwelchen Geretteten Wanderen 

Hinten das Talende. Dort sind wir links rauf.

Links sind wir nachts hoch bis ins Schneefeld.