Tag 52 Paradise Valley Junction – Nahe Mather Pass

Um 3.15 klingelt der Wecker und als ich Swim höre mache ich mich vorbildhaft aus dem Zelt. Es ist gefühlt arsch kalt. Zwar 3 Grad gefühlt aber weniger. Bis 4 haben wir alles beisammen und können abreisen. Im dunkel der Nacht überqueren wir die Hängebrücke und machen und an den Anstieg Richtung Pinchot Pass. Der Wald vor uns ist ziemlich hinüber und auf dem Trail fließt überall Wasser. Wir hüpfen von Stein zu Stein und versuchen nicht nass zu werden. Swim verdreht sich den Knöchel und ab da an schleichen wir den Berg hoch. 1km pro Stunde. Vom Trail wollen wir auch am Sawmill Pass. Nichts da bis Mammoth. Wenn einer nicht mehr kann müssen beide dran glauben. Nach gestern muss ich gestehen bin ich jetzt zwiegespalten. Einerseits kann ich wieder mit meiner Freundin sprechen und viele Annehmlichkeiten der Tivilisation genießen. Andererseits ist Swim verletzt was ohnehin scheisse ist. Aber wer will schon am Sawmill Pass den wahrscheinlich noch keiner gegangen ist wieder auf den Trail. 20 km extra. Ich laufe nun voraus. Überwinde den Trail. Meine Gedanken schwirren davon. Wenn ich jetzt vom Trail muss komme ich für die Sierras definitiv später wieder. Ich habe genug von dem ganzen Schnee. Kalt, früh aufstehen, Sonne, matschiger Schnee, waghalsige Kletterein. Andererseits will ich aber mindestes bis zum Bishop Pass. Das ist ein Ort wo viele einsteigen. Am besten jedoch bis nach Mammoth. Mal schauen was Heute bringt. Wir laufen entlang vom Woods Creek. Der ist außer Kontrolle und veranstaltet einen riesen Lärm. Wie suchen nun ab und zu den Trail da mit steigenden Höhenmetern der Schnee wiederkommt. Leider muss ich an einem Fluss stehen bleiben. Er fließt so hoch dass ein überspringen auf Steinen nicht möglich ist. Wir ziehen unsere Sandalen an und steigen in das eidkalte Nass. Brrrr.  Die Füße brennen. Keiner will so etwas wenn einem der arsch sowieso schon blau wird weils so kalt ist. Wir trocknen unsere Füße und gehen wieder in unsere Schuhe. Schon nach 10 min der nächste unüberwindbare Fluss. Ohh man. Als ich wieder in meinen Schuhen bin kann ich meine Zehen nur noch schwer spüren. Es ist jetzt 5.30 und wir haben gerade 1.6km geschafft. Wir sind super super langsam. Wir arbeiten uns langsam weiter hinauf. An einer Stelle müssen wir ein pasr Serpentinen hoch die noch zu sehen sind. Dann gibt es wieder nur noch Schnee und wir arbeiten uns vorsichtig über das schneefeld. Unter uns der Woods Creek. Über eine große freie Fläche laufen wir noch bis zu einem Wäldchen und machen auf einem Stein Pause. Es kommen drei Rehe hinter uns aus dem Wald.  Swim geht es wieder besser. Er läuft weiter. 🙂 ich bin froh und dankbar für die chance zunindest bis zum Bishop Pass zu laufen. Wir steigen durch den Wald auf. Ich verlaufe mich ein wenig und wir müssen ein paar Meter extra den Berg hinauf bis wir gefühlt in einem neuen Tal stehen. Dieses ist viel weitsichtiger und offener. Nur vereinzelt stehen kleine Grüppchen aus Bäumen. Rechts und links tolle Bergflanken. Wir laufen weiter und kommen in die ersten Sonnenstrahlen. Zwangspause und erstmal ein paar Kleidungsschichten runter. Die Sonne bruzel sofort wie eh und je. Wir stapfen schweißtreiben weiter hinauf. Der Tag ist nach heute morgen richtig toll geworden. Sonnencreme nicht vergessen denn das ist echt gefährlich. Swim hat sogar Blasen auf den Beinen bekommen als er kurz 4 Stunden in Boxershort gewandert ist. Naja, er war auch nicht gerade vorgebräunt. Wir machen einen schwenker nach links und sehen den Glenn Pass. Wir schlüpfen nun in unsere Schneeschuhe da es damit besser geht. Endlich brauchen wir die auch mal. Wir können bis kurz unter den Pass laufen. Dann in die Spikes und langsam dem einzigen paar Fußspuren folgen. Es ist nicht so tief und wir fühlen uns besser. Dennoch bin ich voll konzentriert und mache keinen unüberlegten Schritt. Wir kommen so wieder nur langsam voran und benötigen für ca. 50m 20 min. Dann stehen wir oben. Das nächste Tal sieht super aus. Schön flach mit vielen Seen. Nach dem Abstieg schlüpfen  wir wieder in die Schneeschuhe. An einem See mit ein paar trocknen Steinen machen wir gegen 12 Uhr Mittag. Von nun an geht es durch einen Wald steil hinab. Wie folgen den Spuren zweier anderer Schneeschuhe. Wahrscheinlich Arrow und Navigator. Im Tal queren wir zum Glück auf einer Schneebrücke einen reißenden Fluss. Und dann natürlich durchs Wäldchen wieder hinauf. Wir sind ganz schön platt und finden auf der linken seite einen schönen Lagerplatz. Ein Feuer wurde hier bereits gemacht. Auch sind Plattformen für Zelte ausgehoben. Super, dann müssen wir die Arbeit nicht mehr machen. Mein Zelt passt leider nicht und ich baue es schrägt über einem Tannenzweiglager auf. Naja, es steht zumindest. Am Feuer trocknen wir die Sachen und kochen. Bereits um 16 Uhr sind wir mit Abendessen fertig. Leider haben wir nun kein Wasser mehr. Der Fluss nebenan fließt zwar gut aber wenn man 2 Meter hohe schneekanten überwinden muss wird es schwierig. Haben alles probiert mit Seil um Flasche oder Becher. Wir haben dann über dem Feuer Schnee geschmolzen. Sehr mühsam und ich habe mich verbrannt. Ich habe alles unter mein Zelt gestopf und hoffe es hält. Bisl abschüssig. Morgen geht’s um 3 los. 7 km bis zum Mather Pass. Wenn der gefallen ist bin ich beruhigt. Scheint eine einzige steile Schneewand zu sein. Hoffentlich hat schon wer erfolgreich ein paar tritte installiert.

Gute Nacht 17:38 Uhr

​​​​Gewandert: 20,5 km 

PCT gesamt: 1307,4 km

Bis Mammoth: 151,8 km

Pässe auf diesem Abschnitt: 2 von 7


Der Pass ist geradeaus auf der rechten

Ein Gedanke zu “Tag 52 Paradise Valley Junction – Nahe Mather Pass

  1. Hey Mozart,
    schön von Dir zu hören. Du machst das super gut.
    Ich hätte bei dem ganzen Schnee längst aufgehört und übersprungen!
    R E S P E K T !

    Mfg
    ANdY

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